Medien & Phantastik > Sehen
Inglourious Basterds
Uebelator:
--- Zitat von: Imago am 31.08.2009 | 12:48 --- (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Brühl, als Scharfschütze auf der Leinwand, kennt diese Zwiespältigkeit dann aber garnicht mehr. Der ist schlicht eine Aufträge erfüllende Tötungsmaschine die nicht aus Rache handelt, sondern rein auf Befehl. Ihre Gegner sind keine "Menschen" sondern Ziele die eins nach dem anderen ausgeknipst werden. Eine andere Handlung gibt es nicht.
--- Ende Zitat ---
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Brad Pitt, als Basterd auf der Leinwand, kennt diese Zwiespältigkeit dann aber garnicht mehr. Der ist schlicht eine Aufträge erfüllende Tötungsmaschine die nicht nur aus Rache handelt, sondern auch auf Befehl. Seine Gegner sind keine "Menschen" sondern Ziele die eins nach dem anderen ausgeknipst werden. Eine andere Handlung gibt es nicht.
Sicherlich wird in dem Film auch mal ein deutscher Soldat gezeigt, der nicht einfach grimmig in die Gegend guckt und Juden tötet, sondern der ein Vater ist und mit Freunden feiert. Nichtsdestotrotz kam mir das Ganze so wenig reflektiert vor wie z.B. Jason Statham, der in Crank bei jubelndem Publikum die Gangster wegpustet. Und gerade das ist es, was mir im Zusammenhang mit dem zweiten Weltkrieg ein wenig sauer aufstößt.
Imago:
Jey, Spoiler Diskussion. :D
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Auch wenn Aldo Raine ja wirklich für diese Art der Wahrnehmung ja wirklich prädestiniert ist ... die Finger-im-Bein Szene und so, denke ich schon, das das effektiv durchbrochen wird. Es wird mit dieser Gleichsetzung gespielt, aber sie wird denke ich auch aufgelöst.
Und naja, das Soldaten jetzt auch auf Befehl handeln ... müssen wir das wirklich diskutieren?
--- Zitat ---auch mal ein deutscher Soldat gezeigt, der nicht einfach grimmig in die Gegend guckt und Juden tötet
--- Ende Zitat ---
Gibt es einen der irgendwie eine Sprechrolle hat der so darsgestellt wird?
Der Witz ist doch gerade das man das Gefühl bekommt das die den Tod umso mehr verdient haben, gerade weil sie als normale Menschen dargestellt werden, weil sie das alles so leicht nehmen und es als so komplett natürlich ansehen das sie im besetzen Paris mal einen deutschen Kinoabend machen.
Oder das eine Französin einem zu Füssen liegt, weil man ist doch immerhin Kriegsheld für das Töten ganz vieler ... Franzosen. Und dann gönnt man ihr auch noch die Ehre das ein deutscher Propagandafilm in ihrem Kino laufen darf.
"We are the master race, aren`t we?"
Das Ekelhafteste in dem Film war für mich nicht die Splatterei sondern der Sahnelöffel. Sind schon kultivierte Killer, diese Nazis, was?
Ich dachte eigentlich als ich rauskam, dass wäre eigentlich ein Film den sogar Neonazis sich anschauen sollten, weil da das selbst zusammengestrickte Weltbild vom "heldenhaften, ritterlichen Verteidiger der weißen Rasse" so wunderschön dekonstruiert wird.
Scheint ich habe mich doch geirrt. Die einschägigen Fascho - Postillen bringen da nämlich genau dieselbe Reaktion:
"Bäh, die Juden sind ja genauso schlimm wie die Nazis ... was wollen die eigentlich?"
Man könnte sich auch einfach fragen ... warum machen diese ach so fiesen, jüdischen Killer denn sowas? Weil sie durch die Bank Psychopathen sind?
Oder hat da jemand einen Stein ins Rollen gebracht, wo am Ende der Spur jeder Beteiligte der davon erwischt wurde aus einer "normalen Perspektive" als Psychopath dastehen muss? Glaubst du ernsthaft an die Möglichkeit von humanitärem und chirurgischem Krieg?
Tarantinos Nazis sind halt keine Mooks ala HdR Orks die nur zum wegballern da sind ... aber durch das wofür sie stehen, hätte man fast gerne das es welche wären.
Ich muss sagen ich fand den Film sehr reflektiert und habe mich drüber gefreut, das der einen deutlich unverkrampfteren und trotzdem konsequenten und nicht irgendwie ekligen Umgang mit der NS-Zeit hinbekommen hat.
Ich glaube fast wir waren in zwei unterschiedlichen Filmen. :o
Oder ich interpretiere da Sachen hinein die ich aufgrund meiner indivdiuellen Prägung so sehe, aber sonst niemand. Kann ja auch sein. Wie sehen die anderen das denn so?
Uebelator:
--- Zitat von: Imago am 31.08.2009 | 13:40 --- (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Tarantinos Nazis sind halt keine Mooks ala HdR Orks die nur zum wegballern da sind ... aber durch das wofür sie stehen, hätte man fast gerne das es welche wären.
--- Ende Zitat ---
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Ums vielleicht nochmal verständlicher auszudrücken: Der Punkt, der mich bei dem Film gestört hat, ist dass das Kinopublikum gejubelt hat, als die ach so menschlich dargestellten Nazis skalpiert, erschossen, erschlagen oder sonstwie getötet wurden. Nun könnte man sagen, das Kino war vollbesetzt mit Idioten, aber was mich noch viel mehr stört, ist die Tatsache, dass ich glaube der Film zielt auf genau so eine Reaktion beim Publikum ab. Und das finde ich vor dem halbwegs realistischen Hintergrund etwas... bedenklich.
Imago:
Mmmh, die Punlikumsreaktionen gab es bei uns in der Form garnicht. kA.
Die Werbekampagne vorher mitsamt Trailer ging ja sehr in die Richtung, und hat auch dahingehend Erwartungshaltung aufgebaut.
Fand ich aber eigentlich ganz intelligent gemacht, weil gerade diese Erwartungshaltung (die ich auch hatte, als ich in den Film bin ... wo ich mich halt nachher gefragt habe was ich im Gegnzug dazu wie der Film wirklich war, davon gehabt hätte wenn sie wirklich eingelöst worden wäre) ja durchbrochen wurde.
Visionär:
Am Ende hat das Publikum applaudiert. Das kommt in Paris selten vor.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln