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[Calshedra] Mechanik der Fertigkeitenanwendung

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Holothuroid:

--- Zitat ---Besitzen Systeme nur dann eine Existenzberechtigung, wenn sie einen "Mehrwert" bieten?
--- Ende Zitat ---

Nein. Nicht zwangsläufig. Es gibt auch Rollenspiele, die nicht zum Spielen gedacht sind. Aventurien Fighters, DORP RPG kommen mir an deutschen Produkten in den Sinn. Die sollen gar nicht funktionieren. Wenn jemand das Produkt aber spielen soll, sieht die Sache... geringfügig anders aus.

Was die mangelnde Intersubjektivität angeht, können wir das ja mal auseinander nehmen. Du nimmst zwei Werte (Attribut, Fertigkeit) und kommst dann mit erheblichem Aufwand zu einem Ergebnis (Erfolgsgrad). Das kann ich einfacher. Da ist kein Vertun.


--- Zitat ---Den letzten Satz müsstest Du mir bitte nochmal erklären 1of3, den habe ich nicht ganz verstanden. Nicht das Rechnen soll die Spannung erzeugen, sondern das Unterbieten der Fertigkeitsstufe mit den Würfeln. Nach diesem Prinzip laufen doch alle Zufallssysteme ab, oder?
--- Ende Zitat ---

Du sagst, es sei ja eine interessante Entscheidung das Zauberschwert zu benutzen oder nicht. Tja, das ist nicht der Fall, sondern braucht nur Kenntnis einfacher Wahrscheinlichkeitstrechnung. Erwartungswerte nämlich. Dann ist das "interessante" Problem schon gegessen.

Seibrich:

--- Zitat von: 1of3 am 25.02.2009 | 21:16 ---Nein. Nicht zwangsläufig. Es gibt auch Rollenspiele, die nicht zum Spielen gedacht sind. Aventurien Fighters, DORP RPG kommen mir an deutschen Produkten in den Sinn. Die sollen gar nicht funktionieren. Wenn jemand das Produkt aber spielen soll, sieht die Sache... geringfügig anders aus.
--- Ende Zitat ---

Kommerzielle Rollenspiele, die nicht zum Spielen gedacht sind? Ok, dann nehme ich das so hin; keine Ahnung, was diese Systeme dann bezwecken sollen. Allerdings erdreiste ich mich jetzt einmal zu behaupten, daß ich in diesen Gefilden außer Konkurrenz laufe. "Mein" System ist zum Spielen gedacht und ich weiß nicht, wie Du darauf kommst Paralellen zwischen diesen Systemen und meinem zu ziehen...


--- Zitat von: 1of3 am 25.02.2009 | 21:16 ---Was die mangelnde Intersubjektivität angeht, können wir das ja mal auseinander nehmen. Du nimmst zwei Werte (Attribut, Fertigkeit) und kommst dann mit erheblichem Aufwand zu einem Ergebnis (Erfolgsgrad). Das kann ich einfacher. Da ist kein Vertun.
--- Ende Zitat ---

Inwiefern die von Dir angedeuteten Regeln, ausgehend von zwei Werten, "einfacher" sind, sei mal so dahingestellt. Allerdings könntest Du mir ein paar solche Eigenkreationen präsentieren, wenn Du Lust und Laune hast. Bin immer aufgeschlossen für derlei Dinge. (Ich hoffe jetzt mal schwer wir reden jetzt nicht von schlichten Additionen zweier Werte, die dann unterwürfelt werden müssen?)


--- Zitat von: 1of3 am 25.02.2009 | 21:16 ---Du sagst, es sei ja eine interessante Entscheidung das Zauberschwert zu benutzen oder nicht. Tja, das ist nicht der Fall, sondern braucht nur Kenntnis einfacher Wahrscheinlichkeitstrechnung. Erwartungswerte nämlich. Dann ist das "interessante" Problem schon gegessen.

--- Ende Zitat ---

Du reduzierst eine Spielmechanik auf die pure Stochastik? Ok. Unter diesen Gesichtspunkten kann man jedes (und zwar wirklich jedes) System auseinanderbauen und bis in letzte Detail zerlegen. Was am Schluss rauskommt, ist eine Wahrscheinlichkeit. Die gleiche ich dann mit den anderen Wahrscheinlichkeiten ab und nehme die erfolgsversprechendere Variante. Und was bringt uns jetzt diese Erkenntnis? Alle Handlungsalternativen regelseitig streichen? Nicht ernsthaft, oder? Wenn dem so wäre, gäbe es nirgends mehr Balancing-Diskussionen, weil die hätten sich dann ein für allemal erledigt.
Gemäß dieser Logik kann man nahezu alle Systeme vom Markt nehmen, wenn Powergaming betrieben wird. Insofern verstehe ich jetzt nicht, wo genau der Sinn Deiner werten Aussage zu finden sein könnte.
Du erklärst, es handelt sich um eine simple Stochastik-Rechnung und die muss man ja nur einmal machen, um zu wissen, welche Variante die Bessere ist. Mal abgesehen von kleineren Detailfehlern dieser Aussage frage ich mich gerade, bei welchen Systemen dies nicht der Fall ist?

Folgerichtig Deinen Gedanken zuende gebracht muss man allerdings noch erwähnen, daß bei meinem Beispiel mit dem +10-Schwert zwei verschiedene Aspekte greifen. Wie ich oben bereits erwähnt hatte, hat der Spieler die Wahl zwischen zwei verschiedenen Möglichkeiten: Risiko mit der Möglichkeit, höheren Schaden zu verursachen oder die risikoärmere Variante mit dem Nachteil, weniger Schaden auszuteilen. Eine reine stochastische Analyse ist hier ebenso wenig zweckdienlich, wie in anderen Lebensbereichen: der eine mag das Risiko und investiert sein Geld in Risikoanlagen, der andere hingegen belässt es bei den Sparkonten.


