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Charakterbauzeit - Ist das zuviel?

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Waldgeist:
Das verstehe ich durchaus, denn das betrifft ja den persönlichen Geschmack. Nur habe ich den Eindruck, dass die Bauzeit hin und wieder zu einem objektiven Qualitätskriterium erhoben wird. Dieser Eindruck kann natürlich auch falsch sein.

Blizzard:

--- Zitat von: Hróðvitnir am  7.07.2011 | 19:54 ---So, Frage: Zu lang für ein System dieser Komplexität?
--- Ende Zitat ---
empfindest du selbst das denn als zu lang? Was sagen deine Spieler dazu?

korknadel:
Ich denke, dass lange Charbauzeiten bei Neulingen vor allem an einer Sache hängen, nämlich, ob man Talente, Fertigkeiten, Zauber, Vor- oder Nachteile selbst aussuchen muss oder ob sie vorgegeben sind. Wenn ich bei Warhammer 2nd eine Karriere erwürfle, brauche ich Talente und Fertigkeiten nur abzuschreiben. Bei Sawage Worlds oder Vergleichbarem muss ich halt erst etliche Seiten mit Fertigkeiten, Vor- und Nachteilen und solchen Sachen durchgehen, um mich entscheiden zu können. Bei einem erfahrenen Rollenspieler geht das zum Teil auch bei einem unbekannten System schneller, weil viele Dinge so oder ähnlich auch in anderen Spielen auftreten. Aber ein absoluter Neuling muss halt erst mal gucken, was das alles ist, bevor er sich was aussuchen kann. Ich finde, diese Auswählprozesse sind die größte Bremse. Abgeleitete Werte wirken zwar manchmal auf den ersten Blick kompliziert, sind aber ruckzuck ausgerechnet.

Von daher kann ich die 80 Minuten beim Versuchskaninchen gut nachvollziehen und finde das auch nicht schlimm. In solchen Fällen ist es natürlich zeitsparend, wenn man einen erfahrenen Helfer hat, der einen auf die für den Char interessanten Features hinweist und quasi eine Vorauswahl trifft.

Wenn man sich mit einem System auskennt, finde ich eine Bauzeit von maximal 30 Minuten erstrebenswert.

mattenwilly:

--- Zitat von: Waldgeist am  8.07.2011 | 10:18 ---Das verstehe ich durchaus, denn das betrifft ja den persönlichen Geschmack. Nur habe ich den Eindruck, dass die Bauzeit hin und wieder zu einem objektiven Qualitätskriterium erhoben wird. Dieser Eindruck kann natürlich auch falsch sein.

--- Ende Zitat ---

Objektive Qualitätsmerkmale und Rollenspiel (Oder Theater, Kunst etc) sind IMHO schwer bis gar nicht machbar. Das ist schon bei Dingen wie Software schwierig(1) und bei "künstlerischen" Sachen ist Qualität völlig im Auge des Betrachters. Die einen halten Dali oder Pikkasso für Kunst und andere für die verschwendung guter Ölfarben. Filme die in Cannes absahnen krepieren an der Kinokasse usw.

Das einzige was man an RPG Büchern bewerten kann sind die klassischen technischen Anforderungen an ein Buch:

[*] Rechtsschreibung, Grammatik
[*] Layout (und schon da scheiden sich Geister, siehe Mongoose Conan - Ich finde die verzierten Seitenränder nervig)
[*] Organisation des Materials (Inhaltsverzeichnis, Stichwortverzeichnis, Wo ist was - siehe RIFTS für "wie mach ich es falsch")
[*] Klarheit der Sprache (Keine Schachtelsätze, auch wenn diese, um intellektuell zu wirken, bei einigen Leuten sehr beliebt sind. Dann lieber Bildzeitung. Kurze, einfach Sätze)
[*] Fachblubber/Fremdsabbel (So wenig wie möglich. Fertigkeit statt Skill und ein Glossar für die TLAs bitte)
[/list]

Bereits bei Bildern scheiden sich die Leute. Ich finde das Laubenstein oder Prescott Zeug in SR3 grausam und stehe auf die alten Harris Sachen aus SR1/2. Andere finden die zu unpassend und finden das abgedrehte von L/P passt besser

Glossar:

RPG: TLA für den überflüssigen Anglizismus Role Playing Game also dt. Rollenspiel (RSP)
RSP: Rollenspiel
TLA: Three Letter Acronym also abkürzungen wie MAD - Militärischer Abschirmdienst
L/P: Laubenstein oder Prescott


(1) Software kann durchaus die Pflichten/Lastenhefte und Used Cases erfüllen, QA fehlerlos passiert haben, sich an die Design-Standards und "Normen" halten und TROTZDEM schlecht sein. Einfach weil alle am Entwurf/Test beteiligten nicht oder zu wenig mit dem Endanwender kommuniziert haben

Holothuroid:
Was muss man denn tun, um einen fertigen Charakter zu bekommen? Also die absolute Zeit, ist ja vielleicht ganz interessant, aber mindestens so wichtig scheint mir, was man mit der Zeit anfangen soll.

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