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Mara und der Feuerbringer/Posting v. Autor

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Tequila:

--- Zitat von: Samael am 11.11.2009 | 11:10 ---Sorry, aber das muss man schon relativieren.

Erstens: Als zum ersten Mal die Rede von einem Staatengebilde namens "Deutschland" war, war die deutschsprachige Bevölkerung, die von den ursprünglichen germanischen Stämmen abstammte schon Jahrhunderte lang christlich. Das, was heute unsere Kultur, Gesellschafts- und Werteordnung ausmacht hat überwältigende christliche Prägung und, ja, christliche Wurzeln.

Durch Renaissance, Aufklärung und Geistesgeschichte ist das heutige Deutschland (und die westliche Welt) auch immer noch stark durch die griechisch/römische Kultur und deren Mythen geprägt.

Weit weniger Bedeutung kommt da den Göttern zu, die unsere Vorfahren, die sich nicht mal als ein Volk sahen, vor Jahrtausenden angebetet haben. dAzu kommt dass von diesen Sagen einfach sehr wenig schriftlich überliefert ist. Das meiste ist doch aus frühmittelalterlichen skandinavischen Sekundärquellen zurückrekonstruiert worden.

Es hat schon seine Berechtigng, wenn in der Schule zunächst mal die griechisch/römische Mythologie besprochen wird.

EDIT:
Das Alles sage ich als ausdrücklicher Fan der nordisch/germanischen Mythologie. Aber das ist ein privates Interesse, das mE nicht unbedingt zur Allgemeinbildung gehört.

--- Ende Zitat ---

Nur dass das Statengebilde "Deutschland" eben nicht die Wurzeln von Deutschland sind, sondern eben Deutschland.

Germanische Mytholgie findet im Lehrplan gar nicht statt und das finde ich sehr schade. Wie Logi gerade schon erwähnte, finden sich überall in unserem Alltag noch Bezüge zur alten Mythologie, fast alles, was das CHristentum im täglichen Leben ausmacht, geht auf heidnische Wurzeln zurück.

Ich habe in der Schule mehr über ägyptische Gottheiten gelernt (im Rahmen des Geschichtsunterricht) als über die Götter meiner eigenen Urahnen...dasist ein Missverhältnis, das ich gelinde gesagt, zum kotzen finde. Von den griechischen und römischen Göttern mal ganz zu schweigen.

carthoz:

--- Zitat von: Logi am 11.11.2009 | 11:25 ---Dass wir aber ansonsten so gar kein Gefühl für das entwickeln konnten, was davor war und wie es eigentlich dazu kam, dass die Deutschen irgendwann dachten, sie müssten erst deutschtümeln und dann völlig durchdrehen - das hätte zumindest mich schon interessiert.

--- Ende Zitat ---
Ich glaube, genau das ist das Problem. Die Stigmatisierung des Themas durch das "Deutschtümeln" und "Völkeln" macht es schierig, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen, ohne gleich schief angesehen zu werden oder Proteste auf sich zu ziehen - gerade in der Schule dürften das bestimmt etliche Eltern und Kollegen missverstehen, ob bewusst oder unbewusst, sei mal dahingestellt.

Allerdings kann ich dir nur zustimmen, was die Überbleibsel der "germanischen" Religion im Christentum angeht - ich finde es nicht gut, dass man im Religionsunterricht heutzutage nicht den Mumm hat zu sagen, dass das Christentum ein Konglomerat aus verschiedensten Wurzeln ist, die man auch immer noch zurückverfolgen kann und warum man diese Rest findet (also warum sie überhaupt ins Christentum aufgenommen wurden). Wir tun immer so aufgeklärt, und dann reicht es nicht mal dazu, zuzugeben, dass das Christentum ein "Best of" ist, damit man überhaupt so viele Leute auf seine Seite ziehen konnte? Zumal es ja "das" Christentum sowieso nicht gibt, wenn man sich mal die unterschiedlichen Ausprägungen ansieht, die oft zu wesentlichen Teilen darauf zurückzuführen sind, dass Reste des regionalen Glaubens darin aufgegangen sind.

