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WoW ab 18?
JS:
--- Zitat von: Kinshasa Beatboy am 3.03.2009 | 03:49 ---Ansonsten ist vielleicht in dieseam Zusammenhang der folgende Artikel interessant. War vor ein paar Monaten mal bei einer Recherche darauf gestoßen: Klick Es handelt sich dabei sicherlich um einen Extrem-, aber keineswegs um einen Einzelfall.
--- Ende Zitat ---
Ich weiß nicht, wieviel Wahrheitsgehalt in dem Text steckt, denn er klingt schon ziemlich konstruiert: vom Idealtypen zum Totalversager durch WoW. Die Kommentare dazu stimmen allerdings nachdenklich, z.B.
"Ich habe beim Lesen gedacht, ich lese die Geschichte meines Sohnes. Er hat - bis auf kleine Abweichungen - die gleiche Geschichte! Er hat weder die weiterführende Schule geschafft, noch eine Lehre. Er sitzt mit fast 23 immer noch vor seinem Computer - mittlerweile allerdings in einer eigenen “Wohnung”, in die er niemanden hineinlässt - und zockt. Wir konnten es nicht mehr ertragen, ihm bei seinem Verfall zuzuschauen. Wenigstens arbeitet er ein wenig, um sein Essen zu finanzieren. Für eine Freundin hat auch er keine Zeit. Dieses Spiel hat ihm seine Lebensfähigkeit entzogen!
Wir als Eltern haben es nicht geschafft, ihn da raus zu holen. Er muss jetzt seinen Weg gehen und er wird irgendwann erkennen müssen, dass ihm das Spiel sein Leben nicht zurückgibt."
"Ich glaube schon, dass der Bericht real ist, habe ich ihn doch bei meinem Sohn ähnlich erlebt. Als wir ihm damals das Internet “abgedreht” haben, ist er 3 Monate nicht mehr aufgetaucht und ich wusste auch die ersten Wochen nicht, wo er sich aufhält. Hat sich seinen Rechner genommen und hat sich bei einem Kumpel eingenistet. Der hat sich das aber auch irgendwann nicht mehr mit anschauen wollen und hat ihn wieder rausgeschmissen. Danach hat er sich was eigenes gesucht. Diese Leute bauen sich ihre eigene Welt, lügen sich ein Gebilde zurecht, dass die Umwelt anfangs auch glaubt. Als ich ihn nach diesen 3 Monaten zum ersten Mal wieder gesehen habe, war er abgemagert, hatte “viereckige Augen”, wie man so schön sagt” und stand ziemlich neben sich. Sogar die Körperhygiene hat gelitten! Und er behauptete immer noch, dass er nicht süchtig sei. Aber auch eine Suchtberatung hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Er hat zwei Termine wahrgenommen und hat dann alle weiteren Termine gecancelt. Das Suchtpotenzial schätze ich persönlich bei diesem Spiel für nicht gefestigte Jugendliche und junge Erwachsene als sehr hoch ein."
Ein:
--- Zitat ---Legitimationen sind zumeist eher subjektiver Natur.
--- Ende Zitat ---
Nicht rechtmäßig/gültig (legitim) und Rechtfertigung (Legitimation) durcheinander werfen.
--- Zitat ---und amcht die Situation auch nicht besser
--- Ende Zitat ---
Gelangweilte und/oder internetsüchtige junge Erwachsene, die in einem Internetforum über so einen Unsinn reden, aber auch nicht.
Bei dem Thema Sucht spielen immer zwei gegeneinander laufende Kräfte eine Rolle, der Individualismus der Personen und die kollektistischen Schutzmechanismen und Traditionen der Gemeinschaft. In diesem Gefüge aus Freiheiten und Bestimmungen muss jede Gesellschaft ihr eigenes Gleichgewicht immer wieder aufs Neue finden.
Lord Verminaard:
Nur am Rande möchte ich erwähnen, dass mich ein bestimmtes Argument in politischen Diskussionen (denn eine solche ist die Diskussion über eine Altersbeschränkung ja) immer wieder erstaunt. Und das geht so: XY wäre Aufgabe der Eltern, die Eltern versagen, also kann die Allgemeinheit bzw. der Staat nichts tun.
