Medien & Phantastik > Sehen
Filme, die keiner kennt, die aber durchaus Beachtung finden könnten
CrazyDwarf:
Ich fand ihn bescheiden. Verteufelt Rollenspiel als Realitätsflucht. Das ins "Heroquest saugen" wie du es nennst findet nämlich nur in Hanks Wahnvorstellungen statt.
Ein:
@DeadRomance
Ja, schon mehrmals. Der ist richtig schön trashig. Eigentlich sollte den jeder Rollenspieler gesehen, damit er weiß, womit er sich einlässt. ;D
Selganor [n/a]:
Originaltitel ist "Mazes&Monsters", die wohl umfangreichste Site zu dem Film: http://www.spookylibrarians.com/mazes.html
Ein:
Habe vor ein paar Tagen Pen-Ek Ratanaruangs Last Life in the Universe gesehen, ein ruhiger Film, der sich nicht um Charakterisierung oder Plot schert, sondern manchmal surrealistisch die Geschichte zweier Vereinsamter erzählt, die langsam zueinander finden.
Kenji, gespielt von Asano Tadanobu, ein introvertierter, obsessiver Bibliothekar mit einer fragwürdigen Vergangenheit und Selbstmordabsichten, und Noi, eine gradlinige, kettenrauchende Hostess trefen durch seltsame Umstände aufeinander und leben einige Tage in Nois heruntergekommenem Haus zusammen. Trotz ihrer Sprachschwierigkeiten und ihrer vollkommen entgegengesetzter Charaktere finden sie dennoch im anderen einen Grund, weiter in das Leben zu glauben.
Last Life in the Universe kommt ohne Melodrama und Liebesszenen aus. Die Entwicklung wird angedeutet, aber nie dargelegt. Im Grunde ist es auch kein Liebesfilm, sondern eher eine Charakter-, vielleicht auch Gesellschaftsstudie vor der Kulisse des modernen Thailands, die viel Platz zum Nachdenken lässt.
Die sehr gute Kameraführung stammt übrigens von Christopher Doyle.
AlexW:
"Escape from Afghanistan", russischer Film.
*Ganz* anders als die westliche "Kriegsaesthetik": nach dem Film hab ich geheult wie ein Schlosshund, wirkt sehr Doku-haft.
Handlung: Ein Reporter und ein Arzt kommen in ein Pakistanisches Gefaengnis, wo russische POWs festgehalten werden, um Interviews mit denen zu machen. Es muss in einem der Hoehlenkomplexe in den Bergen sein, genau wird das nie gesagt. Irgendwann in den 80igern.
Von den "Interviews" (Fehlschlag, die Jungs sind total verstoert) aus versuchen die Russen, abzuhauen. Dann eine *Menge* Aufnahmen von Kaempfen in den Hoehlen. Keine Kriegsaesthetik, die Kaempfe wirken nicht inszeniert, dreckig, es wird oft nichtmal klar, wer schiesst. Das ganze sachlich, passagenweise unterkuehlt, keine grossen inneren Konflikte, dafuer abgefahrene Szenen (zwei Russen rauchend auf einem Leichenberg, und nicht so huebsch wie "Thin Red Line"), und eine Atmosphaere, die mich aus den Socken gehauen hat.
Kein Action-Film wie normale westliche Action-Filme. Dreckig, boese, finster. Und absolut hoffnungslos.
Nichts fuer zarte Gemueter. Aber sehenswert. Auf IMDB hat den Film keiner verstanden, wie man an den Kommentaren sehen kann.
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