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Warum Attribute?

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ragnar:

--- Zitat von: Tudor the Deadish am 10.03.2009 | 10:03 ---Der Unterschied ist doch, dass das eine die gegebene körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit verwendet und das andere Erfahrung und Erlerntes, also Technik. In meinen Augen ist bei vielen Dingen eine Kombination der beiden sinnvoll, da sowohl das "Potenzial", das man (von Natur aus) mitbringt und die Erfahrung bei einer Aktion wichtig sein kann. So ist es durchaus so, dass man bei einer körperlich anstrengenden Aktivität den Mangel an z.B. Kraft mit entsprechender Technik wettmachen kann oder eben den Mangel an Erfahrung mit überdurchschnittlicher Stärke.
--- Ende Zitat ---
Die Frage ist doch vielemehr was man davon hat, diese Unterscheidung vorzunehmen. Es gibt sicherlich Spieler die es mögen solche "Gegebenes vs. Erlerntes"-Beobachtungen während des Spiels durchzuführen.
Aber abgesehen davon das man mit seinem Spiel diese Spieler ansprechen möchte (oder sie selbst mag) gibt es da eigentlich keine guten Gründe, denn die Übergänge von "Gegebenem" und "Erlerntem" sind sehr oft sehr fließend. Um dein Fußballbeispiel ins Gegenteil umzukehren, lassen sich Schnelligkeit und ganz speziell Ausdauer noch denkbar nachvollziehbar trainieren (Ausdauer hat nunmal weit mehr mit Lebenswandel/Training als mit Erbanlagen zu tun), während die Anwendung einer Technik sehr stark an den kognitiven Fähigkeiten des Spielers hängt (Der Spieler mag Techniken und Spielzüge auswendig kennen, aber wenn er immer seinen Einsatz verpasst, bringt ihm das gar nichts) deren Training möglich aber schwer ist (und nicht sonderlich anschaulich verläuft).

Ist natürlich auch eine Frage wie man das ganze umsetzt. Wenn Attribute (wie z.B. Bei Savage Worlds) nur die Schwierigkeit bestimmen mit der man sich gewisse Fähigkeiten aneignet, statt (wie z.B. bei WOD) Attribut+Fertigkeit zu rechnen, hat man mit dem "Problem" des Intelligenzbolzen der schon aus dem Grundkurs der Physik die Quantenmechanik ableitet weniger zu kämpfen.

Naja und dann gibt es noch solche Kunstgriffe die es schlicht und ergreifend den Spielern überlassen die Fähigkeiten des Charakters zu erklären ("Du hast also einen tollen Wert in Schaden widerstehen aber bist nichtmal mittelmäßig in Sachen Athlethik, was ist deine Erklärung dafür?"). Gumshoe macht das Beispielsweise (hat einen festen Umfang an Fähigkeiten, aber keine Attribute in dem Sinne) und funktioniert ziemlich gut.

scrandy:
Die Frage zusätzlich zur Bedeutung dieser Unterscheidung ist auch:

Kann man Attribute beim gewählten Charakterkonzept überhaupt sinnvoll verwenden?

Gerade Systeme die Attribut+Fähigkeit=Probenwert vorsehen verpassen nämlich oft, dass die Zuordnung zu den Fähigkeiten nicht so ohne weiteres eindeutlig ist. Natürlich kann da das Regelsystem eine Vorgabe machen, welche Fähigkeite zu welchem Attribut gehört, aber logischer wird es dadurch nicht: Denn wie schon gesagt beim Fussball brauch ich mindestens drei Attribute manchmal sogar noch mehr. Da verpufft dann der Effekt der Trennung von Gegebenem und Erlerntem ziemlich schnell, wenn die Zuordnung nicht mal stimmig ist. Außerdem gibt es dann auch noch das oben erwähnte Nischenförderungs-Problem. Nämlich genau dann wenn ich mit meinem Charakter eben nicht fest gewissen Attributen zugeordnet werden kann.

Ein:

--- Zitat ---, dass die Zuordnung zu den Fähigkeiten nicht so ohne weiteres eindeutlig ist
--- Ende Zitat ---
Nun ja, seit der WoD ist es ja eigentlich Gang und Gebe, dass Attribute und Fertigkeiten nicht fest verbunden sind, sondern je nach Situation kombiniert werden.

Ob sich jetzt aber für das Spiel förderlich ist, wenn man vor jeder Probe erst diskutiert, aus welcher Auswahl von Attributen und Fertigkeiten sich der Probenwert zusammensetzt und wie die einzelnen Werte zu gewichten sind, muss jeder für sich selbst entscheiden.

scrandy:
Ja das Diskutieren ist ja schon schlimm genug, aber wenn es wirklich nicht eindeutig ist und der Charakter zwischen 2 Punkte in einem Attribut und 4 Punkte entscheiden müsste, dann ist das nicht nur willkürlich und im schlimmsten Fall unfair, sondern hebelt auch noch das mögliche mehr an Aussagekraft aus, weil es einfach nicht stimmig ist komplexe Aktionen auf ein Attribut runterzubrechen obwohl man weiß, dass man eigentlich mehrere braucht.

Zum Glück ist nWoD bei den Attributen noch gut aufgelöst, so dass der Fall seltener auftritt, aber wirklich gelöst wird das Problem dadurch natürlich nicht.

Ein:
Nun ja, das Problem mit der Zuordnung lässt sich sicherlich, dadurch minimieren, in dem man entweder Attribute so wählt, dass es möglichst wenig Überschneidungen gibt, in dem Sinne fand ich die Soziale Attributstriade bei der WoD (kA ob das bei der nWoD noch so ist) immer schrecklich.

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