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[TV-Serie] Lasko - Die Faust Gottes (RTL)

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Jed Clayton:

--- Zitat von: Schwerttänzer am 20.06.2009 | 13:12 ---I.33 http://thehaca.com/Manuals/i33/i33.htm

--- Ende Zitat ---

Nun ja, diese zeitgenössischen Anleitungen zum Kampf mit Schwert und Halbschild (buckler) sind sehr interessant, und auch, dass Mönche beim Training dargestellt sind, hätte ich jetzt nicht spontan gewusst.

Aber für eine Serie, die in der Gegenwart in Deutschland spielen soll... mal ehrlich, da ist doch klar, dass man sich für Film-Stunt-Kung-Fu/Karate-Zeug entschieden hat. Es würde eben doch seltsam aussehen, wenn ein Typ im Jahr 2009 mitten in Dortmund oder Köln in Mönchskutte mit Schwert und Schild herumläuft. Was ist mit unseren Waffengesetzen? Von der Unauffälligkeit ganz zu schweigen. Da ist jemand in brauner Mönchskutte, der mit der Faust zuschlagen kann, eben doch erträglicher.

Selganor [n/a]:

--- Zitat von: Schwerttänzer am 20.06.2009 | 13:54 ---B Krav Magyat ist mWn ein Waffenlose, Moderne, Westliche Kampfkunst

--- Ende Zitat ---
...die im Umfeld des 2. Weltkrieg entwickelt wurde (also um einiges morderner als die "klassischen" Martial Arts)

Jed Clayton:

Meint ihr die israelische Kampfart "Krav Maga"? (Siehe diese Info: Krav Maga)

Das ist eine militärische Selbstverteidigungsmethode, die frühestens um 1935 herum erstmals gelehrt wurde. Damit ist diese Kampfkunst nur wenige Jahre jünger als so manche aus Ostasien:

Karate, wie wir es heute kennen, wurde erst ab den 1920er Jahren außerhalb der Insel Okinawa gelehrt und hat seine heutige Form als moderner internationaler Sport erst im Laufe der 50er und 60er Jahre angenommen.

Judo ist ein wenig älter als Karate, wenn man Jiu-Jitsu als direkten Vorläufer akzeptiert und beachtet, dass dies die erste asiatische Kampftechnik war, die ab 1906 in Deutschland Verbreitung fand, durch den Berliner Erich Rahn.

Taekwondo behauptet zwar auch, eine jahrtausendealte Geschichte zu haben, wurde aber in seiner heutigen "sportlichen" Form erst nach dem Zweiten Weltkrieg festgelegt und verbreitet, größtenteils eine nationalistische Reaktion der Koreaner, um sich vom Karate der ehemaligen Kolonialmacht Japan abzugrenzen.

Ebenso haben heute fast alle asiatischen Länder eine eigene "nationale" Kampfkunst:
Thailand - Muay Thai, Burma - Bando, Kampuchea - Muay Khmer, Vietnam - Viet Vo Dao, Indonesien - Pentjak Silat, Indien - Kalaripayat, VR China - Wu Shu, Russland - Sambo, usw.
(Tja, ich habe auch mal eine Weile Martial-Arts-Zeitschriften gelesen, daher kenne ich ein paar Namen...) In den 90er Jahren war dann im Zuge der UFC Events auf einmal Brasilien das neue "Modeland" für Kampfkunst und mehrere Trainer propagierten ein eigenes "Brasilian Jiu Jitsu".

Yerho:
Alter und Herkunft der Schlagetot-Techniken mal außen vor ... Es wäre schon irgendwie sinnvoll gewesen, eine Kampftechnik bzw. eine Variante zu wählen, die weniger sportlich-ästhetischen als vielmehr praktischen Ansprüchen genügt. Aber gut, warum von einer deutschen Action-Serie verlangen, was selbst im Blockbuster-Bereich gerade mal die "Bourne"-Reihe und ein paar wenige weitere Ausnahmen geschafft haben.

Ansonsten: Die Dialoge an sich waren gar nicht so schlecht, aber miserabel gesprochen, weil das Acting an sich nicht stimmte. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass außer dem Sidekick keiner der Hauptdarsteller so richtig begriffen hatte, welchen Typus er da eigentlich verkörpern sollte. Die andere Erklärung wäre, dass die Darsteller ihr Handwerk mäßig beherrschen.

Über die Story lohnt sich das Lästern nicht, denn ich denke mal, bei der Thematik erwartet niemand komplexe Handlungsstrukturen. Immerhin ist es gelungen, zumindest in der zweiten Hälfte die Locations räumlich-zeitlich halbwegs plausibel zu verknüpfen, während man sich vorher fragen darf, warum die Passagiere nicht stutzig wurden, als sie bei Tageslicht bereits im deutschen Luftraum waren und erst in tiefster Nacht erfuhren, dass sie 1.) umgeleitet wurden und 2.) verfrüht (!) anderswo als in Frankfurt landen mussten. Das ist aber fast zu vernachlässigen, zumal der Zufall ohnehin schon etwas arg bemüht wurde:
An Bord eines Flugzeugs sind drei Charaktere, die kreuz und quer in Beziehung zueinander stehen und rein zufällig dort zur Landung gezwungen werden, wo sie auf weitere Charaktere treffen, mit denen sie ebenfalls kreuz und quer in Beziehung stehen, und die ebenso rein zufällig dort sind. Man könnte nun einen gewollten Subtext unterstellen, nach dem es im Kosmos der Serie so etwas wie göttliche Fügung geben soll, aber ich denke eher, es wurde einfach so zusammen geschlunzt, wie es gerade kam.

Auf jeden Fall ein lustiges Mönchsleben: Ora et labora, dazwischen ein wenig kameradschaftliches Geprügel beim Turnier und Radtouren zu nahen Jahrmärkten, und dort weiteres zünftiges Gewatsche, dann sogar mit Preisgeld. ;D

Callisto:
Back to Lasko: Was habt ihr denn, das ist halt Trash, von einer RTL-Serie erwartet man einfach keine Klasse.

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