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Starship Troopers Ironisch?
Jahleesu:
Wenn ichs richtig im Kopf hab starten die mit 2000 Mann oder so in der Einheit zu Beginn der Grundausbildung (bin aber nicht ganz sicher)... wird halt dann schnell ausgesiebt...
Lichtschwerttänzer:
--- Zitat von: Feuersänger am 18.11.2010 | 20:21 ---Ohne jetzt nachzuschauen, ich weiß z.B. nicht, wieviele Rekruten die Einheit hatte:
--- Ende Zitat ---
Ich hatte den Eindruck das war ne ganze Menge, das Lager dürfte Regimentsstärke gehabt haben.
Das es Tote während der Ausbildung geben kann, ist mWn nicht so ungewöhnlich, mindestens einer starb beim Überlebenstest.
Den gehängten Deserteur und Mörder zähle ich jetzt nicht mit.
--- Zitat ---Auch beim nichtmilitärischen Dienst werden einem Dinge abverlangt,
--- Ende Zitat ---
Ja, das ist der Sinn , die Möchtegernbürger für ihren Bürgerstatus bluten und schwitzen zu lassen.
Militärdienst kann auch Koch bei der Flotte oder Haare o.ä. einer Raupe(?) zählen bedeuten.
Die Idee hat was, nur wer bereit ist etwas für die Gemeinschaft zu leisten, hat das Recht über sie mitzubestimmen.
YY:
--- Zitat von: Feuersänger am 18.11.2010 | 20:21 --- Was meinst du, was in unserer heutigen Zeit los wäre, wenn ein Militär eines demokratischen Staates regelmäßig Tote in der Grundausbildung hätte, also im Prozentbereich?
--- Ende Zitat ---
Natürlich sind einige Sachen, die in ST gemacht werden, bei uns undenkbar - z.B. scharfe Patronen unter die Manöverpatronen zu mischen.
ABER:
Unfälle gibts immer mal, wenn man mit scharfen Waffen, Sprengstoff und Großgerät oder fernab von Unterstützungskräften arbeitet.
Freilich passiert so gut wie nichts davon in der Grundausbildung, aber das ist letztendlich nur Definitionssache - bei der Mobile Infanterie umfasst die Grundausbildung ja alles, bis der Mann einsatzbereit ist.
Bei der BW umfasst die (allgemeine) Grundausbildung etwas Sport, zu wenig Schießen, unfallfreies Melden/Grüßen und ein bisschen anderes Zeug - aber voll einsetzbar ist man damit auch und gerade als Infanterist ja noch lange nicht.
Wenn man also die späteren Sachen mit reinnimmt, gibt es mehr als genug Todesfälle, sei es wegen Material- oder Personalversagen.
Es müssen ja nicht gleich so "dicke" und vermeidbare Sachen wie das Iller-Unglück sein, aber es gab z.B. in jedem Jahr von 1989 bis 2006 mindestens einen tödlichen Schießunfall mit Handfeuerwaffen in der BW.
Da ist noch keiner vom Panzer überfahren worden, keiner mit geschloss´nem Schirm zur Erde und es ist noch keine Ari-Granate in der Feuerstellung losgegangen (zu allen dreien fallen mir Fälle aus jüngerer Vergangenheit ein).
Mal so als Denkansatz in den Raum geworfen:
Die Bundeswehr leistet sich z.B. den Spaß, die Offiziersanwärter der Marine auf der Gorch Fock über die Weltmeere schippern zu lassen - dort gab es erst kürzlich den zweiten tödlichen Unfall in zwei Jahren.
Diese beiden Unfälle sind mMn eindeutig auf die technischen Umstände an Bord zurückzuführen und hätten damit sicher "nicht sein müssen" - auf einem modernen Schiff fällt eben z.B. keiner aus der Takelage (wie beim Todesfall vom 08.11.2010).
Grundsätzlich:
Je gefechtsnäher die Ausbildung ist, desto mehr muss man damit leben, dass es tödliche Unfälle gibt.
Früher (lies: im Kalten Krieg) wurde z.B. auch bei der Bundeswehr zu Ausbildungszwecken (scharf) überschossen - und dabei fängt sich immer mal wieder jemand eine ein, weil er außerhalb des sicheren Bereiches rumwuselt, weil die Lafette des überschießenden MGs falsch eingestellt ist usw. usf..
Auch bei scharfen Durchgängen im Gefecht der verbundenen Waffen kann enorm viel schiefgehen.
Die Bundeswehr und die zugehörige bundesdeutsche Zivilgesellschaft nach der Jahrtausendwende ist ziemlich sicher nicht der demokratische Durchschnittsfall, was gefechtsnahe Ausbildung und die Akzeptanz der damit verbundenen Unfälle angeht.
KWÜTEG GRÄÜWÖLF:
--- Zitat von: Feuersänger am 18.11.2010 | 18:40 ---Achso, ja, dann kommt das wohl hin. Ich hatte auch erst nicht geschnallt, dass du die Raumpatrouille als Sicherheitsdienst bezeichnest.
--- Ende Zitat ---
Uppsi, das liegt daran, daß ich nicht Space Cadets, sondern die Original deutsche Ausgabe von ca. 1956 gelesen habe (da heisst das Buch stramm teutonisch "Weltraumkadetten"), die ich meinem Vater abgeluchst hatte. Damals hat man noch all das Englisch ins Deutsche übersetzt, nicht so wie bei dem faulen Übersetzerpack heutzutage ;D
Übrigens das einzige mir bekannte SF-Buch, das in den Fünfzigern schon Handys vorhergesagt hatte - als ich es in den Achtzigern gelesen hatte, war das mit dem klingelnden Telefon im Seesack des Kadetten noch richtig geil futuristisch - selige, süsse Prä-Jamba-Zeiten :korvin:
Topic:
Faschistoid (muss nicht =Rassistisch sein, siehe mein Avatar ;D) fand ich eben die Sache mit dem Wahlrecht nur für gediente Soldaten. Nach dem Motto, der Soldat ist der bessere Mensch. Und nur der kann verantwortungsvoll wählen. Also als behinderter Rollstuhlfahrer hab ich automatisch kein Wahlrecht, weil ich nicht handgranatenwerfend hügelan stürmen kann? Als Historiker kenne ich viele Sprüche und Rechtfertigungen aus der Freikorps-Szene der Zwanzigerjahre, die genau in diese Kerbe hauen. Und bei all meinen militaristischen Sympathien bin ich dann doch zu sehr Demokrat, um solche Gedanken als tolerierbare Denkanstösse anzusehen.
Wobei die Starship Troopers von den WH40K-Marines und Imperial Army bestimmt als warmduschende Hippietruppe betrachtet werden würden :D
YY:
--- Zitat von: Kwuteg Grauwolf am 18.11.2010 | 21:59 ---Also als behinderter Rollstuhlfahrer hab ich automatisch kein Wahlrecht, weil ich nicht handgranatenwerfend hügelan stürmen kann?
--- Ende Zitat ---
Gerade das gibts bei ST nicht - auch für den Rollstuhlfahrer wird eine angemessen elende Tätigkeit gefunden, wenn er sich das Wahlrecht verdienen will.
Der einzige medizinische Grund, aus dem man abgelehnt werden kann, ist, dass man mental nicht in der Lage ist, den Diensteid zu verstehen.
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