Dass wir von der Mythologie selbst natürlich weniger finden als vom Ritus, liegt auf der Hand. Trotzdem könnte man dann ja durchaus beides in einem Atemzug erwähnen.

Samael:
Nun, ein Kapitel im Geschichtsunterricht über die germanische Götterwelt wäre schon wünschenswert, da stimme ich zu. Etwa im Rahmen der Völkerwanderung, die ja eh besprochen wird. Das gab es bei uns zumindest nicht.

Aber "Deutschland hat Wurzeln nicht im Christentum, sondern in der heidnisch/nordischen Mythologie" (so hab ich Tequilas Beitrag jetzt mal interpretiert), wäre eine echte Umdeutung, wo man sich schon fragen muss wo da die Motivation zu kommen soll. (Bei den Nazis war die ja klar).

carthoz:

--- Zitat von: Tequila am 11.11.2009 | 11:35 ---Ich habe in der Schule mehr über ägyptische Gottheiten gelernt (im Rahmen des Geschichtsunterricht) als über die Götter meiner eigenen Urahnen...dasist ein Missverhältnis, das ich gelinde gesagt, zum kotzen finde. Von den griechischen und römischen Göttern mal ganz zu schweigen.

--- Ende Zitat ---
Klar, das ist durchaus dem humanistischen Bildungsideal geschuldet, und das ist nunmal klassisch griechisch-römisch/mittelmeerräumisch geprägt. Liegt aber auch daran, dass die Römer eben genug hinterlassen haben, dass man auseinandernehmen konnte. Und dass die christliche Kirche römisch-griechische Sprachen nutzte, wird auch keine unwesentliche Rolle bei der Entstehung dieser Präferenz gespielt haben.
Aber wieso du die germanische Mythologie als die "Götter deiner eigenen Urahnen" bezeichnest... wie weit lässt sich denn das bei dir zurückverfolgen? 2000 Jahre? Ansonsten ist diese Aussage nämlich kaum so stehen zu lassen. Wie Samael schon sagte, "die" Germanen gab es schließlich gar nicht, das war auch nur das Etikett, das ihnen die Römer verpassten. Und wenn man sich die Unterschiede der griechisch-römischen Religions- und Kultausübung in der Antike anschaut, dann sind da regional und zeitlich schon so viele Unterschiede und Wandel, dass man auch das, was wir aus dem nordischen Raum an mythologischen Überlieferungen haben, bestimmt nicht eins zu eins für die Germanenstämme dieser Regionen übernehmen kann.

EDIT: Stimme Samaels letzten Satz zu, so konzentriert völkelt das schon ganz schön.

Tequila:

--- Zitat von: Samael am 11.11.2009 | 11:39 ---Nun, ein Kapitel im Geschichtsunterricht über die germanische Götterwelt wäre schon wünschenswert, da stimme ich zu. Etwa im Rahmen der Völkerwanderung, die ja eh besprochen wird. Das gab es bei uns zumindest nicht.

Aber "Deutschland hat Wurzeln nicht im Christentum, sondern in der heidnisch/nordischen Mythologie" (so hab ich Tequilas Beitrag jetzt mal interpretiert), wäre eine echte Umdeutung, wo man sich schon fragen muss wo da die Motivation zu kommen soll. (Bei den Nazis war die ja klar).

--- Ende Zitat ---

Wurzeln sind das, was ganz unten ist...wenn man am Baum des Christentums lang genug gräbt, stößt man halt unter anderem auf die nördlich-germanische Mythologie. Der chtrsitliche Glaube wurde den germanischen Stämmen aufgepflanzt und zwar ganz bewußt so, dass das Volk im Prinzip seinen alten Gebräuchen weiter anhängen konnte (Ostern, Weihnachten etc. pp.)

Natürlich würde die Kirche am liebsten alles weg wischen, was vor der Christianisierung war, aber muss man esihr so leicht machen? In den skandinavischen Ländern wird weit verantwortungsvoller mit den kulturellen Wurzeln umgegangen, nur hier in Deutschland schämt man sich der Vergangenheit...und das hauptsächlich wegen 12 Jahren...

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