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District 9
scrandy:
Sehr genialer Film. Er hat einen gewöhnungsbedürftigen Stil, der nicht jedem gefallen wird. Aber es ist definitiv erfrischend neuartige SciFi und kein Abklatsch von irgendwas. Er fühlt sich jedoch vom Sehfeeling etwas wie Blood-Diamond an.
Leute, die aber eine Heldenfigur brauchen, sollten diesen Film nicht sehen, denn es gibt eigentlich keine wirklich sympatischen Leute und die Menschen sind eh die Bösen(TM) - wenn es denn sowas überhaupt in dem Film gibt.
Außerdem anzumerken ist noch die Brutalität des Films. Wer es nicht mag, dass Köpfe explodieren, Gliedmaßen abgetrennt werden oder jemand vor plastisch angedeutetem Kanibalismus zurückschreckt, der sollte diesen Film definitiv nicht sehen. Mehr kann man diese Gewalt eigentlich nicht visualisieren.
Andererseits wurde gerade in der ersten Hälfte die Absurdität gezeigt, wie Menschen miteinander umgehen können. Gerade die Analogie der tatsächlichen Problem in Südafrika, des Waffenhandels in Dritte-Welt Ländern und dem Aspekt, dass Menschen verschiedener Herkunft immer noch nicht der gleiche Wert zugeschrieben wird, machen den Film zu was besonderem. Hätte man diese Thematik mit Menschen abgedreht hätten viele Zuschauer den Film nicht sehen wollen. Doch gerade durch diesen Fabel-Effekt wird der Film so gut, wie er ist.
Ob das nicht mit weniger Gewalt auch gegangen wäre, ist jedoch die Frage.
MadMalik:
--- Zitat von: knörzbot am 11.09.2009 | 21:12 ---Da liegst Du etwas falsch. Laut der aktuellen SciFiNow wird er doch produziert.
--- Ende Zitat ---
Wird doch produziert, ja. Aber wär Halo gleich gemacht worn, hätten wir kein District 9 bekommen.
Zornhau:
District 9 begann SEHR vielversprechend.
Schade, daß er ab der Mitte zu einem öden, TAUSENDFACH da gewesenen "Buddy-Movie" des Gespanns aus Weiß und SchwarzAnders wurde. - Die endlose Ballerorgie im letzten Drittel hat mich offengestanden ERMÜDET, war wirklich NICHTS Unvorhersehbares mehr drin. - Und sogar der bescheuerte Archetyp des "Smart Kids" mußte drin sein! Kotz!
Bis zur Mitte ein SEHR GUTER Film in ausgesprochen verführerisch den Zuschauer in die Geschichte ziehender Art.
Danach "Flucht in Ketten", "Nur 48 Stunden", "Rambo Teil 9", usw. - nur mit einer Slum-Kulisse und ein paar Aliens aus dem Computer ausgestattetes Drehbuch-Recycling der übelsten Art. - ALLES PLATT! - Flacher geht's nicht!
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Soldaten sind böse. Söldner sind böser. - Böser Schwiegervater ist nicht nur böse, sondern schon immer böse gewesen, und böserweise bei der Regierung - genauer: Bei der BÖSEN Regierung (soviel Zeit muß sein). - Wie man spätestens seit dem fünftausendsten US-Verschwörungstheorie-Film weiß: Regierungsbehörden sind eh immer böse. Und seit Roswell bzw. Area 51 wissen wir, daß Regierungen Steuergelder verschwenden, indem sie Aliens auseinanderschnippeln und das aber geheim halten. - Damit es aber "exotisch" ist, hat man das nach Südafrika versetzt. Und zwar vor allem, damit man mal ohne Angst vor der PC-Selbstzensur über andere RassenArten ein wenig Speziezismus-Äußerungen zeigen kann, zumeist ja zur "Abmilderung" getätigt von NEGERN, weil, wenn ein Neger sowas sagt, dann ist das ja nicht echt rassistisch, sondern halt, was ein Neger eben so sagt, und das ist dann wohl irgendwie mehr OK aus US-PC-Sicht. (Wenigstens blieb das Ärgernis des "Alibi-Negers", der weißer als weiß sozialisiert ist, aus.) - Glaubwürdigkeit pur: Aus dem ungeschickten, ungelenken Fremdenamts-Sachbearbeiter, der sich oft wegen nachweislicher Tolpatschigkeit (die ja auch ursächlich für seine spätere Mutation verantwortlich ist) selbst verletzt und ein wandelnder Arbeitsunfall ist, wird der knallharte Über-Rambo, der auch noch intuitiv mit den wüstesten Alien-Waffen ZIELSICHER rumballern kann, mit Powerarmor/Battlemechs VIRTUOS umgehen kann und einfach praktisch NIE daneben schießt! Außerdem freundet er sich mit dem sozial benachteiligten "Buddy" an und dann geht es ab wie in "Vier Tentakelklauen gegen die Men in Black". - Und wieso BRAUCHEN eigentlich diese runtergekommenen Alien-Boat-People ÜBERWAFFEN? Wenn sie technologisch so fit wären, dann hätten sie ja nie mit ihrem Raumschiff-Pott in Nöte geraten dürfen. Und vor allem hätten sie, wenn sie eh nur Scheiße und Katzenfutter fressen mit ihren gut ausgebildeten Ingenieuren und Wissenschaftlern massiv in den irdischen Arbeitsmarkt eingreifen können und die Löhne versauen können: Super-Alien-High-Tech-Experte sucht Job für eine Hundehütte und täglich einen Becher KitzeKatz als Bezahlung. - Aber irgendeinen "Grund" brauchte es ja laut "ge-frankensteintem" Drehbuch, daß man den gefühlt halben Film einfach mal Herumballereien mit Alien-Waffen-Spezialeffekten und ein wenig übliche "Dringe in das Geheimlabor ein und hole das Dingsbums da raus"-Action *gähn* bringen konnte.
Ich hatte mir mehr erwartet und wurde vom ersten Drittel, vielleicht sogar von der ersten Hälfte auch nicht enttäuscht, aber der Rest ist leider aus der Recycling-Tonne des letzten Drehbuchautoren-Streiks geklaubt worden. - Schade.
Thot:
. o O (Wenn man keine Archetypen mag, wieso geht man dann ins Kino?)
[Abenteuer-Blog] Serafin:
Mir gefiel die erste Hälfte des Films absolut ausgezeichnet. Die zweite Hälfte des Films war, naja... verschenktes Potential. So harsch wie Zornhau möchte ich damit nicht ins Gericht gehen, aber ja, vieles von dem was er schreibt denke ich in abgeschwächter Form auch.
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