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HBO's Game of Thrones (Song of Ice and Fire von George R Martin)
Lichtschwerttänzer:
--- Zitat von: Runenstahl am 29.06.2020 | 08:25 ---Ihre Berater haben in Staffel 5 hart kämpfen müssen um sie von der Notwendigkeit von Gerichtsverhandlungen zu überzeugen. Weil es eben nicht in Ordnung ist wenn der Herrscher selbst aus dem Bauch heraus entscheidet wer lebt und wer stirbt.
--- Ende Zitat ---
Legitimes Gerichtsverfahren also, gut das ist ein Argument und das erste valide, aber Strafen dieser Art für solchen Verrat waren selbst bei Friedrich Barbarossa (Geiseln eidbrüchiger Vasallen wurden an Belagerungstürme gehängt) und seinem Enkel Friedrich(Verschwörer wurden glühende Kronen aufs Haupt genagelt oder in Säcken mit Giftschlangen eingenäht) II üblich
--- Zitat ---Es ist aber auch möglich das man entschieden hätte "Sie haben treu ihren Lords gedient aber das war halt Verrat und dafür geht ihr an die Mauer."
--- Ende Zitat ---
Nein, das ist es nicht solange das Gericht sich an Recht und Gesetz hält.
Da ist nur ein grausamer und schimpflicher Tod incl möglicherweise Entehrung und Verbannung der gesamten Familie möglich für Verrat und Mord an Feudalherr und Mitvasallen
--- Zitat ---Jeder der bei der Schlacht um Winterfell dabei war weiß wer Bran ist.
--- Ende Zitat ---
The Queen in the North nuff said
tartex:
--- Zitat von: Jiba am 29.06.2020 | 08:58 ---Tatsächlich kann man argumentieren, dass sich der Plot in den frühen Staffeln eben nicht aus den Charakteren entwickelte, sondern aus den gesellschaftlichen Verflechtungen der Charaktere... also schlechthin aus der Gesellschaft, die in Westeros vorherrscht. Das finde ich eine spannende Deutung. Einfach mal in diesem Video und in diesem Artikel nachschauen... ich fand diese Deutung sehr zutreffend.
--- Ende Zitat ---
Will dir da nicht im geringsten widersprechen. Aber weil die Probleme bei Staffel 8 so deutlich handwerklich an der Oberfläche sind, reicht es meiner Ansicht nach aus die Oberflächen zu vergleichen. Da braucht man gar keine tiefe Analyse.
Meiner Ansicht nach ist bei Staffel 6 und 7 noch sehr viel konventionelles durchgegangen, weil das Konventionelle für GoT ja irgendwie auch schon ein Bruch und eine Überraschung war.
6:
Dem kann ich zustimmen. Mir persönlich war bereits die 7. Staffel zu sehr "Plotgezogen" (die Charaktere haben agiert, wie es der Plot brauchte und weniger aus der Situation heraus), dass ich danach dann keine Lust mehr auf weitere Staffeln hatte.
Über die Wiederauferstehung von Jon und dem Bluthund rede ich besser nicht...
Ninkasi:
--- Zitat von: 6 am 29.06.2020 | 11:30 ---Über die Wiederauferstehung von Jon und dem Bluthund rede ich besser nicht...
--- Ende Zitat ---
Wegen den gelesenen Büchern, erwartete / hoffte ich auf ein Überleben des Hundes :)
Und weil in den Büchern auch Catelyn aufersteht und die Fähigkeiten der Roten Priester nicht gänzlich unbemerkt waren, empfand ich auch Jons Wiederbelebung nicht ganz so schräg.
WitzeClown:
--- Zitat von: Jiba am 29.06.2020 | 08:58 ---Ich finde es ist eine Sache, darüber zu reden, ob Dinge im Kontext eines Settings Entscheidungen oder Gegebenheiten aus dem Selbstverständnis der Leute darin abgeleitet werden können. Ob sie also plausibel oder glaubwürdig oder vielleicht sogar im Kontext der Gesellschaftsordnung in dieser Welt gerechtfertigt sind (und selbst dann können Charaktere in dem Setting aus gewissen Gründen moralische Zweifel daran setzen... weil die Moral eines Charakters, gerade von Charakteren, die einen Status Quo stürzen wollen, natürlich von der eines Tyrannen fundamental zu unterscheiden ist, aber das nur am Rande).
Wie gesagt: Ob etwas zum Setting passt, können wir gerne diskutieren...
[...]
Ich meine, Martin und auch den HBO-Serienmachern liegt es offensichtlich am Herzen, dass wir die Moral dieser Fantasywelt eben nicht nach Gesichtspunkten wie "Might makes Right" oder "Der König hat immer Recht" bewerten. Ich wüsste nämlich nicht, wie eine solche Bewertung dieses Stoffes nach Gesichtspunkten der aufklärerischen Werte oder zumindest des westlichen Wertesystems, das sich nach dem 2. Weltkrieg entwickelt hat, mit dem, was in GoT passiert irgendwie kompatibel wäre. Und wenn wir jetzt hingehen und das über Bord werfen und sagen "Ja, war halt eine andere Zeit und das, was in dieser Zeit moralisch richtig war, das ist wirklich moralisch richtig". Ich glaube, ich muss nicht deutlich machen, wo uns das hinführt.
Und demnach sind Danaerys Taten aus der Perspektive eines Adligen der GoT-Welt gerechtfertigt (wobei, nicht bei allen, fragt mal Sam Tarly)... und gleichzeitig sind sie hochproblematisch! Tatsächlich ist das sogar der ganze Punkt der GoT-Narration, dass sich Danaerys am Ende selbst diskreditiert, weil sie sich eben genauso verhält wie die Leute, die sie bekämpfen wollte.
"Game of Thrones" ist irgendwo auch eine Rekonstruktion diverser Fantasy-Tropen, darunter der Trope des "gerechten Königs" oder der Freizeitpark-mässigen Fantasy-Action. Aber diese Rekonstruktion funktioniert nur, wenn wir das, was da passiert im Wertespiegel unserer Zeit betrachten.
--- Ende Zitat ---
Kann ich komplett mit gehen, nur:
--- Zitat ---Ich glaube zwar nicht, dass hier irgendeiner, der vorher geschrieben hat, Sklaverei wirklich gut findet oder die Tötung der Tarlys wirklich für moralisch richtig hält.
--- Ende Zitat ---
Was, wenn doch? wtf?
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