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HBO's Game of Thrones (Song of Ice and Fire von George R Martin)

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Berto:
Bran als König in diesem Setting macht eigentlich keinen Sinn - zumindest, wenn wir annehmen, dass Westeros einem vormodernen Personenverbandstaat näher ist als unserem politischen System.

Bran hat kein Heil - er ist nicht charismatisch, er hat kein Glück und er ist ein Krüppel. Seine für 99% der Bevölkerung nicht nachvollziehbaren und dazu ja noch ziemlich invasiven übernatürlichen Begabungen schlagen da dann noch den letzten Nagel in den Sarg.
Wenn überhaupt, dann ist er ein fürchterlich schwacher König, der eher früher als später beseitigt wird.
Man kann natürlich davon ausgehen, dass das so gewollt ist. Da stellt sich mir aber gleich die Frage, warum das nach den katastrophalen Erfahrungen der Westerosi mit schwachen Königen dort jemand wollen sollte. Meinen sich verdunkelnden Erinnerungen an die Mediavistik im Geschichtsstudium nach wäre es wesentlich glaubwürdiger, dass sich im entstandenen Vakuum nach Daenerys erst einmal ein anderer starker König durchsetzt und auch von den Eliten getragen wird - ein solcher bringt nämlich erstmal Ruhe und Ordnung in die völlig verwüsteten Länder und nicht noch mehr Krieg und Unfrieden.

Edit: Entsprechend ungläubig saß ich dann auch vor der finalen Folge. Wobei ich es so überraschend dann auch nicht fand - so etwa in der fünften Staffel hatte sich die Serie imho ohnehin davon verabschiedet, eine glaubwürdige Welt darstellen zu wollen.

JS:
Ach, die Adligen im Rat dachten sich einfach, besser Bran zu folgen als diesem Vorschlag zur Einführung einer Demokratie.
 >;D

Talasha:
Ja, gerade Bran.... Da wäre doch eher Tyrion brauchbar, vermutlich fehlt in der Serie einfach eine Figur die in den Büchern vor kommt.

JS:
Wobei man allerdings auch berücksichtigen muß, daß Bran einer der höchsten Familien des Landes entstammt (wie auch Tyrion). Das ist kein kleines Pfund in dieser Gesellschaft, und da Tyrion ihm den Anspruch nicht streitig macht und die Schwestern ebenfalls nicht, ist seine Wahl so abwegig nicht. Allerdings war das schon eine ziemlich kurze Sitzung und Diskussion.
Doch Geisteskranke, körperlich Versehrte, Exzentriker und Größenwahnsinnig gab es ja nun nicht so selten auf den realen Thronen der Geschichte.

Berto:
Um ein starker König zu sein, braucht der geneigte Herrscher allerdings auch deutlich mehr Rückhalt als den seiner Familie. Die körperlich Versehrten, Exzentriker und Geisteskranken der realen Gesellschaften sind halt wenn überhaupt nur schwache Könige gewesen. So sie denn nicht im Vorfeld schon von jemandem verdrängt wurden - wofür es eben auch genug Beispiele sind.

Meiner Ansicht nach hätte ein solches Tribunal sich angesichts der katastrophalen Lage in Westeros wohl wahrscheinlich jemand anderen gesucht. Jemand, der wenigstens Aussicht darauf hat, sich durchsetzen zu können. Alternativ rollt halt in ein paar Jahren gleich der nächste Krieg über Westeros hinweg.

Edit: Letztendlich ist es allerdings auch müßig, da allzu sehr ans Eingemachte gehen zu wollen. Westeros ist ja auch bei GRRM eine an einigen Ecken ziemlich knirschende Fiktion. Sie kann auch gar nichts anderes sein, weil die Realität so unglaublich komplex ist.
Mein Punkt ist dann eher der, dass die Serie ihren Job da ab einem gewissen Punkt ziemlich schlecht macht und für mich die Krönung Brans der Schlussstein einer Reihe von Ereignissen war, die mir ziemlich unglaubwürdig vorkamen. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren - ich bin auch eher Laie auf dem Feld mittelalterlicher Politik.  ;)

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