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Mass Effect 2
Bluerps:
Klar, man kann immer alles anders machen. Aber würde es dadurch auch besser, oder nur anders? Sorgt eine andere Strukturierung der Missionen automatisch für mehr Spaß? Wie schon gesagt: Mass Effect 2 konzentriert sich stark auf die Partymitglieder, mehr noch als das die meissten andere Spiele tun, und verkürzt den Hauptplot dafür ein Stück (allerdings auch wirklich nur ein kleines Stück, wenn man es mit dem ersten Teil vergleicht). Ob man das mag ist Geschmackssache, man kann es dem Spiel auf jeden Fall nicht als Fehler ankreiden.
Die Art und Weise wie auf die Partymitglieder eingegangen wird ist ein wenig gleichförmig, aber das anders zu lösen hätte keinen Vorteil gebracht, denke ich. Klar, du weiß schon bevor du Samara rekrutierst das Samara irgendein Problem haben wird, das du für sie lösen sollst. Aber nimmt einem diese Vorhersagbarkeit an diesem Punkt irgendwas weg? Ist es nicht viel interessanter zu erfahren, welches Problem Samara hat und wie man es lösen kann, als die Tatsache das sie eines hat (und das die Lösung in einer Subquest stattfindet)? Muss man solche Dinge auf drei verschiedene Arten lösen, nur damit sie auf drei verschiedene Arten gelöst sind?
Bluerps
Suro:
Ich finde es wirkt grundsätzlich sehr unnatürlich, wenn die Beziehung des Hauptcharakters zu seinen Crewmitgliedern in das enge "Hah, ich finde dich; ha, ich löse irgendein dumme sproblem für dich, und jetzt magst du mich"-Schema gepresst wird. Das wirkt mir - gerade bei all dem Drama, das sonst so veranstelt wird - zu "spielig" und dem Thema nicht angebracht. Abgesehen davon, dass immer das gleiche 9 mal abzuklappern uninteressanter ist, als wenn ich verschiedene Wege entdecken kann, mit die Freundschaft der Charaktere zu erarbeiten; Vorhersehbarkeit schadet nicht allen Geschichten, aber den meisten.
Ja, ich fände das weit besser.
Bluerps:
Aber darum gehts mir ja gerade: Es ist nicht vorhersehbar, nicht wirklich. Was sich in deinen Vorschlägen ändert ist nur ein Detail der Spielstruktur, aber nichts wesentliches. Bei dir gäbe es immer noch eine Möglichkeit, sich Samaras Loyalität (es geht ja nicht wirklich immer um Freundschaft) zu sichern, es wäre nur keine automatisch auftauchende Nebenquest, oder nicht?
Für mich ist es viel interessanter etwas über Samara zu erfahren - und das lässt sich nicht vorhersagen, bevor man tatsächlich mit ihr redet - als die präzise Art wie das in dem Spiel platziert wurde.
Bluerps
Suro:
Um mich noch einmal zu wiederholen: Mir widerstrebt der sehr statische Aufbau der Beziehungsentwicklung bei MassEffect, da er der Dynamik des Themas nicht angemessen ist.
Und das ist für mich kein Detail mehr.
Dass der tatsächliche Inhalt wichtiger ist, steht außer Frage. Mir stößt es nur sauer auf, dass er eben sehr künstlich verpackt ist, und dieses unangenehme Gefühl bei der Sache liegt an dem Baukastensystem, mit dem Bioware arbeitet. Wie gesagt, ich mag MassEffect2 doch sehr gerne, nur verwendet es eine Erzählstruktur, die einem Sidescrollshooter eher angemessen wäre, als einem "dramatisch hoch wertvollen" Spiel, wie es die Spiele von Bioware eben sein wollen.
