Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
3.5 oder 4.0 was würdet ihr empfehlen?
elikal:
Hi,
ich bin in einer alten DSA Gruppe, und wir dachten nach vielen Jahren doch mal D&D auszuprobieren. Nun kennt keiner von uns die D&D Regeln, sondern halt nur so viel wie man durch Spiele wie Baldurs Gate, Neverwinter Nights und dergl. von D&D weiß. Wir haben nun mal Blicke in die 3.5 und 4.0 Editionen geworfen, und so recht sehe ich nicht, welche sich besser eignet. Ich fasse mal ein paar Eckpunkte zusammen:
- nicht so wichtig ist für uns, wofür es mehr fertige Abenteuer gibt, oder überhaupt mehr Bücher, sondern eher, welches System an sich besser, stimmiger und vor allem für Neue geeigneter ist
- auch die Frage des kaufens, was man billiger/leichter kriegt steht jetzt nicht so im Vordergrund
Ich verstehe, dass viele Veteranen an das alte D&D 3.5 gewöhnt sind, und daher aus Gewonheit lieber das Bekannte spielen, was ich respektiere, aber für uns geht es wirklich nur um das System an sich. Da wir alle im Prinzip keinen Schimmer haben, haben wir auch keinen "Ballast" von Vorstellungen. Ich würde ein etwas gradlinigeres System bevorzugen, und da höre ich von 4.0 gutes, aber viele alte Spieler kritisieren es auch sehr.
Mich würde da mal eine fundierte Kritik interessieren.
Danke.
Elikal
Selganor [n/a]:
Wenn es euch erstmal ums reine Reinschnuppern geht und Englisch kein Problem sein sollte dann holt euch erstmal als Gruppe die neue "Redbox" (aka: D&D Starter Set)
Solltet ihr euch nicht zutrauen mit englischsprachigen Regelwerken zu hantieren dann bleibt als einzige (bezahlbare) Alternative das Pathfinder Rollenspiel (als "Weiterentwicklung" von D&D 3.5 produziert) das es auch in deutscher Sprache gibt.
8t88:
Selganors Vorschläge und vorallem Fragen sind schon sehr wichtig!
Wenn Du dazu was sagst ist es einfacher Dir was zu empfehlen. :)
elikal:
Naja für unsere Gruppe ist englisch kein Hinderungsgrund, obwoghl man in deutsch natürlich sehr viel flüssiger liest. Andererseits sind von 4.0 nur einige Bücher in deutsch erschienen, dann müßte man später für andere Bücher jedes einzelne Rück-Übersetzen, was mich im Moment eh etwas mehr zu englischen Fassungen tendieren ließe.
Tja warum D&D.... weil es so viel dazu gibt, weil wir Faerun als Welt kennen, im Mom. steht bei uns nur D&D 3.5 oder 4 zur Debatte, nachdem wir andere Rollenspiele andiskutiert haben.
Nach oberflächlichem Einlesen sehe ich folgende Unterschiede, bitte korrigieren, wenn ich es falsch verstehe.
- 4.0 scheint irgendwie weniger Skills (und Zauber?) zu haben, die man dafür aber öfter einsetzen kann, einige dauernd, einige 1x pro Kampf; aus den div. Computerspielen erinnere ich mich, dass man in D&D 3 und 3.5 immer rasten musste, um Fähigkeiten neu aufzuladen, was alles natürlich etwas langsam macht. In DSA kann man alles immer einsetzen, daher tendiere ich da zu D&D 4. Aber sind die Fähigkeiten nicht zu wenige?
- Auch Skills: So sind viele SKills zusammengefasst, die div. Diebes-Fähigkeiten sind nun in 4.0 alle "thievery". Ist das gut oder schlecht? Scheint mir ein wenig ohne Profil, aber vielleicht war es auch nur Ballast, wie beurteilt ihr das?
