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Was lest ihr gerade?
Menthir:
--- Zitat von: Menthir am 10.05.2018 | 22:22 ---Timothy Snyder - The Road to Unfreedom
Zu diesem Buch bin ich gekommen, weil ich sein kleines Traktat "On Tyranny" überzeugend und spannend fand und dachte, dass ich mir dann also sein aktuelles Buch gönne. Habe bisher nur den Prolog gelesen, der ist aber vielversprechend. :)
--- Ende Zitat ---
Das Buch habe ich gestern beendet und werde noch im Rahmen der Reading Challenge mehr dazu schreiben. In kurz: es ist ein interessantes Buch, welches def. einen politischen Auftrag verfolgt. Es ist eindeutig anti-russisch - nicht kulturell, sondern auf Russlands Führungselite bezogen - und auch Anti-Trump. Es ist ein sehr kämpferisches Werk, welches interessant zu lesen ist.
Da ich durch das Buch sowieso im Thema Propaganda unterwegs war, bleibe ich dem Thema erhalten, wechsle aber die Zeitstellung:
Markus Schauer - Der Gallische Krieg - Geschichte und Täuschung in Caesars Meisterwerk
Ich bin sehr gespannt auf dieses Werk. :-)
Ginster:
"Super, und dir?"
Beklemmender Blick aus der Mühle der Leistungsgesellschaft. Roman, aber dennoch schaurig real.
Menthir:
--- Zitat von: Ginster am 16.08.2018 | 09:00 ---"Super, und dir?"
Beklemmender Blick aus der Mühle der Leistungsgesellschaft. Roman, aber dennoch schaurig real.
--- Ende Zitat ---
Klingt interessant. In welchem Bereich der Mühle ist das angesiedelt? Upper Class, Middle Class, Lower Class-Roman? Nicht wirklich zuzuordnen?
Ginster:
--- Zitat von: Menthir am 16.08.2018 | 09:45 ---Klingt interessant. In welchem Bereich der Mühle ist das angesiedelt? Upper Class, Middle Class, Lower Class-Roman? Nicht wirklich zuzuordnen?
--- Ende Zitat ---
Die Protagonistin ist im Marketing-Volontariat und gilt als eine, die "es geschafft" hat. 31, hübsch, bestes Abi, erfolgreich, wenn auch zerrüttete Familienverhältnisse. Die Fassade hält relativ lange - auch dank einer ganzen Menge Drogen.
Es ist also dezidiert nicht die Geschichte einer Abgehängten, sondern zeigt auch, wie gut gebildete Menschen in prekären Arbeitssituationen ausgebeutet werden.
Hier ist eine Rezension, wenn man etwas mehr ins Soziologische gehen möchte.
--- Zitat ---Die junge Protagonistin mit dem Allerweltsnamen Marlene Beckmann – denn ein Allerweltsschicksal ist es ja, das hier erzählt wird – ist dort angekommen, wo sie glaubte, immer hin zu wollen. Sie hat eine Beziehung zu einem Mann, der sie liebt, sie hat ihr Marketingstudium abgeschlossen und einen begehrten Volontariatsplatz in einer bekannten Firma bekommen. Wie sie mehrfach betont, ist das eine „Chance“, für die sie „dankbar“ ist, der neoliberalen Ideologie zufolge muss das Individuum ein prekäres Arbeitsverhältnis nämlich als Chance wahrnehmen, nicht als Form der Ausbeutung, und für diese Ausbeutung hat es dankbar zu sein, um der massiven Abhängigkeit in dieser unsicheren Position den positiven Anstrich des Freiwilligen, Selbstgewählten zu geben. In der individualisierten Gesellschaft hat sich das Individuum nämlich alles selbst zuzuschreiben, es hat es sich ja so „ausgesucht“.
--- Ende Zitat ---
Menthir:
Danke für die zusätzlichen Erläuterungen. Ich werde mir das mal im Detail anschauen und auch zum Buch greifen, denke ich.
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