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Die Drei Musketiere kehren zurück!

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Plagiator:
Hier gibt es schonmal eine kleine Vorabrezi. Schön finde ich den Absatz zum Schluss: "Wenn man sich dem Unfug auf der Leinwand nämlich hingibt und gar nicht erst versucht, Sinn in das bunte Treiben zu bringen, machen Die drei Musketiere tatsächlich irrsinnig Spaß. Zumindest bis während des Abspannes Take That zu jodeln beginnen."

Aber wie ich mich kenne, werde ich mir diesen Film trotzdem reinziehen...  :D

JollyOrc:

--- Zitat von: Plagiator am 30.08.2011 | 08:52 ---Zumindest bis während des Abspannes Take That zu jodeln beginnen."
--- Ende Zitat ---

Das Schlimme ist: Die weisen im Vorspann noch extra darauf hin, dass sie das im Abspann tun werden.

Horatio:
Ich war am Donnerstag drin und war sehr positiv überrascht :). Hollywood bleibt Hollywood – aber der Film macht vieles besser als man es von dem inzwischen zum definierenden Standard gewordenen Michael Bay Hollywood Müll kennt. Vielleicht war ich aber auch einfach ausgehungert was taugliche Mantel und Degen Kost betrifft^^.

Die Story ist stringent und die Themen des Films ziehen sich wie ein roter Faden durch die Handlung. Man bekommt mehr als nur Szene an Szene gereiht: Dinge werden vorbereitet und bereits aufgebrachte Elemente wieder eingebracht. Was man – bei Musketierverfilmungen bei weitem nicht selbstverständlich – dem Film auch anrechnen muss, ist dass man die Story ohne sie zu kennen begreifen kann und als jemand der mit der Vorlage – nun gut eher den vielen Verfilmungen die da auch nie 1:1 drauf zurückgreifen – vertraut ist, hat man das Gefühl, dass Abweichungen wissentlich und überlegt vorgenommen wurden (und ich finde dadurch hat man sogar mehr Spaß am Film, da man nicht immer weiß wo er hin will^^).

Das einzige was einem diesem Film kaputtmachen kann, zumindest wenn man das Genre mag, ist die falsche Erwartungshaltung. Es ist eine moderne Verfilmung, man sollte also nicht den definierenden Charme der 50-60er Mantel und Degen Filme erwarten, aber das Genre wird auf jeden Fall getroffen. Die Fecht- und Prügelszenen sind gelungen auch wenn ich manchmal ein wenige traditionelleres Flynning gesehen hätte, sie wirken mal nicht asiatisch wie bspw. in dem unsäglich schlechten The Musketeer, vielleicht bis auf ein paar Einlagen von Milady. Das Duell zwischen D'Artangan und Rochefort schafft es sogar auf Anhieb in die Top Ten meiner liebsten Mantel und Degen Duelle.

Die bereits „vordefinierten“ Charaktere haben dem Film sicherlich gut getan und die Charakterisierung erleichtert. Hier vielleicht die einzige Kritik, bei so vielen schönen Charakteren hat man das Gefühl das nicht alle ihrem Potential gerecht wurden. Rocheforte wird erst kurz bevor man sich ihm „entledigt“ interessant. Dafür nimmt der Film „show don't tell“ sehr ernst und schafft es darüber seine, zugegebenermaßen nicht unglaublich tiefen, Charaktere unterscheidbar zu machen – auch etwas was nicht jeder Verfilmung ausreichend gelingt. Lediglich Milla Jovovichs Milady, eher ein „nicht ganz Hauptcharakter“, füllt die Rolle bestens und der Wichtigkeit ihrer Figur entsprechend aus. Ebenso macht der König als Nebenfigur eine sehr gute solche und ist für die fast schon fremdschämen Slapstick einlagen zuständig, die auch ein wenig die campigeren Momente des Genres einfangen. Oh und dafür gibt es sogar eine geradezu dramatische Szene mit einem „moralischen Dilemma“ die nicht mal zu aufgesetzt wirkt. Auch hier wieder eine positive Überraschung.

Die Filmmusik passt hervorragend und entgegen den ganzen Wackelkamerea und schnellen Schnitten die man in den 2000ern immer geboten bekam, greift man hier eher zu Zeitlupe wenn es hektisch wird; man sieht also mehr und das tut dem Film wirklich gut :). Ebenso ein Film der sich steigert und sein Pulver nicht bei der erstbesten Actionszene verschießt; hatte ich auch schon lange nicht mehr^^.

Alles in allem eine der besseren Musketier Verfilmungen und wäre er in manchen Bereichen einen Tick „klassicher“ (und gut, auch wegen der aus meiner Sicht nicht sooo großen Konkurenz) hätte er auch eine der besten sein können.

Mantel und Degen Fans, ansehen, keine falsche Erwartungshaltung im Vorfeld aufbauen und positiv überraschen lassen; genau das schafft der Film immer wieder im Kleinen :) und liefert ein überzeugendes, unterhaltsames Gesamtwerk ab :).

Die letzte Einstellung schreit übrigens nach einer Fortsetzung (gut nicht nur die^^) und hat mich auch scharf darauf gemacht^^. Da sind auch noch viele lose Fäden und von den schön angelegten, aber bisher nicht immer voll ausgereizten Charakteren will ich definitiv mehr sehen!

EDIT: Vielleicht ein paar persönliche "Benchmarks": Nach meinem Empfinden besser als Fluch der Karibik / Pakt der Wölfe / Die Maske des Zorro (mag aber auch sein weil ich nicht so der Zorro Fan bin, guter Film, keine Frage) und um Meilen besser als The Musketeer oder die Legende des Zorro. Schlägt auch mit Leichtigkeit die Disney Vervielmung der drei Musketiere (war soweit ich weiß zumsammem mit "The Musketeer" die letzte größere Verfilmung des Stoffes). Mit den Klassikeren will ich sie nicht vergleichen, fände ich unfair und ein wenig unpassend; immerhin geht es hier um das moderne Mantel und Degen / Adventure Movie Kino :).

Gaming Cat:
Ja schönes Swashbuckling mit einer Prise Flugschiff-Clockpunk...Waltz ist als Kardinal genial und der Bloom-Buckingham besser als gedacht, Mikkelsen gibt einen herrlichen Rochefort...  :fecht:
Zur "Performance" von der Jovovich (Ehefrau des Regisseurs!) schreib' ich aber besser nix - gefühlt waren ihre Szenen die übelsten an diesem (sonst sehr spaßigen) Film. Auch die guten Kostüme und die prächtige Ausstattung sind allemal sehenswert!  :d

Horatio:
Ich war auch sehr skeptisch was die Jovovich betrifft, aber wie gesagt ich finde sie in der Rolle nicht aufdringlich und die Femme Fatale bringt sie rüber :). Dafür fand ich, dass Waltz (wirklich brilliant war er nur, wenn er offen böse sein durfte^^) und Bloom hinter ihren Möglichkeiten zurückblieben; aber nun gut, da war einfach nicht genug Platz so viele Figuren zu entwickelen (und man wollte ja noch eine Geschichte in der Zeit erzählen^^) und für den Film hat es alle mal gereicht. Der einzige der in - Gott sei dank nur - einer Szene wirklich eine so unglaublich offensichtliche Fehlbesetzung war, war Til Schweiger; ich mag ihn, aber sein schauspielerisches Reportoi ist sagen wir mal.. begrenzt :P.

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