Schöne Grüße
Seibrich

Merlin Emrys:

--- Zitat von: sir_paul am 25.02.2009 | 11:45 ---Erstmal ein Kritikpunkt, eingängig finde ich das System nicht! Rechne mal 17% von 16 ohne Taschenrechner aus ;).
--- Ende Zitat ---
Och, wenn nur ganzzahlige Ergebnisse zulässig sind (was ich aber nicht weiß, sondern hier nur setze), ist es nicht so schwierig zu approximieren: 17% liegt zwischen 20% (1/5) und 15 % (so ganz ungefähr 1/6, eigentlich 16,6 %, aber 15% merkt sich besser ;-) ).  16/5 sind knapp über 3; 16/6 ist knapp über 2,5. Als ganzzahliges Ergebnis kommt also nur 3 in Frage :-) . Wenn man's genauer haben will, wird es in der Tat schwieriger... aber eigentlich auch nur, wenn kein Taschenrechner auf dem Tisch liegt, und Taschenrechner würde ich jetzt schon fast als Bestandteil jeden Haushalts ansehen.


--- Zitat von: Seibrich am 25.02.2009 | 11:28 ---Ich bin für alles offen... und sehr sensibel. ;)
--- Ende Zitat ---
Na, ob Du dann hier richtig bist...?

Was die Regelung mit den Boni angeht, würde ich über den Daumen sagen, es lohnt sich bei recht geringen Fertigkeitswerten, sie zu nutzen. Bei hohen Fertigkeiten wird der "Zugewinn" anteilig weniger erheblich (da ja nur das Attribut verrechnet wird) und der Verlust an Chancen fällt mehr ins Gewicht. Ob das nun logisch ist, daß ein 'Profi' von einer wie auch immer verbesserten Waffe weniger profitiert, weiß ich nicht, mir kommt es eigentlich eher seltsam vor.

Holothuroid:

--- Zitat ---Ok, dann nehme ich das so hin; keine Ahnung, was diese Systeme dann bezwecken sollen.
--- Ende Zitat ---

Das wär dann Kunst, möcht ich meinen.


--- Zitat ---Inwiefern die von Dir angedeuteten Regeln, ausgehend von zwei Werten, "einfacher" sind, sei mal so dahingestellt. Allerdings könntest Du mir ein paar solche Eigenkreationen präsentieren, wenn Du Lust und Laune hast. Bin immer aufgeschlossen für derlei Dinge. (Ich hoffe jetzt mal schwer wir reden jetzt nicht von schlichten Additionen zweier Werte, die dann unterwürfelt werden müssen?)
--- Ende Zitat ---

Addieren ist nicht schön. Da hätte man ja auch gleich einen Wert nehmen können. Aber ja, das würds zur Not tun.

Was machen wir dann? Wie wärs mit 1Wx für den Fertigkeitswert von W4 bis W12? Die Maximalzahl ist ein Fehlschlag andere Ergebnisse werden mit dem Attribut multipliziert. Macht sogar was ähnliches wie deine Prozedur.

Man könnt jetzt anfangen Würfelzahl, Würfeltyp(en), abgeprüfte Mindestwürfe /  Maximalwürfe / Päsche, Re-rolls, Explosionen, das nicht Würfeln einzelner Würfel und liegengelassene Würfel durchzupermutieren, aber das ist mir jetzt gerade zu stressig.



--- Zitat ---Du reduzierst eine Spielmechanik auf die pure Stochastik?
--- Ende Zitat ---

Nein, dass hast du selber getan. Ich habe nur pure Stochastik auf pure Stochastik reduziert. Da war ja nichts Anderes. Du hast ausgeführt - nach massig Vorgelaber -, wie man Eingangsvariablen in Ergebnisse verwandelt.

da sammer awesome

Merlin Emrys:

--- Zitat von: 1of3 am 25.02.2009 | 23:12 ---Aber ja, das würds zur Not tun.
--- Ende Zitat ---
Man könnte auch Kartoffeln einfach kochen. Das würd's zur Not gewiß tun. Trotzdem ist es gar nicht so unüblich, ihnen eine Prise Salz zu geben und sie gar zuvor aufwändig zu schälen (völlig unnötig, außer um den Geschmack zu verbessern, Pedanten behaupten sogar, sie wären gesünder, wenn man die Haut dranließe). Sie zu schneiden, sie gar anschließend noch in die Pfanne zu tun, ist wirklich völlig überflüssig (außer um den Geschmack zu verbessern; Pedanten behaupten sogar, das zusätzliche Fett wäre ganz schlecht für die Gesundheit). Oder sie gar aufwendig in die Form von Kartoffelklößen zu bringen, was Stunden kostet und völlig überflüssig ist (außer um den Geschmack zu verbessern). Oder ihnen bestimmte Formen (geriffelt oder so) zu geben, ist nichtmal für den Geschmack wichtig, sondern nur für die Ästhetik. Völlig überflüssig, wirklich, die Kartoffeln würden einfach gekocht genauso eßbar sein. Und trotzdem wird es gemacht, und es erfüllt damit einen Zweck.

Anders ausgedrückt: Zuweilen ist genau das Abweichen von der simpelst-möglichen Lösung gewinnbringend. Obwohl die es "zur Not tun würde".

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