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Inglourious Basterds

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First Orko:
Gestern gesehn und positiv überrascht. Nach den bisherigen Kritiken war ich mir nicht mehr wirklich sicher, was mich da erwartet. Aber letzendlich ist es doch ein "richtiger" Tarantino geworden!
Die Gewalt überwiegt mMn nicht und wird meist sinnvoll eingesetzt. Die heftigste Szene im ganzen Film war für mich sowieso gleich die erste... der Dialog zwischen Landa und dem Bauern ist einfach genial, diese absolut bedrohliche Stimmung, die Christoph Waltz durch seine Präsenz rüberbringt - grandios! (Die Szene ging mir irgendwie auch nahe... obwohl hier eigentlich recht wenig gezeigt wird.)

Ansonsten die üblichen Zutaten: geradliniger Plot, grandiose Dialoge, ein Schuss exzessive Gewalt plus gute/bekannte Schauspieler.

Kritikpunkte: Einige Szenen wirken zT etwas fehl am Platz oder gleich ganz überflüssig, aber vielleicht fehlt mir da einfach das nötige Filmwissen im B- und C-Moviebereich (kann mir einer die Großaufnahme der Sahner erklären?? Und diese Erklärung über das hochentzündliche Filmmaterial fand ich auch irgendwie überflüssig...)
Außerdem wurde ich nicht richtig schlau aus Daniel Brühls Charakter... stellenweise wird angedeutet, dass er sich schon irgendwie schämt für seine Tat, führt sich aber trotzdem auf wie Arschloch vor dem Herrn.

Alles in allem wars die 9,60€ (!!!) wert.

hexe:
Brutale Gewalt, scharfsinnige Dialoge, abgefahrene Charaktere, göttliche Szenen, historische Korrektheit nicht vorhanden, Waltz als Hans Landa einfach nur großartig! Ich mochte ihn.

MadMalik:
Alternativtitel könnte sein; 'MP-40: Der Film'
Aber war schön, schon allein weil das 'Alle Deutschen=Nazis die sterben müssen' eben nicht so
deutlich und sauber rüberkam. Von dem Soldat mit der Tapferkeitsmedallie die er sich mehr als
verdient hat bis hin zu dem jungen Vater der nur nach Hause will (plus vorige, feuchtfröhliche
Trinkspielrunde), kam genug Menschlichkeit in den unteren Rängen des deitschen Fussvolks
raus.
Aber ansonsten, wunderbare Pulpstory mit harten Gewaltszenen, die aber nie unpassend waren.

//Brühls Charakter hat sich schon ganz schön ins Zeug gelegt um die junge Französin zu
beeindrucken. Alle seine Fäden gezogen obwohl, sogar dem Propagandaminister die Stirn
geboten, damit die Kleine ihre große Chance bekommt. Und sie zeigt keinen funken
dankbarkeit. So Arschlochig hat er sich jetz gar nicht benommen. Sich dafür zu schämen,
dass man dafür bewundert wird Mörder zu sein schliesst halt nicht aus, dass man angepisst
sein darf wenn man seine eigenen Einfluss weit überdehnt und als Dank gar nichts zurückkommt,
nichtmal ein Danke. *schulterzuck*

Boni:
Es gibt übrigens einen Trailer zu Stolz der Nation!

Imago:

--- Zitat ---Auch wenns Nazis sind, kann ich mit dieser "Alle Nazis sind Schweine und verdienen einen schmerzhaften Tod"-Einstellung nicht viel anfangen, denn dadurch ist der Film letztlich auch nichts anderes als Göbbels fiktiver Propaganda-Streifen "Stolz der Nation", in dem ein heldenhafter deutscher Heckenschütze massenhaft Amerikaner abknallt und in der Freizeit noch Hakenkreuze schnitzt.
--- Ende Zitat ---

Mein Senf dazu:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Ich denke gerade das ist die Zwiespältigkeit die der Film rüberbringen möchte. Die Nazis müssen um jeden Preis aufgehalten werden, aber diejenigen die dafür wirklich aufs Ganze gehen verlieren ebenfalls den Moral Highground. Es gibt keinen Krieg in dem auf der einen Seite Paladine des Guten stehen und auf der anderen das Böse schlechthin, und in dem am Besten noch "oh, so total ehrenvoll" gekämpft wird. Andererseits kann es den Moral Highground im Umgang mit dem Nazi-Regime garnicht geben, denn einfach pazifistisch zuzusehen wäre mindestens eben so verwerflich. Dann noch einen Schuss Rache für den Holocaust dazurühren ... (mir fällt es schwer zu sagen ob ich mich nicht auch blutig rächen wollen würde wenn meine komplette Verwandschaft im KZ gelandet wäre) und fertig ist der Konflikt.
Gerade weil die Nazis keine "Schweine" sind, sondern "Menschen" wie ihre Gegner auch, ist so ein Konflikt halt immer dreckig.
Gerade das einige von ihnen etwas anderes erwarten, und sich immer noch in ihrer Rolle als "edle Krieger" sehen macht das Ganze ja so tragisch-komisch.

Und wer dabei hilft halb Europa zu verwüsten, Millionen Menschen zu vergasen und Kriegsverbrechen ohne Zahl zu begehen, muss damit rechnen das am Ende die eigenen Kinder keinen Vater mehr haben und das ganze Stadtkerne oder halt auch ein Kino brennen, in dem sich ja nicht nur die NS - Größen sondern auch ihre Verwandschaft befunden hat.
Man darf sich zB fragen, ob man selbst in der Situation dieses Kino (einzige Chance alle auf einmal zu erwischen, den Krieg vorzeitig zu beenden) in Brand gesetzt hätte wenn zB Goebbels mit seinen 6 Kindern da aufgelaufen wäre.
Gibt keine einfache Antwort auf diese Frage, oder?

Brühl, als Scharfschütze auf der Leinwand, kennt diese Zwiespältigkeit dann aber garnicht mehr. Der ist schlicht eine Aufträge erfüllende Tötungsmaschine die nicht aus Rache handelt, sondern rein auf Befehl. Ihre Gegner sind keine "Menschen" sondern Ziele die eins nach dem anderen ausgeknipst werden. Eine andere Handlung gibt es nicht.

Während Tarantino die Nazis halt dann doch sehr wohl als Menschen mit eigenen Gefühlen und Motivationen darstellt.
Wurden die angetrunkenen Wehrmachtssoladten in der Bar, auf der Feier für den frischgebackenen Vater, als reine Monster/Schweine präsentiert? Ich denke nicht. Dehumanisierung des Gegners (oder Opfers) ist eine "Kunst" die bisher nur die Nazis zur Perfektion getrieben haben.
Auch der wirkliche Fredrick Zoll will ja garkein böser Nazi sein, und Shosannas Ablehnung kann er ja auch garnicht nachvollziehen.
Andererseits ist er dadurch ja an sich nur noch schlimmer ... und er will zwar nicht stolz darauf sein Leute zu töten, aber er identifiziert sich auch nicht gerade wenig mit seiner neu gefundenen (und darauf aufbauenden) Rolle als Held.

Die Basterds dagegen sind schon recht skrupellose Freaks denen man nicht Nachts auf der Straße begegnen möchte, aber man kann ihnen ihre Eigenmotivation doch schon ganz gut abnehmen. Und Aldo beweist ja seine Menschlichkeit auch ganz am Schluss ironischerweise dadurch das er Landa eben nicht als "Kriegsheld" überstellt sondern ihm ein Abschiedsgeschenk mit auf den Weg gibt.

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