Pen & Paper - Spielsysteme > Weitere Pen & Paper Systeme
[Engel] Langzeitmotivation und Spielerfahrung
Seth:
--- Zitat von: oliof am 22.12.2009 | 11:19 ---Das kommt auf Deine Gruppe an. Wäre ich SL, würde ich die verschiedenen Alternativen anbieten und die Spieler dürften sich das aussuchen.
--- Ende Zitat ---
Das werde ich dann auch tun ;) Was Letzteres angeht: es geht hier vor Allem um eine Einsteigerrunde. Natürlich bietet die Welt von Engel sicher genug Raum um vielseitige Ideen und Konzepte durch zu spielen und es ist ja noch nicht mal gesagt, dass die Spielercharakter Engel sein müssen. Allerdings reizt mich das post-apokalyptische Mittelaltersetting ohne den kirchlichen Engelaspekt bei dem Spiel recht wenig und ich kenn meine Spieler gut genug um von ihnen das Gleiche behaupten zu können. Deswegen versteife ich mich vielleicht auch ein wenig sehr auf diese Thematik.
Pyromancer:
--- Zitat von: Seth am 22.12.2009 | 11:02 ---Erstmal danke für die schnellen und hilfreichen Antworten!
Würdest du also behaupten, dass der Hintergrund im Grunde keine Rolle spielt? Gerade für eine Einsteigerrunde habe ich mir vorgestellt, dass die Entdeckung so schwerwiegender Dinge durchaus ein Spielziel sein kann. Zumindest in der Art, dass es als Auslöser für Etwas herhält und sei es nur ein neues Selbstverständnis. Es ist ja nicht gesagt, dass "aufgeklärte" Engel automatisch die Abkehr wählen. Vielleicht entscheiden sie sich für das eigene Joch um der größeren Sache Willen?
Ich würde im Grunde soweit gehen, jedem unaufgeklärten Engel eine gewisse Naivität zu unterstellen, ganz gleich wie viele Schergen der Traumsaat er gerade zusammen mit Templern davon abgehalten hat die arme Dorfbevölkerung zu schützen. Es sei denn man rationalisiert den Hintergrund gänzlich weg oder ändert ihn sogar in eigener Weise ab.
--- Ende Zitat ---
Die Kirche hat so viel Dreck am Stecken, dass das "große Geheimnis" den Kohl auch nicht mehr fett macht. Es hat halt den Unterschied, dass es die Engel selbst betrifft, persönlich ist. Dass man bei Engel das Äquivalent einer fliegenden SS/Gestapo-Spezialeinheit im Dienste des großangelitischen Reiches spielt, das wäre auch so, wenn die Engel wirklich himmlischen Ursprungs wären.
--- Zitat ---Gut, mir ist bekannt, dass es sicher hundert verschiedene Auslegungen der Art und Weise gibt, wie Vertreter der jeweiligen Orden sich verhalten etc. - allerdings ist das nicht mein Punkt. Wenn ich den falsch oder schlecht dargelegt habe, tut mir das leid. Es geht mir eher darum, dass - ganz gleich wie sehr sich die persönliche Einstellung des einen Michaeliten vom Anderen unterscheidet - er immer noch Michaelit bleibt. Das heißt er nimmt immer noch die Führungsposition in einer militärischen Einheit ein. Er ist immer der Commander, wenn man so will. Meine Frage war - oder sollte gewesen sein -, ob diese Tatsache, die feste Rollenzuweisung der Gruppenaufgaben innerhalb der Schar, auf lange Sicht zu Ermüdung führen können.
--- Ende Zitat ---
Natürlich könnte das zu Ermüdung führen - das war bei uns aber nie der Fall. Aber meine Kampagnen haben sich auch nie über Jahre gestreckt.
Diese klare Rollenverteilung ist übrigens nicht engel-spezifisch, sondern Merkmal fast jedes militärischen und paramilitärischen Rollenspiels - auch im Standard-Dungeon-SWAT-Team gibt es den Kämpfer, den Heiler, den Schleicher/Fallenentschärfer, ...