Hä?
Die Logik erschließt sich mir nicht. Wenn die Eltern bei ihren Aufgaben versagen, dann ist das doch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, im Gegenteil?! Es ist doch offenkundig, dass viele Eltern heutzutage überfordert oder ggf. nicht mal Willens sind, ihre erzieherischen Aufgaben zu erfüllen. Das ist ein Problem der Allgemeinheit, und zwar ein verdammt großes, und die Allgemeinheit täte gut daran, über Lösungsansätze nachzudenken, statt sich mit Schuldzuweisungen zu begnügen.
Was WoW & Co. angeht, habe ich vor einer Weile mal einen älteren Artikel gesehen, dem eine recht aufwendige Umfrage unter Everquest-Spielern zugrunde lag. Anhand der Ergebnisse war schon augenfällig, dass jedenfalls in bestimmten Bereichen die 12- bis 18-jährigen stärker zu „Suchtverhalten“ (jetzt mal untechnisch gesprochen) neigten. Mangelnde persönliche Reife und vielleicht auch ein gesteigertes Bedürfnis nach sozialer Anerkennung, die in einem MMO leichter zu bekommen ist als im echten Leben, mag man als Gründe mutmaßen.
Inwieweit ein Verbot dann dazu führt, dass Jugendliche nicht spielen? Na ja, die Effektivität dürfte niedriger als bei hartem Alkohol und höher als bei harten Pornos sein, aber immerhin wäre es ein Signal, dass das Problem erkannt und ernst genommen wird. Andererseits scheint mir, dass man mit einem Rechner und einem DSL-Anschluss auch ohne MMO genügend suchtgefährdenden Aktivitäten ausgesetzt ist...
Pesttanz:
--- Zitat von: Lord Verminaard am 3.03.2009 | 10:02 ---Andererseits scheint mir, dass man mit einem Rechner und einem DSL-Anschluss auch ohne MMO genügend suchtgefährdenden Aktivitäten ausgesetzt ist...
--- Ende Zitat ---
Dem Internet an sich!!! ;) Wenn alle Eltern darauf achten würden, das ihre Kinder einen gesunden Umgang mit dem Medium Internet pflgen würden, wäre schon ein großer Schritt in die richtige Richtung getan. Die Kinder wurden ihr Sozialleben nicht vernachlässigen und würden lernen verantwortungsvoll mit dem Internt z.B. Online Spielen umzugehen.
Gaming Cat:
Tragische Geschichten von Drogensüchtigen gibt es haufenweise: Medikamenten-, Alkohol-, Tabak- oder Konsumsucht sind da nur Teil des Problems. Bei der extremen Verbreitung von Onlinegames ist es sicher zwingend, dass es eine wachsende Zahl von Süchtigen vor den PC-Schirmen gibt. Soziale Verwahrlosung, Einsamkeit, desinteressierte Eltern und Leistungsterror im Schul/Berufsleben tut den Rest damit (immer mehr?) Menschen abrutschen... :(
ABER: Die Dinger zu verbieten (oder ab 18 freizugeben) löst weder das Problem, noch ist es verantwortbar einer Mehrheit, die mit solchen Suchtfaktoren umgehen kann, etwas zu nehmen, um eine pathologische Minderheit zu "beschützen". Dann müssten WoW-Spieler wohl mit dem Binge Drinking anfangen um Spaß zu haben... ;)
Ich halte Aufklärung (lies: Bildung) für den besseren Weg - zumindest solange man WoW nicht 1:1 neben Heroin und Morphium aufstellen muss...da fehlen aber wohl noch ein paar Studien...
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Ein Mann kommt zum Psychiater und sagt: Meine Frau schickt mich her weil ich so gerne Pfannkuchen esse.
Der Psychiater: Aber guter Mann, das ist doch nicht krankhaft, ich esse ja selbst gerne Pfannkuchen.
Der Patient: Echt!? Wollen wir tauschen, ich habe schon drei Schränke voll!!!!
Pfannkuchen verbieten? ~;D
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