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Es gibt nur erfolgreiche und erfolglose Rollenspiele

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milktoast:

--- Zitat von: Master Li am  5.01.2011 | 06:37 ---Man hat nur kein messbares Instrumentarium, um dies zu bewerten. Ein Messer ist zum Beispiel schlecht, wenn es stumpf ist. Das kann man relativ leicht beurteilen und wird wenig Probleme haben, dies zu begründen.
--- Ende Zitat ---
Naja ein Buttermesser ist auch (oder gerade) dann gut wenn es stumpf ist. Und das schärfste Filetiermesser ist einem nur mäßig scharfen Brotmesser beim Brotschneiden unterlegen...


--- Zitat ---Es mag höchstens müßig sein,  Rollenspiele als gut oder schlecht einzustufen, da man relativ wenig Nutzen aus der Erkenntnis ziehen kann. Um festzustellen, ob ein System einem tatsächlich mehr zusagt als ein anderes ist nämlich viel Aufwand und Zeit nötig. Regeln erwerben, lesen, verstehen. Den anderen Spielern nahe bringen, mit diesen einen Termin vereinbaren, Charaktere erschaffen und spielen. Und dann bleibt noch eine große Chance, dass der Gruppe das Regelwerk nicht zusagt.
Deshalb ist es sogar manchmal verständlicher, bei einem minder guten System zu bleiben, als die Zeit für die Suche nach einem besseren System zu opfern.
--- Ende Zitat ---

Vielleicht sollte man Systeme mit einer subjektiven "Zufriedenheit" statt einem objektiven "gut" bewerten?

killedcat:

--- Zitat ---Man hat nur kein messbares Instrumentarium, um dies zu bewerten. Ein Messer ist zum Beispiel schlecht, wenn es stumpf ist. Das kann man relativ leicht beurteilen und wird wenig Probleme haben, dies zu begründen.
--- Ende Zitat ---

Der Vergleich hinkt leider. Denn im Gegensatz zum Messer wird ein Rollenspiel bei Gruppe Eins vielleicht gut funktionieren, bei Gruppe Zwei gar nicht. Nehmen wir die derzeitigen Hits FATE und Savage Worlds. Für mich sind die Systeme komplett unbrauchbar. Um den Messervergleich anzubringen: da könntest du mir auch einen Löffel zum Schneiden andrehen wollen, der würde so gut schneiden, wie mir besagte Systeme Spaß bringen. Und ich bin nicht der einzige dem es so geht. Aber bei anderen Gruppen klappen die Systeme einwandfrei und sind quasi "perfekt".

Wenn jetzt aber die Sinnhaftigkeit eines Systems für eine Gruppe von "gar nicht" bis "perfekt" reicht, dann kann hier der Maßstab nicht zu finden sein.

Darum argumentieren andere, die Erreichung der gesetzten Ziele sei der Maßstab. Abgesehen davon, dass die auf das Spiel keinen Einfluss haben, können diese gelogen, erfunden oder sonstwas sein. Die Erfüllung der Ziele reicht leider nur die Autoren zu bewerten, nicht aber das Spiel. Denn ein kaputtes Passion-Play kann immer noch ein tolles Dungeon-Crawl sein.

Der Erfolg eines Systems sagt etwas über eine ganz besondere Qualität des Systems aus: wie gut es sich verkaufen / an den Mann bringen lässt. Das ist ein guter Maßstab, vielleicht der beste, den wir haben, aber auch keiner, der die objektive Qualität des Produkts bemisst. Letztendlich kann ein Hype auch künstlich, z.B. über Werbung oder aggressive Forenpolitik erzeugt werden.

Alle Kriterien, die vielleicht objektiv messbar sind (oder auch nur halbwegs), sind aber nur subjektiv zu bewerten: ein schönes Beispiel ist die Vollständigkeit eines Regelwerks. Für mich ein Plus, habe ich hier im Forum aber auch privat schon Stimmen gehört, die das bemängeln und mehr Freiraum für Interpretation wollen.

Ausgehend von einem Rollenspiel das die Mindestkriterien erfüllt, als solches bezeichnet zu werden, ist die Gesamtbewertung imho rein subjektiv. Nur anhand eines vorgegebenen Maßstabes lassen sie sich vergleichen. Z.B. "Schnelle Charaktererschaffung" oder "Ausführlichkeit der Regeln". Dann aber sind die Maßstäbe nicht jedermanns Präferenz.

Ergo: ein objektive Bemessung ist möglich, eine objektive Bewertung nicht.

(Ich hoffe, ich habe mich halbwegs verständlich ausgedrückt. In meiner Mittagspause muss ich mich mit dem Tippen und Formulieren etwas beeilen).



--- Zitat ---Vielleicht sollte man Systeme mit einer subjektiven "Zufriedenheit" statt einem objektiven "gut" bewerten?
--- Ende Zitat ---
Genau so sehe ich das auch.

ErikErikson:
Aber sagen wir nicht bsp. das es gute und schlechte Literatur gibt? Das ist doch genauso subjektiv. Einer mag mit TKKG glücklicher seinals mit Göthe. Trotzdem sagen wir, Göthe ist besser.

Also warum geht das nicht auch bei Rollenspielen?

Ein:
@miltoast
Nein, denn dann kann man sich diese Aussage auch gleich sparen. Man diskutiert ja auch seltens darüber, ob Karotten nun lecker sind oder nicht.

Wenn es aber darum geht, mit welchen Zutaten ein bestimmtes Gericht sich am besten herstellen lässt, dann spielt es eben doch eine Rolle, ob und wenn ja welche Karotten man zum Kochen nimmt. Bei Rollenspielen verhält es sich ähnlich.

Yehodan ben Dracon:

--- Zitat von: ErikErikson am  5.01.2011 | 13:55 ---Aber sagen wir nicht bsp. das es gute und schlechte Literatur gibt? Das ist doch genauso subjektiv. Einer mag mit TKKG glücklicher seinals mit Göthe. Trotzdem sagen wir, Göthe ist besser.

--- Ende Zitat ---

Der Mann hieß Goethe!  ;)

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