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Es gibt nur erfolgreiche und erfolglose Rollenspiele

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Ein:
@kılledcat
Den Fehler, den du wie viele machst, liegt darin, dass du Design mit Anwendung verwechselst.

Ich wähle mal ein Beispiel, das es andersherum angeht: Obwohl sich Schrauben mit einem Hammer schlechter installieren lassen als Nägel, sind Schrauben trotzdem objektiv die bessere Wahl, wenn es darum geht zwei Objekte zusammen zu halten.

Man muss sie nur richtig (as intended) anwenden.

Wenn man aber jetzt einen passenden Schrauberdreher zur Hand hat, aber feststellen muss, dass der Hersteller das Gewinde nicht richtig gefräst hat. Dann handelt es sich um eine schlechte Schraube.

Und diese schlechte Schraube wäre in diesem Fall sogar schlechter sowohl als die vernünftige Schraube als auch der Nagel.

milktoast:

--- Zitat von: Ein am  5.01.2011 | 13:55 ---@miltoast
Nein, denn dann kann man sich diese Aussage auch gleich sparen. Man diskutiert ja auch seltens darüber, ob Karotten nun lecker sind oder nicht.

Wenn es aber darum geht, mit welchen Zutaten ein bestimmtes Gericht sich am besten herstellen lässt, dann spielt es eben doch eine Rolle, ob und wenn ja welche Karotten man zum Kochen nimmt. Bei Rollenspielen verhält es sich ähnlich.

--- Ende Zitat ---
Ob das Gericht dann "gut" oder "schlecht" ist, hängt dann aber gänzlich davon ab ob ich Karotten mag oder nicht...

@EE

--- Zitat ---Aber sagen wir nicht bsp. das es gute und schlechte Literatur gibt? Das ist doch genauso subjektiv. Einer mag mit TKKG glücklicher seinals mit Göthe. Trotzdem sagen wir, Göthe ist besser.

Also warum geht das nicht auch bei Rollenspielen?
--- Ende Zitat ---
Ist Goethe wirklich besser als TKKG? Ich würde sogar soweit gehen und behaupten: Bob der Baumeister ist ein wesentlich (!) besseres Buch als Faust! (Angenommen der Leser ist 3 Jahre alt)

killedcat:

--- Zitat von: ErikErikson am  5.01.2011 | 13:55 ---Aber sagen wir nicht bsp. das es gute und schlechte Literatur gibt? Das ist doch genauso subjektiv. Einer mag mit TKKG glücklicher seinals mit Göthe. Trotzdem sagen wir, Göthe ist besser.

Also warum geht das nicht auch bei Rollenspielen?

--- Ende Zitat ---
Beziehen wir das doch auf die Kunst im Allgemeinen. Die Sachverständigen küren Dinge zur Kunst, die ... sagen wir mal fragwürdig sind. Ich habe in einer Ausstellung schon eingerahmte Popel bewundern dürfen. Qualität?

Wenn sich eine Elite Maßstäbe anlegt, dann darf sie Produkte selbstverständlich danach bewerten. Selbstverständlich darf jeder hier den Maßstab annehmen. Ich weigere mich jedoch besagten ausgestellten Naseninhalt als Kunst anzusehen. Vielleicht bin ich alleine damit.

In der Literatur ist das ähnlich. Ist Dresden Files ein gutes Buch? Es gibt hier einen Thread, in dem diverse Autoren von Fantasyliteratur gebasht werden durften. Die Diskussionen waren lustig, denn des einen Uhl war des anderen Nachtigall. Ist ja klar. Warum? Unterschiedliche Präferenzen und Maßstäbe. Wir können einen Maßstab anlegen und an diesem alle Rollenspiele messen. Es ist nur fraglich, ob sich jeder mit diesem Maßstab identifizieren kann.

Jiba:

--- Zitat von: Hertha am  5.01.2011 | 13:56 ---Der Mann hieß Goethe!  ;)

--- Ende Zitat ---

Der, so sagt man, ja erst den Begriff "Weltliteratur" prägte.

Und wollt ihr jetzt wirklich über den Literaturbegriff diskutieren. Klar gibt es Trivialliteratur und höhere Literatur, aber unser Bild davon hat sich gewandelt. Und bestimmte Texte und Autoren waren epochenprägend und epochenüberwindend, da gibt es nun einmal nichts dran zu rütteln. Goethes "Die Leiden des jungen Werthers" ist extrem viel gelesen worden und hat alles beeinflusst, was danach kam. Kafka wurde nach seinem Tod als Autor extrem weitläufig überall auf der Welt rezipiert (es gibt z.B. eine bis heute anhaltende starke Kafkarezeption in Japan). Brecht hat Skandale in Theatern ausgelöst. Und Charlotte Roche hat ein "Schmuddelbuch" geschrieben... die Zukunft wird zeigen, ob das Literatur ist.

Ich würde Rollenspiele aber eher mit PC-Spielen vergleichen. Und da gibt es welche, die rein handwerklich einfach nicht so toll sind, weil sie umständliche Bedienung haben, oder so etwas. Ich glaube, dass es auch Rollenspiele mit "umständlicher Bedienung" gibt, also welche, die einfach als Systeme nicht leisten, was sie versprechen. Die sind dann (für diesen Rahmen, den sie versprechen) schlechter als solche, die denselben Rahmen versprechen, die es aber schaffen. Das ist doch auch die Grundlage einer jeden Rollenspielrezension. Und wenn ich etwas rezensiere, dann versuche ich doch auch mein Fazit, warum etwas gut oder schlecht zu bewerten ist, objektiv erfassbar zu machen.

killedcat:

--- Zitat von: Ein am  5.01.2011 | 14:05 ---@kılledcat
Den Fehler, den du wie viele machst, liegt darin, dass du Design mit Anwendung verwechselst.

Ich wähle mal ein Beispiel, das es andersherum angeht: Obwohl sich Schrauben mit einem Hammer schlechter installieren lassen als Nägel, sind Schrauben trotzdem objektiv die bessere Wahl, wenn es darum geht zwei Objekte zusammen zu halten.

Man muss sie nur richtig (as intended) anwenden.

Wenn man aber jetzt einen passenden Schrauberdreher zur Hand hat, aber feststellen muss, dass der Hersteller das Gewinde nicht richtig gefräst hat. Dann handelt es sich um eine schlechte Schraube.

Und diese schlechte Schraube wäre in diesem Fall sogar schlechter sowohl als die vernünftige Schraube als auch der Nagel.


--- Ende Zitat ---
Uff, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Damit, dass vielleicht einer ein Zelt bauen will und hier Steckverbindungen besser sind? Damit, dass fehlerhafte Schrauben keinem schlechten  Rollenspiel entsprechen, sondern einem, das nicht funktioniert und damit kein Rollenspiel darstellt?

Bleiben wir beim Rollenspiel: gleiches Spiel, unterschiedliche Gruppen, unterschiedliche Ergebnisse, kein objektiver Maßstab. Punkt.

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