- Irgendwie werden im Spielerhandbuch 4.0 keine Zauber erwähnt, anders als in 3.5, gibts da ein komplett eigenes Buch jetzt, dass man noch extra braucht? Wenn ja welches?
- Lebensenergie... oder HP: Hab mal Charakter-Generatoren ausprobiert. Stufe 1 chars bei 3.5 waren immer bloß so 10 HP, während bei 4.0 oft 30 und mehr zusammen kamen. Ist man mit 10 HP nicht mit einem Schlag tot? Kommt mir irgendwie... wenig vor.
Was ist Pathfinder??
Oberkampf:
--- Zitat von: elikal am 13.09.2010 | 04:34 ---Hi,
ich bin in einer alten DSA Gruppe, und wir dachten nach vielen Jahren doch mal D&D auszuprobieren.
- nicht so wichtig ist für uns, wofür es mehr fertige Abenteuer gibt, oder überhaupt mehr Bücher, sondern eher, welches System an sich besser, stimmiger und vor allem für Neue geeigneter ist
--- Ende Zitat ---
Wenn Du von DSA kommst, kann es sein, dass D&D (egal in welcher Variation) für Dich ein ziemlicher Kulturschock ist. Es muss nicht sein, aber es kann sein. Die Stimmigkeit ist bei D&D schwierig zu fassen, vor allem, wenn Du die Regeln ohne Kampagnenwelt nutzen willst.
Pathfinder oder 3.5 beginnen mit "klasssichen" Fantasy-Rassen und -Klassen, da ist das Wildeste der Halborc bzw. der Mönch (nach Vorbild des fernöstlichen Kung Fu Kämpfers). Insofern kommt man da von der Vorstellung her schnell rein. Bei 4E gibt es im GRW schon Drachenmenschen und Tieflinge (Nachfahren von Teufeln), und mit jedem Player Handbook werden die Rassen... noch unkonventioneller. Gilt auch mit Einschränkungen für die Klassen. (Allerdings wird 3.x mit jeder Erweiterung auch immer farbenprächtiger was die Auswahl an Rassen und Klassen angeht.)
Ansonsten kommts drauf an, was Du willst:
Wenn man gerne kämpft, finde ich 4E übersichtlicher als 3.x - und außerdem besser ausbalanciert. Zumindest auf den ersten Stufen verlaufen bei 3.x Kämpfe in meiner Erinnerung aber deutlich schneller (und tödlicher).
Fertigkeitsanwendung war nie D&Ds Stärke, ist aber in 4E (trotz aller begründeten Kritik am Skillchallengesystem) deutlich besser geregelt (allerdings im Dungeon Master Guide I + II, nicht im PHB).
Was die Zauber angeht, so bietet 3.x auf den ersten Blick mehr Auswahl an, mir persönlich liegt aber die Aufspaltung zwischen Kampfzaubern und (langen, teuren) Ritualen in der 4E. Wer gerne mit sehr starken Zaubererklassen spielt (wie bei DSA anscheinend auch üblich) ist mit 3E/Pathfinder aber besser bedient.
Basteln und Optimieren/Powergamen kann man mit beiden, aber bei 4E werden die Unterschiede nicht so krass wie bei 3E.
Auch wenn es sich verrückt anhört, aber ich halte 4E für ein "schlankeres" Regelsystem als 3E oder Pathfinder, die beide für meinen Geschmack zu viele Subsysteme haben.
Längerfristig könntest Du mit dem OP möglicherweise eine weitere Schlacht im "Krieg der Systeme" auslösen ~;D
Edit: Nachtrag zu den Fähigkeiten: Nach längerem Hin und Her bin ich bei Rollenspielen allgemein zu der Auffassung gekommen, dass wenige, dafür aber abenteuerrelevante, eindeutige Fertigkeiten besser sind als viele, die nicht zum Einsatz kommen. Fertigkeiten werden bei D&D aber ohnehin stiefmütterlich behandelt.
Pathfinder ist eine Weiterentwicklung von D&D 3.5 auf der Basis der Open Game License.
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