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[Ephorân] Theonchora: Der Einfluss von Magie auf das Schlachtfeld

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Thot:
Auf den Schlachtfeldern Theonchoras kommt schon seit der Vorzeit Magie zum Einsatz - anfangs gewöhnliche Zauberei, spätestens seit der  Entstehung der Schwarzalben auch göttliche Magie. Beide sind im Wesentlichen durch die Beschränkungen des Standardmagiesystems eingeschränkt, abgesehen davon können Priester noch auf die Verwendung des Muliplikators "Patzer" verzichten.

Ich habe natürlich Vorstellungen, wie sich dies auf den Schlachtfeldern Theonchoras auswirkt, aber ich möchte auch nicht betriebsblind werden, daher stelle ich dazu einige Thesen zur Diskussion:

- Direkte Angriffszauber (erstellt als eine Version des Vorteils "Angriff") sind eher selten. Sie kosten den Zaubernden zuviel Kraft pro Schaden, so dass man hier von einer niedrigen Kadenz (unter 1 Schuss pro Minute) ausgehen muss, bei im Vergleich zu Bögen oder Wurfspeeren eher mäßige Reichweiten.

- Beschwörungen werden häufig verwendet - nicht nur in der Schlacht von Dschet-Atûm, als die Kemeter im verzweifelten Abwehrkampf gegen die Heerschar Alexanders des Großen vergeblich selbst ihre Toten aufboten, um der Invasoren Herr zu werden. Auch das Aufbieten von Daimonoi verschiedenster Art dürfte üblich sein, von See- und Waldgeistern über Wesen, die der Vorstellung der Anhänger des Stummen Gottes von Dämonen mehr als nur ähneln, bis hin zu mächtigen Wesen knapp unterhalb der Schwelle zu den Göttern Theonchoras. Da der Zaubernde aber normalerweise seinen Zauber verliert, wenn das beschworene Wesen getötet wird (es sei denn, er wählt den Multiplikator "äußerliche Veränderung", was sich nur wenige werden leisten können), dürfte auch hier eine gewisse Vorsicht walten.

- Hellsicht ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein wichtiger Faktor auf den Schlachtfeldern Theonchoras. Zumindest ungefähr zu wissen, wie sich diese oder jene Entscheidung auswirkt, haben sich die Menschen schon immer gewünscht, besonders in einem so tödlichem und ungewissem Umfeld wie einem Schlachtfeld. Das bedeutet, dass von Heerführern mitunter Entscheidungen getroffen werden, die für niemanden nachvollziehbar sind außer für die, die die Prophezeiungen der Seher des Heeres kennen - wozu der Gegner seinerseits Seher hinzuziehen dürfte. Natürlich ist die Zukunft in ständiger Bewegung, und Hellsicht und Gegenhellsicht sind sicher nicht geeignet, das Chaos der Entwicklung einer Schlacht zu vereinfachen...

- Auf die Logistik dürfte Magie keinen nennenswerten Einfluss haben. Höhere Marschgeschwindigkeit ist noch das Schlimmste, was zu erwarten wäre, oder vorübergehende (bis zum nächsten Sonnenaufgang haltende) Auffüllungen in den Breschen einer Mauer. Oder übersehe ich hier etwas?

- Den größten Effekt wird Magie aber in Form magischer Heilung haben. Wer ohne Magie für Monate oder gar den Rest seines Lebens außer Gefecht gesetzt ist, kann mit Zauberei schon wenige Stunden, mitunter sogar Minuten später wieder ins Kampfgeschehen eingreifen.

Eure Gedanken zu diesen Thesen würden mich sehr interessieren.

Lichtschwerttänzer:
Kommunikation

Die Möglichkeit mit den Truppen zu kommuniziernen ähnlich wie Funk

Schnelles verlegen von Truppen, da ist ein Fluss ohne Brücke, da ist ein Übergang und umgekehrt


--- Zitat ---Oder übersehe ich hier etwas?
--- Ende Zitat ---
Nein, alles

Höhere Marschgeschwindigkeit, dafür würden Generäle ihre Töchter opfern.

Auffüllen einer Bresche, grossartig gehört zu den Pionieraufgaben.

Magisches Boosten von Truppen

Psychologische Kriegsführung: 6 Wochen Alpträume und die alte Garde geht auf dem Zahnfleisch, Oberkante

Illusionnen die Schrecken verursachen oder etwas Tarnen oder verändern,
wo kommt der Graben, die Garde her...

Thot:
Hm, ob einige dieser Optionen nicht doch etwas zu teuer (sowohl in CP als auch in Ausdauer) werden könnten, um sie im großen Maßstab einzusetzen?

carthoz:
Willst du dich denn eher auf "althergebrachte" Magie, die man so aus Fantasywelten kennt, stützen oder tatsächlich antike Magie aufgreifen?