--- Zitat ---Ich habe in einigen anderen Diskussionen bereits gelesen, dass es für Spielleiter oft bereits ein Ärgernis ist, wenn sich Spieler von ihrem grundsätzlichen Misstrauen gegenüber der Institution Kirche nicht lösen können und so schon zu rebellieren beginnen, ohne das sich für sie ein konkreter Grund im Spiel darstellt. Wenn das schon der Fall ist, wie schwer ist es dann erst einen so großen Hintergrund aus zu blenden und die "Naiven" zu spielen?
--- Ende Zitat ---
Mit solchen Leuten kann man halt nicht vernünftig Engel spielen. Es gibt bei vielen Spielern eine grundsätzliche Abneigung dagegen, Teil einer Organisation zu sein und Befehlen gehorchen zu müssen - da wird dann halt rebelliert. Mein Tipp: Vorher abklären, ob die Spieler überhaupt Lust auf ein düsteres Military-Setting haben, in dem sie nur kleine - aber wichtige! - Rädchen im Getriebe sind.
Holothuroid:
--- Zitat ---[...]auch im Standard-Dungeon-SWAT-Team gibt es den Kämpfer, den Heiler, den Schleicher/Fallenentschärfer, ...
--- Ende Zitat ---
Ich glaub, das ist fast der Gag. Dass also D&D kopiert wird.
Ein:
Och, ich wüsste nicht, warum überhaupt die Motivation eines religiösen Fanatikers durch den Umstand geschmälert werden sollte, dass er ein einfacher Mensch war, bevor er zu Größerem auserwählt wurde.
Ansonsten Zustimmung zu 1of3. Darum wohl auch die d20-Regeln, da kommt dann nämlich das eigentliche Geheimnis hervor. ;)
Seth:
--- Zitat von: 1of3 am 22.12.2009 | 12:18 ---Ich glaub, das ist fast der Gag. Dass also D&D kopiert wird.
--- Ende Zitat ---
Was wohl auch der Grund dafür war, dass alternativ zum Arkana-System die entsprechenden Regeln angeboten werden ;)
--- Zitat ---Natürlich könnte das zu Ermüdung führen - das war bei uns aber nie der Fall. Aber meine Kampagnen haben sich auch nie über Jahre gestreckt.
Diese klare Rollenverteilung ist übrigens nicht engel-spezifisch, sondern Merkmal fast jedes militärischen und paramilitärischen Rollenspiels - auch im Standard-Dungeon-SWAT-Team gibt es den Kämpfer, den Heiler, den Schleicher/Fallenentschärfer, ...
--- Ende Zitat ---
und
--- Zitat ---Mit solchen Leuten kann man halt nicht vernünftig Engel spielen. Es gibt bei vielen Spielern eine grundsätzliche Abneigung dagegen, Teil einer Organisation zu sein und Befehlen gehorchen zu müssen - da wird dann halt rebelliert. Mein Tipp: Vorher abklären, ob die Spieler überhaupt Lust auf ein düsteres Military-Setting haben, in dem sie nur kleine - aber wichtige! - Rädchen im Getriebe sind.
--- Ende Zitat ---
Ich hatte das auch so verstanden, dass es sich bei Engel hauptsächlich um diesen militärischen Aspekt dreht. Immerhin handelt es sich um Himmelschöre und es wird oft genug betont, dass diese aus Streitern des Herrn bestehen.
Also gut, danke für die Erläuterungen - mein Eindruck hat sich bestätigt und meine Fragen wurden beantwortet.
Von mir aus könnte man auch eine andere Diskussion weiter anführen, indem man den Faden weiterspinnt und nach alternativen Konzepten fragt. Inwieweit bietet Engel, also die Spielwelt, die Voraussetzung, eine weitgehend oder völlig nichtmilitärische Kampagne/Chronik zu spielen, mit Figuren die in die Kriegsszenarien nicht involviert sind? Quasi Open-World mit Schrottbaronen oder einfachen Bauern? Oder sollte man da eher zu anderen Systemen greifen, die ein interessanteres und weniger spezifisches Setting bieten?
(Oder ist das gleich schon wieder ein Thema für einen neuen Thread?)
Edit: Oh, ich sehe Ein kam mir zuvor mit dem Kommentar zu 1of3's Post ;D
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln