Medien & Phantastik > Hören
Was hört Ihr gerade so?
Lyonesse:
Mikey Likes It - Make a Noise
Chiarina:
Ich habe Jim French gehört, einen experimentellen FreeJazz-Saxophonisten, dessen Album "If looks could kill" von 1979 unter anderem vier Stücke enthält, bei denen Diamanda Galas mitwirkt. Es sind meines Wissens die ersten Aufnahmen der Hohepriesterin: frei improvisierte Duette und Trios (auf zwei der vier Nummern spielt auch noch Henry Kaiser Gitarre).
Ich nehme mir den Track "Looks could kill" vor.
1. Hördurchgang: Was für ein Gequietsche!
2. Hördurchgang: Ich erkenne das Prinzip. Im Wechsel sagen Jim French mit seinem Saxophon und Diamanda Galas mit ihrer Stimme: "Schau, was ich kann und versuch es mal, nachzumachen!" So klingt das Saxophon manchmal wie Stimme und die Stimme manchmal wie Saxophon. Dann wieder klingt das Saxophon einfach nur geräuschhaft... und die Stimme dann auch! Das ist schon recht verblüffend.
3. Hördurchgang: Hier wächst allmählich meine Bewunderung für das empathische Miteinander der beiden. Die Avantgardesounds stören mich nicht mehr. Es sind anstrengende Klänge - für die Hörer und für die Interpreten - aber es ist umso bewundernswerter, wie schnell hier Klangebenen wechseln und vor allem, wie flexibel die beiden auf eine Veränderung der Klänge des jeweils anderen reagieren.
Krass, aber hörenswert.
Jim French und Diamanda Galas: Looks Could Kill
Crimson King:
Loreena McKennitt - The Mask And Mirror
Die CD dürfte ihre Hülle seit über einem Jahrzehnt nicht verlassen haben. Dabei macht die Kanadierin mit irischen und schottischen Wurzeln ausgezeichneten Celtic Folk. Der Hauptgrund dafür, die CD aus dem Schrank zu ziehen, war aber eher, dass es in dem Agone-Modul, an dem ich gerade bastle, unter anderem um Masken und Spiegel gehen soll, und die Musik die Stimmung, die ich mit Agone verbinde, hervorragend rüberbringt. Außerdem ist sie gut geeignet, einen ins Bett zu begleiten, und ich bin ein bisschen krank und so platt, dass ich heute nicht alt werde.
Chiarina:
Ich bin ja oft ein Freund von Minimalismus. Warum habe ich aber mit Kraftwerk Probleme?
Weil für mich die musikalische Substanz uninteressant ist? Dieses Dur-Moll-Dreiklangsgeeiere mit den Brachial-Akkordwechseln... bekommen heute auch Komponierprogramme besser hin.
Weil ich es bedauere, dass der Minimalismus hier programmiert ist? Immer dasselbe lasse ich mir gefallen. Immer ganz exakt dasselbe langweilt mich.
Weil mich die Elektrosounds auch nicht hinter dem Ofen hervorholen?
Weil ich die Rhythmen fast immer dampfhammermäßig aufdringlich finde?
Weil die Texte nach "Literatur der Arbeitswelt" klingen (Ich stand - am Band!)?
Ich weiß, dass die Jungs ihre Verdienste haben. Die Musik klingt für mich trotzdem irgendwie - historisch...
Wenn die Texte ein bisschen kritischer werden, kann ich die Robotermusik immerhin ein wenig als akustische Dystopie ansehen. Ob das im Sinne der Band ist, weiß ich nicht.
Kraftwerk: Computerwelt
Mr Grudenko:
John Abercrombie & Jan Hammer & Jack deJohnette + Mike Brecker - "Ethereggae"
Synth-lastige Fusion von 1984
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln