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Filme und Serien - Smalltalk

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manbehind:

--- Zitat von: Raven Nash am 10.03.2024 | 14:30 ---Mein Hauptproblem als ehemaliger Japanologe ist, dass James Clavell tatsächlich aus allen Poren tropft. Der Roman ist von 1975 und hat das westliche Bild vom feudalen Japan massiv geprägt, vor allem das des "Samurai".
Und auch in der Serie springt mich mal wieder die allgegenwärtige Todessehnsucht an, der angebliche Nullwert eines Lebens und die völlig starre Struktur, die dann aber für den Westler aufgebrochen wird. Clavell hat da schlicht Halbwahrheiten ausgeschmückt und mit breiten Pinselstrichen aufgemalt.
Und er hat auch recht wenig echte Recherche betrieben - der Mann hat Drehbücher für Hollywood geschrieben...

Meine Frau (übrigens mit Japanisch als Übersetzerstudium) sieht das ähnlich. Einzig das alte Japanisch in der höchsten Höflichkeitsstufe hat uns gefallen. Ansonsten haben wir nach der ersten Folge beschlossen, die Serie zu ignorieren.

--- Ende Zitat ---

James Clavell hat drei Jahre in japanischer Kriegsgefangenschaft (u. a. in Changi in Singapur) verbracht und daher Teile der japanischen Gesellschaft aus diesem Blickwinkel kennengelernt und Erfahrungen gemacht, die möglicherweise auch das Japanbild, wie es von ihm in "Shogun" dargestellt wird, beeinflusst haben.

Er selbst sagte 1981 von sich:

"Changi became my university instead of my prison. Among the inmates there were experts in all walks of life—the high and the low roads. I studied and absorbed everything I could from physics to counterfeiting, but most of all I learned the art of surviving, the most important course of all."

Die Gefangenschaft und das Lernen, wie man überlebt, ist ja dann für Toranaga kennzeichnend.

Ob Clavell, wie du behauptest, "wenig echte Recherche betrieben hat", weiß ich nicht, sehe aber auch nicht, woran du das festmachst und wofür das wichtig ist ^^

Ich sehe auch nicht, dass er als Drehbuchautor schlechte Arbeit gemacht hat; "Die Fliege" oder "Gesprengte Ketten" waren für damalige Verhältnisse doch gute Filme.

Outsider:
Im Sumpf (NF)

Kriminalität in einer polnischen Kleinstadt könnte die Überschrift lauten, aber das würde der Serie (zur Zeit 3 Staffeln) nicht gerecht werden. Die Serie schafft es stereotype Rollen mit anspruchsvollen Charakteren zu besetzen. Gleiches gilt für die Story und Verknüpfung der Charakterbeziehungen untereinander. Die erste Staffel spielt in den achtziger Jahren, die danach folgenden in den Neunzigern. Die Serie schafft es gekonnt durch eine Mischung aus Rückblicken die Handlung dem Betrachter nahe zu bringen und noch in der dritten Staffel Ereignisse aus der ersten wieder aufzugreifen um den Figuren Leben einzuhauchen.

9/10 für Genießer anspruchsvoller Krimis mit einem Hauch Melancholie.   

Raven Nash:

--- Zitat von: manbehind am 10.03.2024 | 17:58 ---Ob Clavell, wie du behauptest, "wenig echte Recherche betrieben hat", weiß ich nicht, sehe aber auch nicht, woran du das festmachst und wofür das wichtig ist ^^
--- Ende Zitat ---
Er hat keine wirkliche Ahnung vom Bushidô (verwendet ihn aber ständig), seine gesamte Darstellung der Prä-Tokugawa Gesellschaft ist ein wild zusammengewürfeltes Mischmasch mit vielen Dingen, die erst danach relevant werden. Und wofür das wichtig ist? Bei einem historischen Roman? Echt jetzt?

Im Prinzip arbeitet er in seinen Büchern seine Kriegsgefangenschaft auf - die Asiaten sind grundsätzlich verschlagen, grausam und intrigant (bis auf ein paar Ausnahmen ala "Edler Wilder"), während die Westler zwar kulturell unterlegen sind, aber dafür moralisch höher stehen. Sei das Shôgun, Gaijin oder Tai-Pan.

KWÜTEG GRÄÜWÖLF:

--- Zitat von: Raven Nash am 11.03.2024 | 08:18 ---Er hat keine wirkliche Ahnung vom Bushidô (verwendet ihn aber ständig), seine gesamte Darstellung der Prä-Tokugawa Gesellschaft ist ein wild zusammengewürfeltes Mischmasch mit vielen Dingen, die erst danach relevant werden.

--- Ende Zitat ---

Ich bin jetzt kein Japanologe, aber auch mir ist als eher laienhaft an japanischer Geschichte interessiertem Europa-Mediävisten schon aufgefallen, dass das Japanbild in Shogun ein Mix aus Samurai&Bushido-Romantik des 18. und 19. Jahrhundert plus Brutalonihilismus des japanischen Reiches im 2. Weltkrieg ist. Dabei ist mir in jedem Fachbuch über die Sengokuzeit geradezu ins Auge gesprungen, wie pragmatisch und unromantisch rational die Machthaber da agiert haben. Allein wie schnell und begeistert die die Teppo-Musketen entwickelt haben, da hinken die vergleichbaren europäischen Heere dieser Zeit noch gewaltig hinterher.

Aber ich seh Shogun einfach als ne Fantasy-Intrigen-Reihe, das macht durchaus Spaß. Obwohl ich als katholisch aufgewachsener Mensch natürlich heftigst für die Potugiesen und Spanier roote, diese Scheißketzer von der Nebelinsel sollen brennen!  >;D

P.S.: Sollte man nicht mal die ganze Shogundiskussion hier rausschnipseln und in einen eigenen Thread packen?

Lyonesse:
Mary & George ist eine unterhaltsame, historische Drama-Serie über eine
ehrgeizige Mutter, die Anfang des 17. Jahrhunderts den Aufstieg ihres Sohnes
am Hofe James I als Günstling des Königs plant - nach der Geschichte von George
Villiers.
Englischer Trailer

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