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Dragon Age 2
Bluerps:
So, seit gestern bin ich auch durch. Mein Urteil: Tolles Spiel, aber meine Güte, hat das viele Macken.
Damit meine ich natürlich nicht nur die Bugs, die auch schon ärgerlich sind, sondern die zahlreichen Einsparungen im Spieldesign. Allen voran die ständig recycelten Schauplätze und das Kampfdesign. Das Kampfsystem ist an sich toll - spätestens auf dem Schwierigkeitsgrad hard, muss man sich überlegen was man macht, und wie man seine Leute steigert, sonst geht man unter (auch wenn friendly fire auf niedrigeren Schwierigkeitsgraden als Nightmare schön gewesen wäre) - und es ist auch nicht tragisch das Gegner in mehreren Wellen angreifen, aber das diese Wellen fast immer auf dem ganzen Kampfplatz aus dem Nichts ploppen ist nervig und einfach nicht schön. Sonst noch negativ ist die geringe Variation bei der Ausrüstung (in Kirkwall scheint es ein paar Formari zu geben, die nichts anderes produzieren als Ringe, die +X Attack +Y% physical damage geben) und diese merkwürdigen minimal-Quests im ersten Akt, in denen man irgendwo einen Gegenstand aufsammelt und ihn dann irgendwo abliefert. Ich hätte auch noch gerne ein paar mehr Talente gehabt.
Aber an all das hab ich mich gewöhnt, wegen der Stärken des Spiels: Setting, Charaktere und Handlung. Die im ersten Teil eingeführte Welt Thedas wird schön verwendet und weiterentwickelt, und das obwohl man sich den Großteil des Spiels nur in einer einzelnen Stadt in den Free Marches aufhält. Man trifft aber ständig Leute und hört Nachrichten aus der ganzen Welt und man hat nie das Gefühl Kirkwall wäre nur eine beliebige Stadt in einem generischen Fantasy-Setting. Über das Redesign der Qunari kann man sich streiten, aber mir gefallen sie viel besser als vorher.
Die Charaktere wuchsen mir recht fix ans Herz, erst Aveline und Varric, dann Isabella und in der Mitte von Akt 2 hatte ich schließlich öfter das Problem, das ich nicht wusste wen ich mitnehmen soll, weil ich sie alle mochte. Meisstens hab ich dann die Leute genommen, von denen ich dachte das sie zur nächsten Quest was interessantes beitragen könnten (was dann oft auch so war). Nur mit Carver konnte ich nicht so recht was anfangen, aber den hab ich nach Akt 1 zu den Wardens abgeschoben.
Die Handlung braucht ein wenig Zeit, um in Fahrt zu kommen - insbesondere im ersten Akt lebt das Spiel hauptsächlich von den Nebenquests - aber sobald die Ereignisse dann in Gang kommen war ich immer gespannt darauf zu erfahren, wie es weitergeht. Der Twist ganz am Schluß (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)mit Merediths Schwert ist ein wenig albern, weil er schlichtweg unnötig ist, aber genau deswegen wiegt er auch nicht schwer. Das Ende hat mir gefallen, und das obwohl ich offene Enden normalerweise nicht ausstehen kann. Der Plot in Kirkwall ist sinnvoll zuende gebracht, und zu erfahren was die Hintergründe hinter Varrics Befragung waren, ist etwas auf das ich auch warten kann.
Alles in allem übertrifft das Spiel nicht seinen Vorgänger, oder sonst eins der Bioware-Spiele aus den letzten Jahren. Dazu hätte es mindestens 6-12 Monate mehr Entwicklungszeit gebraucht. Ich fände es auch schade, wenn EA weiter diese "schnell schnell Sequel"-Philosophie verfolgen würde, und alle Bioware-Spiele in Zukunft so aussähen. Aber trotz allem ist Dragon Age 2 ein schönes Spiel, das ich jedem ans Herz lege, der mit den Schwächen leben kann.
Bluerps
Smendrik:
@bluerps: Das ist hast du schön gesagt :)
Bluerps:
Dankeschön. Hab mir auch Mühe gegeben. :)
Bluerps
Ranor:
@ Bluerps
Schönes Fazit. Im Endeffekt sprichst du ja die selben Schwächen wie ich an - nur mit einem, im Gegensatz zu mir, wohlwollenden Blick auf das große ganze.
Bluerps:
Kann man so sagen, ja. :)
Bluerps
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