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Misspent Youth

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Zarkov:
Das eigentlich Interessante an diesem Spiel ist doch, daß man die Ideale, die man als rebellischer Jugendlicher in der Fiktion vertritt, nach und nach verrät und drangibt, um irgendwie doch noch was zu verändern. Selling out to the man, das ist der Angelpunkt der ganzen Sache.

[Nachtrag, weil das vielleicht nicht klar genug war: Wenn es nicht richtig wehtut, der Autorität auch nur einen Fußbreit nachzugeben oder sich auf sie einzulassen, egal, wie die gestaltet wurde, ist das ganze Spiel für die Katz. Daher doch der ganze Tanz.]

Ucalegon:

--- Zitat von: Zarkov am 30.06.2017 | 15:42 ---Das eigentlich Interessante an diesem Spiel ist doch, daß man die Ideale, die man als rebellischer Jugendlicher in der Fiktion vertritt, nach und nach verrät und drangibt, um irgendwie doch noch was zu verändern. Selling out to the man, das ist der Angelpunkt der ganzen Sache.

[Nachtrag, weil das vielleicht nicht klar genug war: Wenn es nicht richtig wehtut, der Autorität auch nur einen Fußbreit nachzugeben oder sich auf sie einzulassen, egal, wie die gestaltet wurde, ist das ganze Spiel für die Katz. Daher doch der ganze Tanz.]

--- Ende Zitat ---

Klar und das funktioniert ja eben nur, wenn ich auch überzeugt bin, dass es das wert ist. Deswegen redet Bohl ja bei der Erschaffung der Authority so viel davon, dass sie dich wirklich ankotzen muss.

Die schwere Entscheidung in MY ist: Bin ich bereit, meine Überzeugungen zu verkaufen, damit der Widerstand erfolgreich ist. Gerade ihre Opfer adeln die YOs. Dass ihr Widerstand gerechtfertigt ist, steht nicht in Frage.

D. M_Athair:
Was ich gerne wollte:
Die Möglichkeit die eigenen Überzeugungen so zu überdrehen, dass ich bzw. die Gruppe sie gern als taugliche Authority nehmen will.
Ich möchte gern die Seiten vertauschen können: Also "Absolutismus/Merkantilismus - YO ("Kapitalismus nach Adam Smith") // "Neoliberaler Kapitalismus" - YO ("Progressivismus"?)  // Oder auch: Absolutismus - YO (Revoluitionäre) // Jakobinische Terrorherrschaft - YO ...

Vielleicht ist das zu viel Hirnakrobatik, die Ideale der YO der einen Spielsitzung in der folgenden zur Authority verdrehen zu wollen.
Was ich halt nicht brauche - und mag die politische Haltung, die das Spiel präferiert noch so gut sein - ist ein Spiel, das trotz oder wegen "selling out to the man" am Ende des Tages dazu verdammt ist eine Echokammer zu sein.

Vielleicht will ich den Konflikt bei den YO auch einfach nur 2-Achsig:
sell out UND going fandamentalist/fanatic ... ohne dass das für mich auf der gleichen Ebene möglich sein muss.

Ucalegon:

--- Zitat von: D. Athair am 30.06.2017 | 18:25 ---Was ich gerne wollte:
Die Möglichkeit die eigenen Überzeugungen so zu überdrehen, dass ich bzw. die Gruppe sie gern als taugliche Authority nehmen will.
Ich möchte gern die Seiten vertauschen können: Also "Absolutismus/Merkantilismus - YO ("Kapitalismus nach Adam Smith") // "Neoliberaler Kapitalismus" - YO ("Progressivismus"?)  // Oder auch: Absolutismus - YO (Revoluitionäre) // Jakobinische Terrorherrschaft - YO ...

Vielleicht ist das zu viel Hirnakrobatik, die Ideale der YO der einen Spielsitzung in der folgenden zur Authority verdrehen zu wollen.
Was ich halt nicht brauche - und mag die politische Haltung, die das Spiel präferiert noch so gut sein - ist ein Spiel, das trotz oder wegen "selling out to the man" am Ende des Tages dazu verdammt ist eine Echokammer zu sein.

--- Ende Zitat ---

Wenn damit alle einverstanden sind, schmeißt dir das System da keine Steine in den Weg. Aber MY fordert dich eben auch deutlich dazu auf, dich mit den YOs und ihrem Kampf zu identifizieren. Das ist denkbar schwer, wenn die YOs (idealistische) monumentale Arschlöcher sind. Oder nach Zarkov: Wenn mich ihre Ideale nicht packen, dann hat es für mich auch keine Bedeutung, diese aufzugeben. Das meinte ich mit der fehlenden kritischen Distanz bzw. dem nötigen buy-in. Meine Folgerung war deshalb:


--- Zitat von: Ucalegon am 30.06.2017 | 15:21 ---Scheitern wird das also wenn nicht am Spiel oder der Form, die die Authority annimmt, sondern daran, dass Leute ihre eigenen politischen Überzeugungen und Anliegen über Gebühr in den Dreck gezogen sehen.

--- Ende Zitat ---

Das hat für mich auch nichts mit einer Echokammer zu tun, sondern mit gegenseitigem Respekt.   


--- Zitat von: D. Athair am 30.06.2017 | 18:25 ---Vielleicht will ich den Konflikt bei den YO auch einfach nur 2-Achsig:
sell out UND going fandamentalist/fanatic ... ohne dass das für mich auf der gleichen Ebene möglich sein muss.

--- Ende Zitat ---

Damit wären die YOs einer Kritik jedenfalls zugänglicher. Aber das würde der Prämisse von MY entgegenlaufen, die sie ja gerade verklären möchte.

Deep_Flow:
+1

Mit anderen Worten:

Es ist ein Spiel für den Punk in uns.

Ironische Brechungen, Konterkarierungen,  erweiterte Reflexionsebenen, das Wechselspiel zwischen Identifikation und Distanzierung ergibt sich dann im Spiel. Zumindest bei den den Leuten, mit denen ich sowas gerne spiele...

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