Ich hatte da auch schon bei DragonAge Probleme - das ist zwar ein anderes Thema, weil dort nicht Spielintern das Problem lag, sondern darin, dass hier sehr sehr viele Versatzstücke, die mir schon aus anderen Biowaretiteln unglaublich bekannt vorkamen, neu zusammengepfriemelt schienen, auch was den Metaplot anging.
Was ich sagen will: Bioware macht tolle Spiele, die ich echt mag. Aber sie müssten sich, um mich mehr zu begeistern, mal nicht nur 30 Autoren für Dialoge und die eigentliche Story anschaffen, sondern mehr Mühe dabei machen, die einzelnen Stücke gut zusammenzukleben, und dabei innovativ zu bleiben. Das ist "Gejammer" aus hohem Niveau, aber nichts, was ich mir hier aus der Nase ziehe, weil ich gerne Spiele schlecht mache. Sondern weil es mich während dem Spielen tatsächlcih angenervt und gelangweilt hat.
Und das magst du nicht so empfunden haben, aber ich schon, und ich halte mein Empfinden hier dennoch nicht für unbegründet.
P.S.: Zu "Der Hauptplot ist nicht so wichtig" - ja, klar, ME war schon immer sehr auf die Charaktere fixiert. Aber ich finde was in ME2 passiert, gerade auch verglichen mit der Masse an Dingen, die in ME1 passieren, irgendwie relativ belanglos, und ich fühlte mich dabei immer etwas als ob man hier nur einen "Filler" aufgetischt hat, weil man ja noch einen dritten Teil geplant hat. Gerade da hätte ich mich gefreut, wenn das Spiel mehr eigenes eingebracht hätte, und da hätte es mich sehr gefreut, wenn man eben eine elegantere Methode gefunden hätte, die Backstories der neuen Charaktere dazu zu nutzen, die Geschichte um Reaper & Co. weiterzubringen.
Weil ehrlich - ja, Cerberus ist cool, die bringen eine neue Seite dazu, aber mich persönlich haben sie nicht so sehr beeindruckt, nachdem das erste Spiel mit der "Machine-Gods-From-Behind-the-Stars"-Bedrohung geendet hatte.
Bluerps:
Hast ja Recht, da stoßen nur mal wieder verschiedene Arten zusammen, ein Spiel wahrzunehmen. Mir kam das ganze weder statisch noch unnatürlich vor, auch wenn man es sicherlich auch hätte anders machen können. Ich habe aber auch mit der Zeit die Eigenschaft entwickelt, solche Eigenheiten von Spielen einfach als gegeben hinzunehmen. So wie ich es einem in der Gegenwart spielenden Film nicht ankreide wenn mal wieder ein Wundercomputer vorkommt, oder es mir nicht negativ auffällt, wenn in einem Actionfilm der Held nicht von den auf ihn einprasselnden Kugeln der Bösewichter getroffen wird.
Deswegen fühlt sich sowas für mich immer wie leere Kritik an, so als ob sich jemand ernsthaft über die Frisur des Illusive Mans aufregen würde. ;)
Was den Hauptplot angeht: Stimmt, der hätte länger sein können. Aber das was da ist, ist schön, insbesondere das Finale ist wirklich gut gemacht. Das Finale gehört für mich zu den besten Stunden Spiel der letzten fünf bis zehn Jahre. Das das Spiel auf den dritten Teil hinarbeitet ist mir auch aufgefallen, aber nicht wirklich negativ. Ich fands sogar sehr spaßig mir zu überlegen, welche Konsequenzen manche Ereignisse auf den dritten Teil haben könnten.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Man sammelt nämlich die ganze Zeit Verbündete und beeinflusst, auf welche Art die einem später gegen die Reaper helfen werden. Beispielsweise ob die Migrant Fleet mit oder ohne Geth-Soldaten oder gar nicht hilft, ob es viele oder wenige Krogans geben wird, und ob die geeint oder weiter zerstritten sein werden und natürlich ob man einen durch Cerberus kontrollierten Reaper auf seiner Seite hat. Ich fand das toll!
Bluerps
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