Pen & Paper - Spielsysteme > Dungeon Crawl Classics
[OGL] Dungeon Crawl Classics – jetzt als eigenes Rollenspiel
korknadel:
Also gestern habe ich mit vier Spielern und 16 Chars das Funnel-Abenteuer Portal unter the Stars geleitet. Ich weiß nicht, wie es den Spielern ging, aber ich fand es sehr atmosphärisch. Die Spieler haben gleich die allererste Gelegenheit genutzt, um sich dauerhaft von einem Char zu verabschieden, und es folgten zuverlässig weitere.
Allerdings wurde es zweien der Spieler dann wohl doch zu gruselig, die fühlten sich, so vermute ich, irgendwann gelähmt, weil sie bei jedem Schritt Angst hatten, es könne der falsche sein, und sich auch irgendwie nicht mehr auf die Prämisse des Funnel-Spiels einlassen konnten. Dabei hatte die eine Spielerin noch ihre ganzen vier Chars, die allesamt vollkommen unversehrt waren. Da die insgesamt sechs Chars der Spieler noch nicht viele Schätze eingesammelt hatten, entschieden sie sich, statt gegen Monster und Fallen lieber den Char zu meucheln, der bereits einen Sack voller Edelsteine ergattert hatte. Das fand ich dann doch sehr schwach und meinte, dass sie für PvP keinen Spielleiter bräuchten. Letztlich sind die sechs Chars dann einfach aus dem Dungeon geflohen und die fünf der beiden anderen Spieler haben sich noch der letzten Herausforderung gestellt - erfolgreich.
Mir hat das Teil großen Spaß gemacht und auch den zwei Spieler, die sich nicht frühzeitig verabschiedet haben. Allerdings hat sich bei dem Versuch - im Rahmen unseres Rollenspielschnupperabends im Buchladen Otherland - das Problem gezeigt, das ich vermutet hatte: Gerade das Funnelkonzept braucht ganz bestimmte Spieler, die es abkönnen, wenn ihr Stapel an Charbögen kleiner wird. Wer hier zu sehr gewinnen will oder ängstlich ist, wer sich zu sehr in die Vorstellung hinein begibt, dass man sich ja keinen Fehler erlauben darf, der verliert dabei den Spaß.
Vor allem bei einem One-Shot wundert mich dieses vorsichtige Verhalten aber auch. Was hat man davon, wenn man sich immer fein zurückgehalten hat und hinterher mit seinen vier unversehrten Chars wieder rausläuft, ohne Action, Drama, Spannung am eigenen Char erlebt, Schätze eingesammelt und Rätsel gelöst zu haben? Die Spielerin, die einen Char verloren hat und deren drei verbliebene Figuren teilweise recht angeschlagen waren, hatte sicher eine launigere Sause in dem Abenteuer.
Ich hoffe, ich komme bald mal wieder dazu, DCC zu leiten!
Glgnfz:
Echt merkwürdig! Sind die Spieler denn ein herausforderungsorientiertes Spiel gewöhnt? Oder erzählen die sich sonst mit vorgeschobenen Regelwerken Geschichten? In letzterem Falle könnte ich mir das erklären. Ansonsten wäre ich auch ratlos. Ich war immer mit Gruppen unterwegs, wo die Spieler sich auf die merkwürdige Umgebung und die Idee einfach in 10-kleine-Negerlein-Manier (Darf man das jetzt noch sagen? Wie heißt der Roman im Jahr 2014? "10 kleine Afroamerikaner"?) ihre Charaktere zu verlieren, einließen. Und da gab es solch merkwürdige Bestrebungen nie.
korknadel:
Die beiden waren zwar schon öfter bei unseren Abenden, waren davor aber Rollenspielneulinge. Eine von beiden hat, offen gestanden, auch das ganze Spiel durch nicht kapiert, wer gerade wen angreift, was ein W20+Modifikator-Wurf ist und wie man einen W100 abliest. Ich kann auch gut verstehen, dass man diese Art zu spielen nicht so prickelnd findet, aber ich habe das ja im Vorfeld extra so vorgestellt. Und dann haben sie sich dafür entscheiden, obwohl nebenan eine Fiasco-Runde im Angebot war, bei der sie auch hätten mit machen können. Klar, als relative Anfänger konnten sie vorher natürlich auch nicht abschätzen, wie sich das dann anfühlt.
Hauptsache es war insgesamt spaßig. Auf den nächsten Versuch werde ich, da Urlaubszeit ist, allerdings wahrscheinlich warten müsse ... :(
Greifenklaue:
Ich wünsche viel Erfolg.
Meine erste DCC-Begegnung war bei "Portal under the star": "Ich drücke die Tür auf." *würfel* "Du bist Tot!"
Da war ich total begeistert und wusste, dass ich auf den Rest besser aufpassen werde und sie nicht sinnlos verschwenden werde. U.a, hatte ich zwei Hirten mit Hund, der wurde noch echt nützlich, weil wir mit denen ausprobieren konnten, wie sich unterschiedliche Statuen verhalten, ohne einen der Männer zu opfern.
Überhaupt regt das die Kreativität unheimlich an, habe selten so viel Energie investiert um Statuen / Fallen zu überlisten.
korknadel:
--- Zitat von: GK am 5.07.2014 | 10:25 ---Meine erste DCC-Begegnung war bei "Portal under the star": "Ich drücke die Tür auf." *würfel* "Du bist Tot!"
--- Ende Zitat ---
Ach ja, das war bei uns auch besonders schön:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Die Spieler haben eine Weile an der Tür rumgebosselt und irgendwie geglaubt, dass das eine harte Nuss sei. Schließlich haben sie den Schmied vorgeschickt, der mit einem guten Wurf auf Schlösser Öffnen das Teil entriegelt hat. Allgemeiner Jubel, als der Schmied zu den andere zurückruft: "Ich hab's geschafft!" Ja, und das waren seine letzten Worte.
Dasselbe passierte dann auch noch mal bei der großen Statue, die Feuer verschießt. Der Elf geht in den Raum, untersucht das Ding, hat eine Idee und rennt ganz aufgeregt zurück in den Gang, um es seinen Gefährten zu berichten, und da feuert das Teil natürlich los, ihm in den Rücken. Da waren's noch einer weniger ...
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