Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
D&D 3. SL Manipulation Selbstbetrug?
nicolai:
--- Zitat von: Edwin am 21.06.2009 | 11:42 ---Die "Gnade" des SL hängt von viel diffuseren Dingen ab.
--- Ende Zitat ---
...trotzdem "unterwirfst" Du Dich durch Deine Entscheidung, am Spiel teilzunehmen, permanent der "Gnade" des Spielleiters, der für Dich, resp. Deinen Charakter ja die einzige Interaktionsmöglichkeit zur (fiktiven) Umwelt darstellt, wo also liegt hier bitte schön der Unterschied ?
Mit einem starren Beharren auf Würfelwerte und Regelmechanismen wird meines Erachtens das Ganze zu einem reinen Spiel nach dem Zufallsprinzip, da die sogenannten "freien" Entscheidungen, bzw. deren Auswirkungen im Endeffekt immer nur vom Würfelglück abhängig gemacht werden.
Auch habe ich die Erfahrung gemacht, daß auf Spielmechanismen und Regeln immer gerne dann verwiesen wird, wenn es zum eigenen, resp. zum Vorteil des Charakters gereicht. Das ebendies allerdings ein zweischneidiges Schwert darstellt, wird gerne unter den Teppich gekehrt...
Was nun das "manipulieren" anbelangt, so scheint es mir einfach absurd, z. B. einen wohldurchdachten und ausgeklügelten Plan scheiterten zu lassen, weil ein Würfel ´mal auf die falsche Seite rollt, oder aus demselben Grund einen langgespielten und vom Spieler geliebten Charakter einfach (vielleicht noch mit hämischem Grinsen) "hinzurichten.
Immerhin zeigt ein W20 im Durchschnitt bei jedem zwanzigsten Wurf die eins, und selbst bei erweiterter Fehlschlagberechnung (fumble, bzw.critical bestätigen) bleibt die Chance dafür noch ziemlich hoch...
Funktionalist:
Also diese Top-Bottom/Sub-Sicht von Rollenspiel ist mir eher aus anderen Gefilden bekannt. oO
Solange der Spielleiter sich als Agent der Spieler sieht und sich höchstens noch einer coolen GEschichte verpflichtet fühlt, u m eigenen Nutzen zu haben, tauchen diese Verlustminimierungsgedanken doch gar nicht auf, oder?
nicolai:
--- Zitat von: Eulenspiegel link=topic=48175.msg928968#msg928968 date=1245578716
[b ---2)[/b] Die "Gnade" des Würfels hängt ebenfalls von vielen diffusen Dingen ab. (Wie gut hat der Würfelhersteller ihn geschnitten, wie stark würfel ich den Würfel, wie hoch ist die Lufttemperatur, in welche Richtung und mit welcher Stärke weht der Windzug, welche Unebenheiten hat der Tisch an welcher Stelle. - Zu diesem Thema empfehle ich einfach mal Grundlagen der Chaostheorie.)
--- Ende Zitat ---
...bliebe noch anzumerken, daß auch Würfelwürfe durchaus manipulierbar sind, mit genügend Übung...es gibt da Leute, die leben von sowas ! 8]
nicolai:
--- Zitat von: Destruktive Kritik am 21.06.2009 | 12:20 ---Solange der Spielleiter sich als Agent der Spieler sieht und sich höchstens noch einer coolen GEschichte verpflichtet fühlt, u m eigenen Nutzen zu haben, tauchen diese Verlustminimierungsgedanken doch gar nicht auf, oder?
--- Ende Zitat ---
...seh` ich genau umgekehrt - genau dann muß er (ich) gelegentlich die Spieler, bzw. deren Charaktere vor gewissen Dingen schützen, die zwar "unheimlich cool" sind, die Möglichkeiten der Spieler aber bei weitem übersteigen. Ablehnen würde ich aber die Verwendung des "rettenden" "deus ex machina", da ich meine, daß sich die Spieler dadurch (zurecht) degradiert fühlen...
Edwin:
--- Zitat ---Solange der Spielleiter sich als Agent der Spieler sieht und sich höchstens noch einer coolen GEschichte verpflichtet fühlt, u m eigenen Nutzen zu haben, tauchen diese Verlustminimierungsgedanken doch gar nicht auf, oder?
--- Ende Zitat ---
Coole Geschichte ist für mich nur eine Seite. Die andere ist ein ziemlich komplexes Mensch Ärgere-Dich-Nicht.
Warum überhaupt würfeln, wenn das Ziel nur "Coole Geschichte" ist? Warum nicht einfach so vor sich hin erzählen?
Wenn man nicht auch Verluste, manchmal harte Verluste durch dämliches Pech erleidet, macht die Würfelei für mich keinen Sinn.
Denn dann nimmt man sich auch die Freude an der unerwarteten 20, die den gerade noch übermächtigen Gegner ins Nirvana schickt.
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