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Was hört Ihr gerade so?
Chiarina:
Alborosies Debut Album "Soul Pirate" (von 2008, erweiterte Deluxe-Neuauflage gab´s 2015). Schönes, empfehlenswertes Reggae-Album, manchmal eher Roots, manchmal eher Dancehall.
Alborosie stammt ursprünglich aus Italien und ist mit 23 Jahren nach Jamaica gezogen. Noch so´n Europäer, der sein Leben der Musik wegen dorthin verlagert hat.
Alborosie singt neben den üblichen Rastafari Slogans auch "Don't be afraid of diversity, there is no confliction"... und ich freue mich ganz naiv über solche Sätze... da diese Repatriation Idee ziemlich gefloppt ist, muss es vielleicht auf der Insel zu einem Ideenaustausch kommen.
Alborosie: Diversity
Lyonesse:
Spliff - Rock is a Drug
Chiarina:
Hier noch ein Versuch mit George Jones, diesmal mit der zweiten Tragödie - nach dem Suff kommt die Trennung! 1974 veröffentlichte er das Album "The Grand Tour". Zumindest der Titelsong wird als Verarbeitung oder Abrechnung mit Tammy Wynette gesehen, der Frau (ebenfalls Countrysängerin), von der er sich im selben Jahr trennte.
Im Text wird der Hörer von Jones in seinem leeren Haus herumgeführt und bekommt Zimmer voller Erinnerungen gezeigt. Jones erzählt uns von seinem Arbeitszimmer, in dem ihn seine Frau öfter besucht und geküsst hat, von seinem Schlafzimmer, in dem sich die beiden geliebt haben und schließlich vom Kinderzimmer. Am Ende erfahren wir, dass seine Frau ihn verlassen und das Kind mitgenommen hat.
Die Musik bietet alles auf, was Country ausmacht: Slidegitarre, kirchenchorartige Backgroundsänger, dezentes Honkytonk-Klavier und - vielleicht etwas untypisch - einen Streichersatz, der hier aber einfach ein wenig an Beerdigungen erinnert und die Tragik verdeutlicht.
Die Akkorde sind wie üblich simpel, immerhin fällt aber auf, dass die Tonart nicht ganz eindeutig ist. Der Anfang der ersten Strophe startet in C-Dur und führt nach D-Dur, danach werden die beiden Zentralakkorde im Wechsel verwendet. Die zweite Strophe wird auch noch durch eine Rückung einen Halbton höher eingeleitet. Das Stück ist dadurch in gewisser Weise etwas haltlos und lässt seine geerdete Basis vermissen - vielleicht ein wenig wie Jones selbst.
Insgesamt kann man das kitschig finden, für mein Empfinden ist es zumindest unglaublich dick aufgetragen, aber wer weiß: der Hörer, der im Alltagstrott gefangen ist und gar nichts Aufregendes mehr erlebt, ist vielleicht ganz dankbar für ein paar intensive Momente.
Kleine pikante Anekdote am Rande: Einer der co-writer dieses Songs war George Richey, der Tammy Wynette ein paar Jahre später selbst heiratete.
George Jones: The Grand Tour
Huhn:
Ich brauche Hilfe. Ich höre seit Tagen (!) dieses fetzige Lied in Dauerschleife und jetzt gibts da noch dieses tolle Cover und ich würd gern was anderes hören, aber es geht nicht.
Amaranthe - Army of the Night
JS:
Dir kann geholfen werden mit noch besserer Musik:
https://youtu.be/keIPYS0ddLE?t=55
:d
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