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[With Great Power] Fragen & Probleme
Gaukelmeister:
Beim Spielen von WGP haben sich einge Fragen und Probleme ergeben. Vielleicht könnt ihr mir ja bei der ein oder anderen Sache helfen.
(i) The Struggle
Wozu brauche ich eigentlich den Struggle? Geht es nur um Color? Oder gibt es irgendwelche mechanischen Effekte, die ich übersehen habe? Mir ist klar, dass der Struggle so etwas wie die Tiefensemantik des entstehenden Hefts bestimmt, dass man als Spieler seine Aspekte auf beiden Seiten aufteilt und dass der Bösewicht sich ganz und gar einer Seite des Struggles verschrieben hat. So what? Was verliert man, wenn man sich einfach ohne Struggle ins Abenteuer stürzt?
(ii) Konflikte mit Schergen
Mir ist unklar, wie ich Konflikte zwischen Superhelden und den Handlangern des Bösewichts mechanisch abhandeln sollte. Ein Problem besteht darin, welche Aspekte man in dieser Situation leiden lassen kann. Wenn der Bösewicht nicht selbst anwesend ist, erscheint es auf den ersten Blick nur sinnvoll möglich, den Handlanger-Aspekt leiden zu lassen. Das führt aber zu einem großen Vorteil für die Superhelden, die ja eine ganze Palette von Aspekten zur Verfügung haben. Wie handhabt ihr das?
(iii) Das Initiieren von Konflikten durch Spieler
Beim Spielen hat es sich als problematisch erwiesen, wie Spieler sinnvolle Konflikte initiieren können. Anders herum gibt es kein Problem: der Bösewicht will seinen Plan verwirklichen und muss dabei die Superhelden überwinden. Da man als SL weiß, was der Bösewicht will, kann man entsprechend die Konflikteszenen framen. Aber wie können die Spieler das machen, solange sie noch nicht so recht wissen, was der Bösewicht eigentlich möchte?
(iv) Enrichment-Scenes und Stakes
Wenn ein Aspekt angereichert wird, dann ist es ja ausreichend, diesen Aspekt in einer Szene entsprechend der Veränderung des Leidensniveaus hervorzuheben. Das erscheint vollkommen unabhängig davon zu sein, was für Stakes man in der Szene setzt und ob der Spieler seine Stakes gewinnt oder verliert. Das Setzen der Stakes und das Spielen der Karten hat keinen mechanischen Einfluss auf das Anreichern, sondern nur auf die Ereignisse, die erzählt werden. (Ist das tatsächlich so?) Andererseits soll auch der Umstand des Anreicherns durch Ereignisse in der Erzählung repräsentiert werden. Sollte man aus diesem Grund die Stakes in Enrichment-Scenes vielleicht besser nicht auf den anzureichernden Aspekt beziehen?
Beispiel: Spidys Beziehungsaspekt "Mary Jane" soll in einer Enrichment Scene von threatened auf risked gebracht werden. Der Spieler framed die Szene als Versöhnungessen zwischen Spidy und Mary Jane. Damit wird er der Forderung gerecht, dass die Veränderung im Leidensniveau von Aspekten sichtbar zu machen ist. (Die beiden hatten Streit - jetzt versöhnen sie sich.) Folgende Stakes erscheinen jetzt aber unsinnig: Mary Jane verzeiht Spidy (positiv) vs. Mary Jane ist nicht nur sauer, sondern hält ihn auch noch für unverantwortlich (negativ).
Das Problem ist, dass es auf den ersten Blick nahe liegend scheint, genau solche oder ähnliche Stakes zu setzen. - Meine Frage: Habe ich es erstens richtig verstanden, dass es keinen mechanischen Einfluss der Stakes auf die Veränderung des Leidensniveaus gibt? Und folgt hieraus zweitens, dass die Veränderung des Leidensniveaus durch die Stakes selbst nicht thematisiert werden sollte, weil sonst Unsinn wie im Beispiel entstünde?
(v) Schergen und Wechsel der Kampfstile
Mal ganz abgesehen davon, dass man die Regeln zum Wechseln des Kampfstils auch einfach fallen lassen könnte, weil sie etwas hölzern wirken, habe ich mich gefragt, wie man den Wechsel grundsätzlich vornehmen wollte, wenn die Superhelden nur gegen Schergen kämpfen. Die sind ja selbst nur ein Aspekt des Bösewichts und können beispielsweise nicht damit beginnen, Superpowers einzusetzen. Sofern ihr mit den Regeln zum Wechseln der Kampfstile spielt: Wie löst ihr das Problem?
Über eure Erfahrungsberichte, Ratschläge und Erleuchtungen würde ich mich sehr freuen.
Holothuroid:
i) Nur Color
ii) Wenn es eine vernünftige Erklärung gibt, wieso nicht nur die Schergen leiden, warum sollten dann nicht auch andere Aspekte dran sein? Zumindest der Plan dürfte wohl gar kein Problem darstellen.
iii) Bin ich mir grad unsicher: Geht es dir jetzt um Enrichment oder Conflict Scenes?
iv)
--- Zitat ---Wenn ein Aspekt angereichert wird, dann ist es ja ausreichend, diesen Aspekt in einer Szene entsprechend der Veränderung des Leidensniveaus hervorzuheben. Das erscheint vollkommen unabhängig davon zu sein, was für Stakes man in der Szene setzt und ob der Spieler seine Stakes gewinnt oder verliert. Das Setzen der Stakes und das Spielen der Karten hat keinen mechanischen Einfluss auf das Anreichern, sondern nur auf die Ereignisse, die erzählt werden. (Ist das tatsächlich so?)
