Medien & Phantastik > Hören
Was hört Ihr gerade so?
Sidekick-Kai:
Bluuurgh - Corrupt Fairy Tale (1992): https://www.youtube.com/watch?v=RtypfmvZ34A
Chiarina:
Guy Davies ist ein Bluesman, der sein Metier versteht, zumindest manchmal ist er aber auch bereit, ein paar Schritte ins Neuland zu tun. Hier eine Nummer, die fest in der Tradition verankert ist: ein netter Bluegrass-Jam für schnelle Finger:
Guy Davies: Skunkmellow´s Dance Of The Chicken
Crimson King:
Motörhead ist eine Band, die ich lange Zeit weitgehend vernachlässigt habe. Ich besitze seit Jahren einen Sampler mit ca. 50 Stücken aus den 70ern und 80ern und das Album 1916 von Anfang der 90er. Im Zuge meiner Ausflüge in den Oldschool-Metal-Bereich habe ich mir deshalb den Backkatalog gegönnt, der von dem Sampler abgedeckt wird. Was dabei auffällt: Motörhead haben ein echtes Gleichförmigkeitsproblem. Stilistisch passiert zwischen Overkill und Iron Fist vier Alben lang überhaupt nichts, dann gibt es einen Ausrutscher mit Another Perfect Day und dann wieder zwei Mal das Übliche. Das ist insofern nicht ganz so tragisch, als dieser typische Motörhead-Stil einfach gelungen ist und die Energie der New Wave Of British Heavy Metal mit vielfach bluesiger Tonalität verbindet, ohne dass das ganze jemals in Richtung Hardrock abdriftet. We play Rock'n'Roll, hat Lemmy mal gesagt, was zwar sehr vereinfach ist, aber auch nicht völlig falsch.
Motörhead - Iron Fist
Chiarina:
Hier noch einmal Guy Davies mit ´nem sehr coolen One-Chord-Stomper , in dem der gute Mann von Frauen und Glücksspiel und dem üblichen Zeug erzählt, das so passiert, wenn jemand beides kombiniert. Der Song hat einen tollen Drive und ´ne tolle Bluesharp, wie ich finde. Und wenn dann doch die kleine Bridge mit zwei anderen Akkorden erklingt, falle ich fast vom Stuhl!
Guy Davies: Waiting On The Card To Fall
Was ist das für ein Glücksspiel, in dem die Buben ("Jacks") die wichtigsten Karten sind?
Crimson King:
Crimson Glory wird gerne irgendwie dem Progressive Metal zugeordnet. Auf Basis meines Verständnisses, also der Verwendung von Stilmitteln des Progressive Rock im Metal, ist mir ehrlich gesagt nicht mal ansatzweise klar, wo das herkommt. Keine Eklektik, keine komplexen Kompositionen, durchgängig schlichte Rhythmik. Das erste Wort, das mir zu Crimson Glory immer einfällt, ist Kitsch. Speziell das zweite, insgesamt bessere und abwechslungsreichere Album Transcendence ist von einer sehr eigenständigen kitschig-artifiziellen Atmosphäre geprägt und beinhaltet mit In Dark Places und dem Titeltrack immerhin zwei Stücke mit für Metal ungewöhnlichem psychedelischen Einschlag und starken Led Zeppelin Vibes. Dem stehen sehr mainstreamige Broken Heart-Songs wie Painted Skies, Lonely in Love und Burning Bridges entgegen, wobei letzteres sich durch den Einsatz von Synthie-Orchester abhebt, das gleichzeitig zur Kitsch-Atmosphäre beiträgt. Dazwischen gibt es Lady of Winter, Mask of the Red Death und Where Dragons Rule, melodische Power Metal-Kost mit selbstverständlich kitschigen Fantasy-Themen. Von der gern genannten Referenz Queensryche sind Crimson Glory qualitativ wie inhaltlich ein gutes Stück weit entfernt. Klarer overdubter Tenorgesang mit falsettbasierten Ausflügen in noch höhere Gefilde ist da kein Gleichstellungsmerkmal.
Das liest sich jetzt wie ein Verriss, aber das Album ist beileibe nicht schlecht. Mich stört eher die Einordnung. Die 80er Crimson Glory sind US Power Metal. Gleiches gilt im Übrigen für Queensryche, die aber gelegentlich tatsächlich Progmetal gemacht haben.
Crimson Glory - Burning Bridges
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