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HBO's Game of Thrones (Song of Ice and Fire von George R Martin)
Lichtschwerttänzer:
--- Zitat von: Runenstahl am 28.06.2020 | 18:20 ---
- In Staffel 7 dann verbrennt sie Dany die Tarlys ohne Verhandlung. Gegen den willen ihre Berater. Weil sie ja weiß was gut und was böse ist.
--- Ende Zitat ---
Könnte mal bitte jemand versuchen zu erklären was an der Hinrichtung dieser Verräter problematisch ist?
--- Zitat ---Und dann, quasi aus heiterem Himmel, entscheidet sich Dany dafür die Leute von Kings Landing wegzuputzen
--- Ende Zitat ---
Es war extrem grosszügig und gütig von ihr Kings Landing nach der Tötung Misandeis noch einmal Gnade anzubieten, diese Gelegenheit wurde nicht angenommen, es muss jedem klar gewesen sein, nach dem Sturm gibt es keine Hoffnung mehr darauf
--- Zitat von: Runenstahl am 29.06.2020 | 01:51 ---
5. Bran als neuer König
Das hat mich auch überrascht, macht aber Sinn.
--- Ende Zitat ---
Nein, macht es nicht
Niemand weis wer er ist und wenn wer würde ihm folgen.
--- Zitat ---10. Jons Verbannung
--- Ende Zitat ---
absolut offensichtlich
Runenstahl:
F: Könnte mal bitte jemand versuchen zu erklären was an der Hinrichtung dieser Verräter (der Tarlys) problematisch ist?
A: Siehe meinen Post weiter oben. Ihre Berater haben in Staffel 5 hart kämpfen müssen um sie von der Notwendigkeit von Gerichtsverhandlungen zu überzeugen. Weil es eben nicht in Ordnung ist wenn der Herrscher selbst aus dem Bauch heraus entscheidet wer lebt und wer stirbt. Doch genau das macht Dany immer wieder. Und genau wie ihr Vater ist das halt keine gute Grundlage für derartige Entscheidungen. Es ist ja durchaus möglich das man bei einer Verhandlung zum selben Schluß gekommen wäre. Es ist aber auch möglich das man entschieden hätte "Sie haben treu ihren Lords gedient aber das war halt Verrat und dafür geht ihr an die Mauer."
F: Niemand weis wer Bran ist und wenn wer würde ihm folgen.
A: Jeder der bei der Schlacht um Winterfell dabei war weiß wer Bran ist. Bran war der Junge den der Nachtkönig unbedingt töten wollte. "Folgen" ist relativ, wie schon gesagt er bietet sich für die anderen Lords deswegen als König an weil er ein unbeschriebenes Blatt ist der bisher nicht durch Ambitionen auffiel.
Bad_Data:
Ich fand das Video vom Pitch Meeting zur achten Staffel ganz passend.
https://www.youtube.com/watch?v=jAhKOV3nImQ
Jiba:
--- Zitat von: tartex am 29.06.2020 | 00:39 ---Mein gefühltes Hauptproblem: in den Staffeln bis 6 hatte ich den Eindruck, dass der Plot sich aus den Charakteren entwickelt. Bei Staffel 8 wurden die Charakter nur noch hin- und hergeschoben um den Plot schnell durchzudrücken.
--- Ende Zitat ---
Das stimmt irgendwo, aber ich glaube es geht etwas tiefer.
Tatsächlich kann man argumentieren, dass sich der Plot in den frühen Staffeln eben nicht aus den Charakteren entwickelte, sondern aus den gesellschaftlichen Verflechtungen der Charaktere... also schlechthin aus der Gesellschaft, die in Westeros vorherrscht. Das finde ich eine spannende Deutung. Einfach mal in diesem Video und in diesem Artikel nachschauen... ich fand diese Deutung sehr zutreffend.
Für mich selbst war die Ursünde von GoT übrigens das Überleben von Jon Snow nach seiner Messerung. Damit hat sich GoT fundamental davon entfernt, wie es Geschichten erzählt hat.
Und ja, ich bin überhaupt kein Freund davon, dass "Danny" böse wird (einfach weil die "Gut/Böse"-Dynamik in GoT eigentlich deutlich komplexer gehört, als sie gewesen ist)... eben auch weil sie Leute getötet hat, die sich ergeben haben. Das wie macht hier die Musik. Und die Totalitarismus-Analogien (Drittes Reich, UDSSR) am Ende sind billig und tausend Mal dagewesen, wenn nicht sogar unangenehm anachronistisch.
--- Zitat von: Lichtschwerttänzer am 29.06.2020 | 05:14 ---Könnte mal bitte jemand versuchen zu erklären was an der Hinrichtung dieser Verräter problematisch ist.