Dann würde ich an deiner Stelle auch eher auf wirkliche Kampfzauber verzichten. Üblicher war bei Schadenzaubern (zumindest bei agonistischen, d.h. wettkampfbezogenen Zaubern), dem Gegner Schwäche oder Unfälle zu wünschen, Bewegungsunfähigkeit, Gedächtnisverlust, Verlust der Sprache (eher im juristischen Bereich, aber bestimmt auch lustig bei Befehlshabern); dem Gegner den Tod zu wünschen war in solchen Fällen zwar auch möglich, dürfte aber in ähnlichem Kontext zu verstehen sein wie beim heutigen Fußball seinem Team zu wünschen, dass es "den Feind" "vernichten" soll - also Kriegsmetaphern für Siegeswünsche. Natürlich gab es auch Schadenzauber, um den Gegner durch Krankheit zu schwächen, vermutlich auch direkte Zauber, ihn zu töten. Stichwort wäre da im Lateinischen die Defixion, das Nageln eines Fluchs (oder Zaubers) in eine mit dem Zauber beschriebene Bleiplatte, die anschließend an magischen Orten vergraben wurde (z.B. Gräbern, Heiligtümern) bzw. Devotion, das heißt das Weihen in die Tiefe, die Anrufung unterirdischer Mächte zum Vollzug des Fluchs. Die griechischen Begriffe sind mit gerade entfallen, sorry. Jedenfalls heißt auch hier die Devise: Obskure Komponenten steigern die Macht des Zaubers - magische Kräuter, Knochen von Toten, menschliche Organe, all das sollte dringend dazugehören.
Beliebt waren auch Zauberpuppen - das muss man sich wie Woodoo-Puppen vorstellen, die dann mit Nadeln bearbeitet wurden und häufig aus Wachs oder Haaren o.ä. hergestellt waren. Auch sie wurden vergraben.

Wichtig ist auch immer die verbale Komponente. Ein Zauberer musste in der Antike mit den Dämonen und göttlichen Wesen, die für das Wirken des Zaubers nötig waren, kommunizieren. Das ging natürlich nicht über die menschliche Sprache, sondern über voces magicae oder den surrus magicus - sinnlose Worte, möglichst kompliziert und gern nach fremden Sprachen klingend (d.h. griechisch, ägyptisch, hebräisch oder babylonisch), oder gleich nur seltsame, vokalreiche Lautfolgen. Am besten alles zusammen.

Beschwörungen von Toten führten selten zu deren Auferstehung, das war mehr Bereich der Wunderheiler - aber warum nicht,  was in der Bibel geht, sollte auch für Marcus Normalmagus möglich sein. Nekromantie hatte eher mit Totenbefragung zu tun, aber Wiedererweckung ist definitiv spannender. Für ganze Heere würde ich aber schon große Opfer einplanen, die überirdischen oder unterirdischen Mächte machen so etwas nämlich selten umsonst...  >;D

Divination war auf jeden Fall wichtig - so wichtig, dass die römischen Kaiser sie immer mehr verboten haben, damit man nicht über sie selbst hellsichtig Vorhersagen treffen konnte: Das Schicksal des Kaisers ging nur ihn selbst etwas an, niemanden sonst. Ich würde ihr also durchaus einen größeren Platz einräumen. Du könntest überlegen, ob du Divination ereignis- oder personenbezogen machen willst, gehen sollte beides. Die östlichen Kulturen waren eher der Traum- und Sterndeutung auf persönlicher Basis zugetan (Stichwort Horoskop), während z.B. in Rom eher die ereignisbezogenen Vorhersagen angesagt waren - Eingeweideschauen sollten auch eher ermitteln, ob die Götter einem Tun wohlwollend gegenüberstehen oder ob man es lieber gleich sein lassen sollte.

Logistik würde ich mit Schadenzaubern abdecken: Den Gegner unbeweglich zu machen, würde ein Heer durchaus aufhalten - und wenn man nur den Heerführer verzaubert, ohne den kann das ganze Heer nicht weiter... vermutlich wird deswegen auch jeder Feldherr einen Haufen an Amuletten und Schutzzaubern mit sich herumschleppen.

Ach ja, grundsätzlich gilt: Die Anrufung fremdländischer Götter und Mächte war völlig okay! Wenn Isis mächtig ist, kann sie auch ein Römer anrufen, gleiches gilt für Jahwe oder kryptische Dämonennamen. Es geht ja um das Gelingen, nicht um irgendwelche moralischen Grenzen - die hat ein Magier meist eh schon hinter sich gelassen...

Thot:

--- Zitat von: carthinius am 21.07.2009 | 12:11 ---Willst du dich denn eher auf "althergebrachte" Magie, die man so aus Fantasywelten kennt, stützen oder tatsächlich antike Magie aufgreifen?
[...]

--- Ende Zitat ---

Ich will das Magiesystem, das in Theonchora Verwendung findet (im Wesentlichen das Ephorân-Standardmagiesystem, beschrieben auf Seiten 79ff und 122f), konsequent anwenden.

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