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Fröhliche Savage Worlds Blubberrunde (mit Lästern)

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Humpty Dumpty:
Hm, vielleicht ist pulpig in der Tat nicht der richtige Begriff. Gaslight und Hellfrost kenne ich von den genannten Settings ansonsten noch nicht. Und ich folge auch der Argumentation von Zornhau. Allerdings bin ich bei Necropolis anderer Meinung. Vielleicht ist das auch schon der entscheidende Beurteilungsunterschied: die Frage, inwiefern sich ethisch-moralische Themen integrieren lassen. Oder allgemeiner: wie können SW-Settings nach den üblichen Kriterien von Hochliteratur gehaltvoll gestaltet werden?

Mal angewandt auf die ethisch-moralische Tiefe verschiedener Filmbeispiele: Johnny Mnemonic, Total Recall, Blade Runner und Gattaca behandeln solche Themen mit unterschiedlicher Anspruchsniveau. Ich mag alle vier Filme. Doch während ich mir bei Johnny Mnemonic und Total Recall wunderbar eine Umsetzung mit Savage Worlds vorstellen kann, gilt dies für Blade Runner und Gattaca eben weniger. Doch für Settingumsetzungen der letzten beiden würde ich halt eher ein forgigeres System verwenden. Und Necropolis ist nun einmal deutlich eher Total Recall als Blade Runner. Ist das nachvollziehbar? So richtig klar habe ich das nämlich immer noch nicht.

Kynos:
Ich persönlich stecke Necropolis beinahe eher in die Wh40k-Ecke... und die hat bislang (zumindest meiner Meinung nach) auch nicht eben mit literarischen Juwelen geglänzt... :)

Humpty Dumpty:

--- Zitat von: Kynos am 19.06.2010 | 16:18 ---Ich persönlich stecke Necropolis beinahe eher in die Wh40k-Ecke... und die hat bislang (zumindest meiner Meinung nach) auch nicht eben mit literarischen Juwelen geglänzt... :)
--- Ende Zitat ---
Ja, das ist aus meiner Sicht auch deutlich eher machbar. Natürlich KANN man ein Setting wie Necropolis auch stärker mit ethisch-moralischen Fragen durchdringen. Aber es ist eben nicht darauf ausgelegt, sondern eher ein militärisches Actionsetting. Man KANN auch bei Total Recall mehr Augenmerk auf Fragen der persönlichen Identität legen. Das war in der literarischen Vorlage von Dick auch der Fall. Aber Total Recall ist ebenso als Actionfilm konzipiert wie Necropolis als actionorientiertes Setting ebenso wie Savage Worlds nach meinem Eindruck besser zu klassisch actionorientierten Settings für Taktikspiele passt. Naja, und dann isses halt wieder ein bisschen billig, weil Savage Worlds selbstredend auch so konzipiert wurde. Die Katze beißt sich in den Schwanz. Hm... später noch mal. Vielleicht küsst mich die Muse.

Master Li:

--- Zitat von: Zornhau am 19.06.2010 | 15:42 ---Dieses Herumreiten darauf, daß der Einband etwas "pulpig" wirke, daher müsse der Inhalt ja wohl ausschließlich ein Pulp-Rollenspiel sein, ist einfach BESCHEUERT.

--- Ende Zitat ---

Read fail...

Erstens habe ich es durchaus ironisch formuliert, was auch an dem  ~;D hätte auffallen können. Und dass sich mehr Leute, die "Pulp" interessant finden, im Rollenspielladen um die Ecke SW anschauen als Immersionfreaks, ist ja wohl selbstverständlich. Wer sich natürlich im Vorfeld über ein System informiert, der sollte gerade bei SW schnell herausfinden, dass es eher wenig pulpig ist.

Bei Deiner Meinung zu "Pulp" als Begriff und der Bewertung von SW haben wir wohl die gleiche Meinung ;) 

Zornhau:

--- Zitat von: TAFKAKB am 19.06.2010 | 16:05 ---Vielleicht ist das auch schon der entscheidende Beurteilungsunterschied: die Frage, inwiefern sich ethisch-moralische Fragen integrieren lassen.
--- Ende Zitat ---
Genauso, wie sich ALLES, wofür es nicht explizite Regeln BRAUCHT integrieren läßt: Man nennt dies ROLLENSPIEL.