--- Ende Zitat ---
Das ist korrekt.
--- Zitat ---Andererseits soll auch der Umstand des Anreicherns durch Ereignisse in der Erzählung repräsentiert werden. Sollte man aus diesem Grund die Stakes in Enrichment-Scenes vielleicht besser nicht auf den anzureichernden Aspekt beziehen?
--- Ende Zitat ---
Wenn sich das so darstellt, wie in deinem Beispiel, nein, dann sollte man sich tunlichst was Anderes ausdenken.
Mary-Jane könnte einen Hinweis über Peters "Hobby" bekommen oder auch nicht. Etc.
v) Das ist doch der Witz. Wenn dir nichts einfällt, wie du auf den laufenden Kampfstil reagieren kannst, dann wechseln ihn oder gib nach. Im Zweifelsfall muss der Schurke eben aus der Deckung kommen.
Funktionalist:
Wir hatten doch auch ein Problem mit den Stakes bei Gruppenkämpfen, oder?
ich bekomme das grade nur nicht auf die Reihe.
Gaukelmeister:
--- Zitat von: Destruktive_Kritik am 15.11.2008 | 13:30 ---Wir hatten doch auch ein Problem mit den Stakes bei Gruppenkämpfen, oder?
--- Ende Zitat ---
Richtig. Ich füge das mal als sechste Frage ein:
(vi) Stakes bei mehreren Superhelden
Wenn mehrere Superhelden gleichzeitig gegen den Schurken kämpfen, scheint es wichtig zu sein, die Stakes so zu setzen, dass das Gewinnen oder Verlieren der einzelnen Spielerstakes unabhängig voneinander möglich ist. Denn andernfalls werden widersprüchliche Fortschreibungen der Geschichte erfordert. Wenn beispielsweise alle Superhelden verhindern wollen, dass MadChaos das Gift ins Trinkwasser schüttet, und zwei Helden verlieren, während einer gewinnt, dann ist unklar, was denn nun tatsächlich passiert. Andererseits scheint es nahe liegend, dass die Superhelden zumindest in einem Endkampf alle das Ziel haben, den Schurken zu vernichten/aufzuhalten etc. Hier sinnvolle Stakes zu finden, die unabhängig voneinander sind, erscheint sehr schwierig. Wie macht ihr das?
@ 1of3
Dank dir für die Hinweise!
--- Zitat von: 1of3 am 15.11.2008 | 13:12 ---i) Nur Color
--- Ende Zitat ---
Dacht ich's mir doch. Dann brauche ich die Spieler vielleicht nicht ganz so sehr damit quälen, dass sie ihre Aspekte auf beiden Seiten aufteilen müssen. Das hat bisher immer zu Problemen geführt, die man sich dann auch einfach nicht machen muss.
--- Zitat von: 1of3 am 15.11.2008 | 13:12 ---ii) Wenn es eine vernünftige Erklärung gibt, wieso nicht nur die Schergen leiden, warum sollten dann nicht auch andere Aspekte dran sein? Zumindest der Plan dürfte wohl gar kein Problem darstellen.
--- Ende Zitat ---
Klar - wenn es eine vernünftige Erklärung gibt, dann ist das kein Problem.
--- Zitat von: 1of3 am 15.11.2008 | 13:12 ---iii) Bin ich mir grad unsicher: Geht es dir jetzt um Enrichment oder Conflict Scenes?
--- Ende Zitat ---
Mir geht es um Conflict Scenes. Die Frage ist: Wie können Spieler Conflict Scenes initiieren? Als SL habe ich es relativ leicht: ich will ja mit meinem Plan u. a. irgendwelche Aspekte der Superhelden angreifen. Hier ist der Konflikt ziemlich leicht zu finden. Aber wie finden Spieler relevante Konflikte, solange sie nicht wissen, was der Superheld eigentlich plant? Natürlich kann man sagen: Hey, wir machen einen Konflikt. Aber das erscheint mir zu lahm, wenn es nicht mit der Geschichte verknüpft wird.
--- Zitat von: 1of3 am 15.11.2008 | 13:12 ---v) Das ist doch der Witz. Wenn dir nichts einfällt, wie du auf den laufenden Kampfstil reagieren kannst, dann wechseln ihn oder gib nach. Im Zweifelsfall muss der Schurke eben aus der Deckung kommen.
--- Ende Zitat ---
Hierzu zwei Sachen: (i) Man könnte sagen, dass man mit zwei Karten einer anderen Farbe weiter im Kampf bleiben kann, ohne dass man dies im Heft zwingend als Wechsel des Kampfstils zeichnen müsste. An der Mechanik änderte sich in diesem Fall nichts. (ii) Da Schergen keine Superpower haben, können sie darauf nicht mir einer Eskalation reagieren, sondern wären immer zu einem Wechsel des Kampfstils gezwungen. Das wäre eine klarer Nachteil im Konflikt. Darauf kann man nun damit reagieren, dass man sagt: Es sind ja auch nur Schergen. Andererseits gibt es im Regelwerk (so weit ich das sehe) keine eigenen Regeln für Kämpfe gegen Schergen - man könnte also auch versuchen, diese Kämpfe "fair" abzuhandeln.
Gaukelmeister:
@ alle, die sich bisher vornehm zurück gehalten haben
Freitag möchte ich das nächste Mal WGP spielen. An euren Überlegungen wäre ich also sehr interessiert :)
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