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SciFi-Klassiker
El God:
Hatten wir schon Sergej Snegows "Menschen wie Götter"? Wenn nein, dann gehört das dringend hier her!
Feuersänger:
*bömp*
Ich habe gerade "Between Planets" von Robert Heinlein gelesen -- der ist bis dato einfach mein Lieblingsautor im Bereich SF-Klassiker.
Grob gesagt geht es da um den ersten Unabhängigkeitskrieg in Heinleins "Future History" - die Venus sagt sich von der Erdföderation los. Allerdings muss man sich dazu wieder ins Gedächtnis rufen, dass nicht alle von H.s Geschichten im gleichen Universum spielen. Manche sind utopischer, manche dystopischer.
Heinlein lässt da in seinen Geschichten so gewisse Hints fallen, in welchem Universum sie spielen. Bei manchen z.B. kommt das Lied "The Cool Green Hills of Earth" vor, das ist also immer ein Universum.
In diesem Fall jedoch scheint Between Planets (1951) das Universum zu sein, aus dem sich später das Setting für Starman Jones (1953) entwickelt. Der einzige "Clue" ist aber der am Ende von B.P. entwickelte experimentelle Antrieb: hier "Horst-Milne-Conrad-Drive" genannt. In Starman Jones (welches einige Jahrhunderte später spielen muss) heisst der Antrieb dann "Horst-Conrad Impeller". Allerdings auch eine Inkonsistenz: in B.P. wird direkt der Technologiesprung vom Fissionsantrieb zum HMC-Antrieb gemacht; in S.J. gab es dazwischen noch "Torchships". Starship Troopers ist eventuell im gleichen Universum angesiedelt.
Davon abgesehen, ist die Geschichte (eine der sog. "Juveniles") weitgehend spannend und schwungvoll geschrieben -- nur kurz vor Schluss wird es auf einmal etwas schwammig. Der Schluss ist immer so eine Schwäche von Heinlein: viele seiner Geschichten haben gar keinen, sondern enden so von einem Satz auf den anderen, wo es eigentlich noch weitergehen könnte oder müsste. Bei anderen ist er einfach nur schwach.
Bei B.P. ist er eigentlich nicht so schlecht, und auch vom Zeitpunkt her ganz gut gewählt. Er ist nur etwas... undramatisch.
Besonders gut haben mir auch in dieser Geschichte wieder die venerianischen Lebensformen gefallen, also echte Außerirdische. Es sind allerdings ganz andere als z.B. in Space Cadet oder Tenderfoot in Space. Die intelligente Spezies sind hier in Familienverbänden lebende "dragons", was ich mal mit "Waranen" statt "Drachen" übersetzen würde, da sie weder fliegen noch Feuer spucken. Sie sind zwar so groß, schwer und schnell wie ein mittlerer Kampfpanzer (und auch so gepanzert), aber friedlich, freundlich und zivilisiert; "sprechen" in einer Flöt-Sprache, können aber mit speziellen technischen Geräten (Voder) auch Menschensprache emulieren.
Besonders putzig auch die nichtsentiente Spezies der Gregarian, so eine Art aufrecht gehende Mischung aus Ziege/Schaf und Känguruh, die extrem freundlich und anhänglich sind, und mit jedem Zweibeiner sofort und immerzu kuscheln wollen. Aufgrund ihrer Anschmiegsamkeit werden sie von den Menschen meist nur kurz "Move-overs" genannt. (Eine ähnlich verschmuste Spezies lernen wir in "The Rolling Stones" auch mit den "Flat Cats" vom Mars kennen.)
In Space Cadet hingegen sind die venerianischen Eingeborenen zwar auch friedlich und zivilisiert, aber stellen eine menschengroße, froschähnliche, amphibische Rasse dar, die nur das weibliche Geschlecht kennt. Für die ist Nahrungsaufnahme etwa so unanständig und intim wie für unsereinen das Gegenteil davon. Auch legen sie größten Wert auf höfliche Umgangsformen; der schlimmste Vorwurf an eine Venerianerin ist, dass sie einen nicht angemessen behandeln würde.
Was mir daran gefällt ist, dass Heinlein sich immer was einfallen lässt, um die Außerirdischen in ihrem Wesen möglichst verschieden von den Menschen zu machen. Dass dabei dann fast immer friedliche, freundliche, zivilisierte Wesen herauskommen, sollte uns eigentlich zu denken geben.
Feuersänger:
Ich hab mir letzte Woche mal für eine längere Zugfahrt die Sterntagebücher vom LEM besorgt, und inzwischen so etwa zur Hälfte gelesen. Also, stellenweise ganz amüsant, aber nicht so genial wie immer getan wird. Ich würde es mal bilanzieren als Baron Münchhausen in Spaaaace.
Aber eine Stelle, an der ich wirklich laut rausgelacht habe, war diese über durchgeknallte Elektronenhirne:
So hatte zum Beispiel ein gewisses Universitätshirn, das sich in die Frau eines Mathematikprofessors verliebte, aus Eifersucht alle Berechnungen gefälscht, bis der Mathematiker in Depression geriet, da er glaubte, er könne nicht mehr addieren. Aber zur Rechtfertigung jenes Hirns muß man einräumen, daß die Frau es systematisch verführte, indem sie ihm alle ihre Rechnungen für die intimste Wäsche zum Summieren gab.
:D
Crimson King:
Die Sterntagebücher sind teilweise sehr hintersinnig, was sie von Münchhausen doch ein wenig abhebt.
Lyonesse:
Harry Harrison - Zu den Sternen-Trilogie (Heimwelt, Radwelt, Sternwelt)
Harry Harrison - Todeswelten-Trilogie (Todelwelt, Sklavenwelt, Barbarenwelt)
Harrison neigt zu recht hemdsärmeligen und ziemlich kompetenten Helden, und das Frauenbild der Romane ist auch eher von gestern, aber die Bücher kann man schon als Klassiker bezeichnen, die zu ihrer Zeit neben Asimov und Heinlein bestehen konnten und in den SF-Bestsellerlisten zu finden waren. Seine berühmteste Kreation ist aber sicher der respektlose Stahlratte-Zyklus.
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