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Was macht ein Killerspiel zum Killerspiel?
mat-in:
Na gut, dann misch ich mich doch noch mal ein... es gibt Studien, das ego-shooter personen mit assozialer und psychotischer Persönlichkeit beeinflussen können, es den Rest der Bevölkerung aber vollkommen kalt läßt (ein review für den Einstieg hier: http://www.apa.org/pubs/journals/releases/gpr-14-2-82.pdf ). Ich bin mir sicher, das auf solche Leute Rollenspiele den gleichen Einfluß haben können, aber man muß eben schon vorher einen gewaltigen Hirnriss haben. Der kommt nicht von Spielen irgend einer Art.
Yerho:
Mit "Killerspielen" ist es im Kleinen wie mit allem, was Menschen emotional aufwühlt. Manche Leute kann man aufregen und sie stecken es weg. Andere rasten aus, bekommen sich selbst aber schnell wieder in den Griff oder/und mildern ihren Ausbruch schon in dessen Verlauf wieder ab.
Andere kriegen sich nicht wieder ein und laufen entweder Amok im engeren Sinne (Dafür müsste man aber durch das Spiel aufgewühlt vom Stuhl aufspringen und auf beliebige Leute oder Objekte im direkten Umfeld losgehen ...) oder kommen in einen Zustand, in dem sich akute soziale Probleme und irreale Erfahrungen zu einem handfesten Realitätsverlust summieren, der dann in "geplante Amokläufe" münden kann, meistens aber nur dazu führt, dass die Person sich aus der Gesellschaft ausklinkt.
Dass man eine gefestigte Persönlichkeit mit so ziemlich allem konfrontieren kann, ohne dass etwas passiert, dürfte bekannt sein. Anderen sitzt ein Furz quer und sie meucheln ihre eigene Sippe. Für solche Erscheinungen simple Auslöser benennen zu wollen, ist entweder Hilflosigkeit der Untersuchenden oder aber gezielte Meinungsmache in Tateinheit mit Volksverdummung.
Plagiator:
Zur Debatte passend: Link
Yerho:
--- Zitat von: Plagiator am 5.08.2011 | 12:10 ---Zur Debatte passend: Link
--- Ende Zitat ---
Ergänzend dazu sollte man festhalten, dass die Öffentlichkeit der Debatte müde sein mag, die Berichterstattung der privaten Sender jedoch anfänglich nichts unversucht ließ, die Debatte doch noch in diese Richtung zu treten. Noch am selben Tag gab es mit Spielszenen untermalte Berichte mit "Spiel so und so ... so viele Menschen wie möglich töten ... blahblah"-Beiträge, wobei diese Szenen natürlich so gewählt waren, dass man ohne Kenntnis des Spiels nicht erschließen konnte, dass man dort nicht im normalen Alltag auf Zivilisten, sondern in einem Kriegsszenario auf wehrhafte Gegner feuert und es trotzdem nicht darum geht, möglichst viele davon zu töten, sondern selbst lebend zum nächsten Missionsziel auf der Karte zu kommen. Dass ich - davon abgesehen - das Setting von MW2 trotzdem für reaktionäre Sch**ße halte, sei dahingestellt; eine Tötungsausbildung stellt es nicht dar, auch wenn man natürlich mal wieder Schergen aus der Meinungsschmiede von Christian Pfeiffer einlud, die das Gegenteil behaupteten.
Nur im Nebensatz erwähnt wurde hingegen, dass der Täter Mitglied in einem Schützenverein war. Darin sehe ich zwar ebenso wenig eine Ursache wie die sogenannten "Killerspiele", aber die Tendenz zeichnet sich ebenso ab, wie ich finde. Pfeiffers Meinungsknecht fand das natürlich nicht und erwähnte es noch nicht einmal am Rande. Und wenn ein Sachverhalt so lauthals klein geschwiegen wird, drängt sich natürlich der Verdacht auf, dass man die Meinungsmache gegen "Killerspiele" deshalb bereits am Folgetag auf Null herunterregelte, weil man nicht wollte, dass neben den böööööööööööööööööööösen (Wer zu faul zum zählen ist, es sind 20 "ö"s ...) "Killerspielen" auch eine Heilige Kuh deutscher Geselligkeit in den Fokus rückt. Die Boulevardmedien wissen ja inzwischen, dass ein paar Killerspielraubmordkopierkinderpornoterroristen weder auf den Kopf noch auf den Mund gefallen sind und - wenn sie nicht gerade den nächsten Amoklauf planen - solche Verbindungen bestimmt öffentlichkeitswirksam zur Sprache gebracht hätten.
Also lieber gar keine Debatte um die Ursachen als eine, bei der man Feuer aus einer Richtung bekommt, die man nicht so schön ignorieren kann wie die Spielergemeinde. Deshalb halte ich es auch für verfrüht, der bundesdeutschen Öffentlichkeit so etwas wie Vernunft zu unterstellen. Eher war es eine generelle öffentliche Themenmüdigkeit oder eine aktive Meinungssteuerung in eine andere Richtung.
Teylen:
--- Zitat von: Fantomas am 7.08.2011 | 10:16 ---sondern in einem Kriegsszenario auf wehrhafte Gegner feuert und es trotzdem nicht darum geht, möglichst viele davon zu töten, sondern selbst lebend zum nächsten Missionsziel auf der Karte zu kommen.
--- Ende Zitat ---
Also es gibt Shooter die durchaus zaehlen wieviel man abschoss (bzw. ob man ggf. wenn uebersah) und gerade im Koop geht es doch darum moeglichst viele Spieler Chars umzunieten respektive moeglichst oft, vorzugsweise mit Headshot. (spiele mangels Begabung relativ wenig reine Shooter ^^; )
Nu und hinsichtlich der Ausbildung scheint der aktuelle Taeter da ja durchaus anderer Ansicht zu sein.
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