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[Film] The Princess Bride - Kult oder Enttäuschung?
Crimson King:
Das Buch ist nebenbei bemerkt nicht das Buch zum Film. Es wurde wesentlich früher geschrieben. Das Drehbuch stammt vom gleichen Autor.
Der Film verknüpft auf naive und schöne Art und Weise das Mantel und Degen- mit dem Märchen-Genre. Westley sehe ich gut besetzt, aber vor allem Inigo Montoya ist völlig perfekt. Den Streifen empfehle ich sehr gerne, wenn jemand phantastischen Mantel und Degen-Stoff sehen möchte.
Vergleiche zwischen Film und Buch sind auch an anderer Stelle schwierig, weil der Film sich zwar recht eng an die Handlung des Buchs hält, die Mythenmetz'schen Abschweifungen Goldmans, die Einleitung sowie das erste Kapitel das Folgeromans dem Buch eine wesentlich satirischere Note geben. Das Buch ist eben kein Märchen.
Lyonesse:
Der Film hat mir damals gut gefallen, weil er selbstironisch war, was Fantasy zu selten ist. Das es eine Satire oder Spoof auf das gesamte Abenteuergenre war, ist mir erst später klar geworden. Die Braut des Prinzen übertreibt es jedoch derartig, daß es an Funny Fantasy grenzt. Allerdings, viel ausgemacht hat natürlich auch die Figur des Inigo Montoya, den viele Zuschauer mochten. Heute hätte ich keine große Lust mehr mir den Film nochmal anzusehen, da würde ich einem ernst gemeinten, gut gemachten und romantischen Fantasyfilm aus der Zeit, wie, Der Tag des Falken, den Vorzug geben.
carthoz:
Ich glaube auch, dass der Film dem Buch in vielem nachsteht. Ich weiß auch nicht, was Goldman bei seiner Drehbuchfassung geritten hat. Dazu muss man sagen, dass ich das Buch auch bisher nicht gelesen habe, aber die wirklich empfehlenswerte Lesung von Jochen Malmsheimer (mit einem leider nicht so tollen Bela B. in den Goldman-Teilen) genießen durfte; wer sie nicht kennt, sollte das meiner Meinung nach dringend nachholen (und sich sowieso mehr Malmsheimerlesungen gönnen, der Mann kann was!).
Tatsächlich geht die satirische Note im Film ein wenig unter bzw. findet sich nur noch in Details wieder. Miracle Max z.B. ist einfach ziemlich lächerlich und kann nicht ernst gemeint sein. Und leider sind auch viele der Charaktere deutlich platter als im Buch, z.B. die von dir schon erwähnten Schurken, und gerade bei Inigo finde ich es enorm schade, dass sein Hintergrund kaum Erwähnung findet - das wär ein Film für sich.
Vermutlich wäre dem Buch ein TV-Dreiteiler mit vernünftiger Finanzierung unter heutigen Maßstäben besser bekommen - weniger als 2 Stunden sind für das Buch einfach zu wenig. Da würde man auch die häufigen Einschübe von Goldman besser hinbekommen, wenn ich mir überlege, das Erfolgsserien wie "How I Met Your Mother" sowas ständig machen.
Jed Clayton:
Im englischen Sprachraum scheint der Film ähnlich wie andere Geek-Kultfilme auch eine oft herangezogene Quelle für witzige Filmzitate zu sein:
"They were both poisoned..."
"I hold you in the highest regard."
"Now, that would put a strain on our relationship."
"Hello, my name is Inigo Montoya..."
"Anybody want a peanut?"
"He is the brute squad."
Der Film hat schon seine großartigen Momente. Ich kenne ihn zudem wie gesagt erst seit gestern.
@Crimson King: Ich frage mich heute, ob der Roman nicht sogar ein Werk sui generis ist. In dem Roman, genauer gesagt in der 25. Jubiläumsausgabe, gibt es sogar einen eigenen Abschnitt, in dem Goldman darüber schwadroniert, wie er die Geschichte schon 1972 mit dem Gedanken an eine baldige Hollywood-Verfilmung geschrieben hatte, dann einem Studio das Buch mit dem Filmrechten für eine beträchtliche Summe verkauft hatte, es aber bereut hat, und sehr viel Zeit und Energie darauf verwendet hat, seine Rechte von dem Filmstudio zurückzukaufen. Das gelang ihm auch und er wartete bis 1986, um einen geeigneten Produzenten, einen geeigneten Regisseur und eine Besetzung dafür zu finden. Meine Ausgabe des Romans enthält sogar Anekdoten von den Dreharbeiten. Ich liebe das!
Ich habe auch den etwas oberlehrerhaften Discussion Guide am Ende meiner Ausgabe noch mal überflogen. Er wurde natürlich für Buchclubs und Diskussionen in Highschools oder Literatur-Seminaren an der Uni geschrieben. Die letzten beiden Punkte in dieser Fragenliste sind:
--- Zitat ---12) The Princess Bride was originally published in the 1970s. Does it reflect the trends of this time period, or does the original publication date seem surprising? What is its place in American literary history? How is the book also timeless?
13) How should The Princess Bride ultimately be categorized: Satire? Adventure? Romance? Fantasy? Is the title ironic? Does it imply a tame love story or a traditional piece of children’s literature?
--- Ende Zitat ---
Funktionalist:
Der Film ist eine wundervolle Parodie des Genres ohne billig gemacht zu sein.
Ich habe ihn schon einige Male gesehen und fand ihn immer toll.
Aber ich habe das Buch nicht gelesen und so bleibt mir nur noch zu sagen:
"My name is Inigo Montoya. You killed my father. Prepare to die." ;D
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