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Heinlein

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Samael:

--- Zitat von: Crimson King am  7.03.2011 | 13:56 --- Und Asimov ist unendlich naiv bezüglich der Möglichkeiten, mittels Kernenergie aller Versorgungsprobleme Herr zu werden.

--- Ende Zitat ---

Ziemlich unfaire Einschätzung, wenn man sich vor Augen führt, dass über die Risiken der Kernenergie und auch das Problem der knapper werdenden Ressource Uran in den 50ern noch sehr wenig bis nichts bekannt war.

Grey:

--- Zitat von: Feuersänger am  7.03.2011 | 13:52 ---ich würde Heinlein dennoch nicht als Libertarier bezeichnen.

--- Ende Zitat ---
Angeblich tat er das selbst durchaus:

--- Zitat von: http://de.wikipedia.org ---Heinleins Zukunftsfantasien beruhen sehr stark auf den Idealen des Libertarismus, zu dem sich der Autor bekannte.

--- Ende Zitat ---
... wobei ich selbst zugestehe, daß diese Aussage ohne weitere Quellennachweise mit Vorsicht zu genießen ist. Unstrittig ist, daß er von der Libertarian Futurist Society für drei Romane mit dem Prometheus Award ausgezeichnet wurde.


--- Zitat von: Feuersänger am  7.03.2011 | 13:52 ---Gerade das mit der Rationierung spricht ja dagegen. Ein Libertarier würde sagen "Und man lässt einfach alle machen was sie wollen und es gibt automatisch genug Essen und Wohlstand für alle"; das Heinleinsche "Jeder muss ein bißchen verzichten, damit es für alle reicht" wäre für den Vollblutlibertarier vollkommen inakzeptabel.

--- Ende Zitat ---
NichtZustimm. Auch der Vollblutlibertarier streitet nicht ab, daß es dann und wann Notsituationen gibt, in denen der Wohlstand eingeschränkt wird. Er behauptet jedoch, in einer solchen Situation würden sich die Menschen auch ohne Zentralgewalt schon einig werden. Das "Nachbarn helfen Nachbarn"-Ideal der Dorfgemeinde im mittleren Westen.


--- Zitat von: Feuersänger am  7.03.2011 | 13:52 ---Was Starship Troopers angeht, _in_ diesem Werk findet sich da wenig bis keine inhärente Kritik, aber wie gesagt hat Heinlein X verschiedene Zukunftsvisionen beschrieben, von U- bis Dystopie, und da finde ich es doch etwas fragwürdig, da jetzt ausgerechnet eine einzige, deren Thema sich nirgendwo anders wiederholt, als Heinleins Leib- und Magenphilosophie hinzustellen. Wenn ich mal so grob überschlage, sind die Szenarien à la Space Cadet in der Überzahl, und bilden daher wit höherer Wahrscheinlichkeit Heinleins eigene Wunschvorstellungen ab.

--- Ende Zitat ---
OK: Space Cadet kenne ich nicht. Von daher muß ich das an dieser Stelle erst mal unerwidert hinnehmen.


--- Zitat von: Feuersänger am  7.03.2011 | 13:52 ---Was das mit dem Kulturimperialismus angeht: das mag wohl sein, dass sich alle Menschen wie weiße Amerikaner verhalten. Aber auch das wiederum schreibe ich mindestens teilweise Heinleins Gegenwart zu: [...]

--- Ende Zitat ---
Wie gesagt: andere Autoren waren da durchaus in der Lage, andere Gedanken zu verfolgen. Aber gut, Heinlein war da wohl eher "näher am Mainstream".


--- Zitat von: Feuersänger am  7.03.2011 | 13:52 ---Ach kack, doch wieder länger getippt als geplant. :p

--- Ende Zitat ---
;) Kenne ich, das Problem...


--- Zitat von: Crimson King am  7.03.2011 | 13:56 ---Zuminest ist bei Asimov das Geschlechterbild das Gleiche wie bei Heinlein.

--- Ende Zitat ---
wtf?

Gladia Solaria? (Die nackte Sonne, Aurora, Das galaktische Imperium)
Noys Lambent? (Das Ende der Ewigkeit)
Bürgermeisterin Branno? (Auf der Suche nach der Erde)
Wonne? (Die Rückkehr zur Erde)
Bayta und Arcady Darell? (Foundation-Trilogie)
Susan Calvin? (I, Robot)

... um nur ein paar Beispiele für starke, durchaus dem Klischee entwachsene weibliche Hauptpersonen zu nennen.


--- Zitat von: Crimson King am  7.03.2011 | 13:56 ---Und Asimov ist unendlich naiv bezüglich der Möglichkeiten, mittels Kernenergie aller Versorgungsprobleme Herr zu werden.