--- Ende Zitat ---
Okay... eine Sache, die ich loswerden muss – und das Zitat greife ich mal exemplarisch raus, für andere Kommentare jetzt hier auf der letzten Seite...
Ich meine, puh. Also wenn wir das hier so weiter verfolgen, dann stürzt der Thread im Drachentiefflug ins SC...
Ich finde es ist eine Sache, darüber zu reden, ob Dinge im Kontext eines Settings Entscheidungen oder Gegebenheiten aus dem Selbstverständnis der Leute darin abgeleitet werden können. Ob sie also plausibel oder glaubwürdig oder vielleicht sogar im Kontext der Gesellschaftsordnung in dieser Welt gerechtfertigt sind (und selbst dann können Charaktere in dem Setting aus gewissen Gründen moralische Zweifel daran setzen... weil die Moral eines Charakters, gerade von Charakteren, die einen Status Quo stürzen wollen, natürlich von der eines Tyrannen fundamental zu unterscheiden ist, aber das nur am Rande).
Wie gesagt: Ob etwas zum Setting passt, können wir gerne diskutieren...
Aber wenn jetzt hier wirklich gesagt wird:
- Leute kreuzigen (= töten unter Folter) ist in Ordnung, wenn sie nur böse genug waren
- Sklaverei ist ja nicht so schlimm; wenn man nur gebildet ist, dann hat man's ja gut
- Über Leute das Todesurteil zu verhängen ist unproblematisch, selbst wenn es sich um die Familie eines Verbündeten handelt
...
... also bei sowas bin ich dann raus.
Ich meine, Martin und auch den HBO-Serienmachern liegt es offensichtlich am Herzen, dass wir die Moral dieser Fantasywelt eben nicht nach Gesichtspunkten wie "Might makes Right" oder "Der König hat immer Recht" bewerten. Ich wüsste nämlich nicht, wie eine solche Bewertung dieses Stoffes nach Gesichtspunkten der aufklärerischen Werte oder zumindest des westlichen Wertesystems, das sich nach dem 2. Weltkrieg entwickelt hat, mit dem, was in GoT passiert irgendwie kompatibel wäre. Und wenn wir jetzt hingehen und das über Bord werfen und sagen "Ja, war halt eine andere Zeit und das, was in dieser Zeit moralisch richtig war, das ist wirklich moralisch richtig". Ich glaube, ich muss nicht deutlich machen, wo uns das hinführt.
Und demnach sind Danaerys Taten aus der Perspektive eines Adligen der GoT-Welt gerechtfertigt (wobei, nicht bei allen, fragt mal Sam Tarly)... und gleichzeitig sind sie hochproblematisch! Tatsächlich ist das sogar der ganze Punkt der GoT-Narration, dass sich Danaerys am Ende selbst diskreditiert, weil sie sich eben genauso verhält wie die Leute, die sie bekämpfen wollte.
"Game of Thrones" ist irgendwo auch eine Rekonstruktion diverser Fantasy-Tropen, darunter der Trope des "gerechten Königs" oder der Freizeitpark-mässigen Fantasy-Action. Aber diese Rekonstruktion funktioniert nur, wenn wir das, was da passiert im Wertespiegel unserer Zeit betrachten.
Ich glaube zwar nicht, dass hier irgendeiner, der vorher geschrieben hat, Sklaverei wirklich gut findet oder die Tötung der Tarlys wirklich für moralisch richtig hält. Aber ich finde schon, wir sollten ein wenig aufpassen, wie wir darüber schreiben.
Weil wenn sowas hier wirklich noch moralisch verteidigt wird... also wie gesagt, dann bin ich raus.
Wer sich angesprochen fühlt und das im Detail ausdiskutieren will, gerne per PM. Wollte nur drauf hinweisen. :(
Lichtschwerttänzer:
--- Zitat von: Jiba am 29.06.2020 | 08:58 ---
Ich meine, puh. Also wenn wir das hier so weiter verfolgen, dann stürzt der Thread im Drachentiefflug ins SC...
--- Ende Zitat ---
Wenn die Diskussion mittelalterlicher Moral und Rechtsvorstellungen SC ist können wir das halbe Board dichtmachen.
--- Zitat ---Wie gesagt: Ob etwas zum Setting passt, können wir gerne diskutieren..
--- Ende Zitat ---
das ist alles was ich hier mache
--- Zitat ---- Über Leute das Todesurteil zu verhängen ist unproblematisch, selbst wenn es sich um die Familie eines Verbündeten handelt
--- Ende Zitat ---
wie meinen
Sam Tarly hat mWn nie gegen Danaerys argumentiert oder ihr Rechtsbruch vorgeworfen
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