Ethisch-moralische Frage habe ich schon als KERNTHEMA in Traveller Anfang der 80er lang und breit gehabt. Und dieser Themenkomplex ist es, der sich bei mir durch so gut wie ALLE meine Kampagnen zieht. - Dazu brauche ich aber keine artsy-fartsy-forgy Regelsysteme, die das Thema in Crunch fassen und dabei die Konzentration auf das Thema sogar noch SCHWÄCHEN.

Solche Themen wenden sich an die SPIELER, und damit gehören sie -  wie auch Horror - NICHT in Crunch gezwängt.


--- Zitat von: TAFKAKB am 19.06.2010 | 16:05 ---Oder allgemeiner: wie können SW-Settings nach den üblichen Kriterien von Hochliteratur gehaltvoll gestaltet werden?

--- Ende Zitat ---
Warum sollte man denn "die üblichen Kriterien der Hochliteratur" überhaupt auf Rollenspiel anwenden?

Ich mache das nicht. Und ich habe das auch nie gebraucht. Und ich halte das auch nicht für hilfreich, sondern eher noch mehr Verwirrungen, als es eh schon gibt, befördernd.


--- Zitat von: TAFKAKB am 19.06.2010 | 16:05 ---Mal angewandt auf die ethisch-moralischen Fragen auf Filmbeispiele: Johnny Mnemonic, Total Recall, Blade Runner und Gattaca behandeln solche in unterschiedlicher Tiefe. Doch während ich mir bei Johnny Mnemonic und Total Recall wunderbar eine Umsetzung mit Savage Worlds vorstellen kann, gilt dies für Blade Runner und Gattaca eben weniger.

--- Ende Zitat ---
Also Blade Runner klappt mit SW VORZÜGLICH. - Wie im Film, um es mal so zu sagen.


--- Zitat von: TAFKAKB am 19.06.2010 | 16:05 ---Ich mag alle vier Filme. Doch für Settingumsetzungen der letzten beiden würde ich halt eher ein forgigeres System verwenden.

--- Ende Zitat ---
Was sollte denn ein forgiges System irgendwie "besser" machen beim Umsetzen solcher Stoffe?

Wenn ich mir ein System mit Erzählrechteverteilung anschaue, dann ist nur das Gameplay ein anderes, aber das Setting ändert sich dadurch erst einmal nicht. - Ich kann mit PDQ, HeroQuest, The Pool oder Fate DASSELBE Setting bespielen, wie mit HEROSystem, GURPS, oder SW. - Und ich kann in ALLEN Regelsystemadaptionen gleichermaßen ethische Fragen thematisieren und zum Kernthema ganzer Kampagnen machen.

Ich finde Deine Unterscheidung nicht nachvollziehbar.


--- Zitat von: TAFKAKB am 19.06.2010 | 16:05 ---Und Necropolis ist nun einmal deutlich eher Total Recall als Blade Runner. Ist das nachvollziehbar?

--- Ende Zitat ---
Nein. Kein Stück.

Vor allem: Welches Total Recall meinst Du eigentlich? - Die Fernsehserie Total Recall ist ja extrem verwandt zu Blade Runner - und BEIDE sind sie Weiterentwicklungen der klassischen Hardboiled-Detective-Stories. Und daher auch voll und ganz im "grünen Bereich" dessen, was SW BESTENS unterstützt.

Total Recall, der Spielfilm, ist ein übles Mind-Fuck-Szenario, welches von SW regeltechnisch nicht so gut unterstützt wird, wie solche Geschichten wie Blade Runner usw.

Aber: WEDER Total Recall NOCH Bladerunner NOCH eines der anderen von Dir oben erwähnten Settings hat auch nur grenzwertige Verwandtschaft zu Necropolis!

Necropolis läßt sich nur mit KRIEGS-Settings vergleichen. Vietnamkrieg, 2. Weltkrieg, 1. Weltkrieg, US-Bürgerkrieg, usw.

Und hier habe ich mit Film-Vorlagen wie Apocalypse Now! in Necropolis die BESTEN Erfahrungen gemacht.

Necropolis ist viel näher an Engel dran als an Weird Wars II. - Und es ist KEIN "Hurrah, wir haben Krieg!"-Action-Setting. - Eher im Gegenteil! - Es ist ein ziemlich an die Nieren gehendes, moralisch ausgesprochen belastendes Setting, welches charakterlichen Tiefgang aus sich heraus schon von alleine hervorbringt, den man in anderen Settings erst "herauspressen" muß.

Du schätzt m.E. Necropolis (und SW) völlig falsch ein.

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