--- Ende Zitat ---
Stimmt. Eine gewisse Naivität besaß auch Asimov. ::) Ich habe ja nicht behauptet, er wäre makellos und rein.


--- Zitat von: Crimson King am  7.03.2011 | 13:56 ---Bei Asimov ist mir auch bekannt, dass er politisch den Republikanern zugeneigt war und unter anderem zu den Autoren gehörte, die verhinderte, dass Anfang der 70er ein Award an den "Kommunisten" Stanislaw Lem vergeben wurde. Gute Chancen, dass Heinlein da ebenfalls mitmachte.

--- Ende Zitat ---
Hast du zu der Sache mit dem Award einen Link?

Umgekehrt weiß ich, daß sich Asimov in der McCarthy-Ära offen gegen die Hetzjagd auf die Kommunisten gestellt hat. Was eine Neigung zu den Republikanern betrifft: ich habe keine Ahnung, wie die zu seiner Zeit getickt haben. Asimov war auch bekennender Atheist, und damit würde er in das Klischee des Republikaners, wie wir es hier in Deutschland wahrnehmen, nicht unbedingt reinpassen.

EDIT: zumindest Wikipedia widerspricht dir in dem Punkt, daß Asimov Republikaner gewesen sein soll:

--- Zitat von: http://en.wikipedia.org ---Asimov became a staunch supporter of the Democratic Party during the New Deal, and thereafter remained a political liberal. He was a vocal opponent of the Vietnam War in the 1960s

--- Ende Zitat ---

Chaosdada:

--- Zitat von: Samael am  7.03.2011 | 13:58 ---dass über die Risiken der Kernenergie [...] noch sehr wenig bis nichts bekannt war.

--- Ende Zitat ---
Und die heute - wenigstens in Deutschland - meist stark übertrieben werden.

Crimson King:

--- Zitat von: Grey am  7.03.2011 | 14:20 ---Hast du zu der Sache mit dem Award einen Link?

--- Ende Zitat ---

Steht im Vorwort meiner Solaris-Ausgabe. Das Vorwort ist von Ursula Le Guin, und es ging um genau zu sein nicht um einen Award, sondern um die Aufnahme Lems in die Organisation "Science Fiction and Fantasy Writers of America" oder kurz SFWA. Lem war zunächst Ehrenmitglied. Diese Ehrenmitgliedschaft wurde jedoch auf Betreiben einiger Autoren - laut Ursula Le Guin unter anderem Asimov - wieder aberkannt.

Grey:

--- Zitat von: Crimson King am  7.03.2011 | 15:07 ---Steht im Vorwort meiner Solaris-Ausgabe. Das Vorwort ist von Ursula Le Guin, und es ging um genau zu sein nicht um einen Award, sondern um die Aufnahme Lems in die Organisation "Science Fiction and Fantasy Writers of America" oder kurz SFWA. Lem war zunächst Ehrenmitglied. Diese Ehrenmitgliedschaft wurde jedoch auf Betreiben einiger Autoren - laut Ursula Le Guin unter anderem Asimov - wieder aberkannt.

--- Ende Zitat ---

Das stellt sich auf Wikipedia wie folgt dar:

--- Zitat von: http://en.wikipedia.org ---Lem was awarded an honorary membership in the Science Fiction Writers of America (SFWA) in 1973 despite being technically ineligible. SFWA Honorary membership is given to people who do not meet the criteria for joining the regular membership but who would be welcomed as members. Lem, however, never had a high opinion of American science-fiction—particularly the works of Harlan Ellison—describing it as ill thought-out, poorly written, and interested more in making money than in ideas or new literary forms. After his American publication, when he was eligible for regular membership, his honorary membership was rescinded. Some of the SFWA members apparently intended this as a rebuke, and it seems that Lem interpreted it thus, but the organization's official line is that honorary membership is only extended to people who are not eligible for regular membership. After his American publication, Lem was invited to stay on with the organization with a regular membership, but declined.

--- Ende Zitat ---
Vor diesem Hintergrund wäre ich vorsichtig damit, Asimov zu unterstellen, er habe aus "antikommunistischen" Motiven heraus die Aberkennung von Lems Ehrenmitgliedschaft unterstützt. Offensichtlich spielten hier sowohl formale Probleme mit rein als auch - von manchen Autoren - persönliche Ressentiments, nachdem sich Lem despektierlich über die amerikanische SF insgesamt geäußert hatte. Und ich muß leider sagen, daß ich Le Guin nicht unbedingt Vorsicht bei Unterstellungen zutraue.

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