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[Cortex] Marvel Heroic RPG von MWP

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Jed Clayton:
Bald ist es nun ja schon soweit und Margaret Weis Productions (MWP) veröffentlicht das erste Buch zu dem letztes Jahr angekündigten neuen Marvel-Superhelden-Rollenspiel.

In der neuesten Folge von The Jennisodes erzählt der zuständige Hauptautor und Redakteur Cam Banks von MWP über die Entstehung dieses Spiels, die Lizenzierung des Marvel-Kosmos von Marvel Comics und so alles Mögliche, was damit im engeren Zusammenhang steht und für die Fans von Interesse sein dürfte.

Ich habe mir dieses Interview (eine knappe Stunde lang) gestern angehört und muss sagen, dass ich mich nun sehr gut informiert fühle - wie eigentlich immer bei The Jennisodes, einem Gamer-Podcast, der jeden Montag neue Episoden herausbringt!

Ebenso wie z.B. das Smallville RPG wird Marvel Heroic (wieder) eine weitere Variante des Cortex-Systems verwenden, besitzt aber einige ganz grundsätzliche Eigenheiten:

Wenn ich Cam Banks in dem Interview richtig verstanden habe, wird im Februar 2012 erst einmal ein dünnes Basis-Regelbüchlein für Jedermann erscheinen. Damit kann man angeblich schon direkt anfangen, das Marvel-Spiel zu spielen, wenn auch noch keine großen offiziellen Plots.

Anders als bei den meisten Rollenspielen bisher werden dann aber die absoluten Grundregeln mit jedem der folgenden Kampagnensets oder "Abenteuerpfaden", um einen Pathfinder-Begriff zu klauen, erneut veröffentlicht. Man kann dann also mit jedem der folgenden Kampagnensets direkt in das Spiel einsteigen, oder sich einfach an das kleine Basisregelwerk halten. Die ambitionierte lange Liste der geplanten Marvel-RPG-Buchveröffentlichungen startet mit dem Zyklus Civil War. Man legt hier natürlich recht viel Wert darauf, das Spiel möglichst in dem bekannten und offiziellen Marvel-Comic-Universum zu spielen. Mit komplett eigenen Helden wird es schwierig oder unbefriedigend.

Mit den anderen Rollenspielsystemen, die die Cortex-Grundregeln in der einen oder anderen Version verwenden, wird Marvel Heroic aber absolut nicht kompatibel sein.

Bevor ich hier nun belanglos frage oder erst lang Sachen formuliere, wollte ich nur fragen: Seid ihr schon gespannt darauf? Denkt ihr, dieses Konzept könnte sich noch gut entfalten? Hat ein Marvel-Spiel in dieser Form* auf dem deutschen/amerikanischen Markt generell eine Chance?


*) Immerhin handelt es sich dabei um ein Comic-Rollenspiel mit viel Metaplot und einer strengen Abfolge von Kampagnenbänden, die als in sich geschlossen betrachtet werden können.

Holothuroid:
Ich bin sicherlich gespannt. MWP hat mit seinen letzten Veröffentlichungen ein gutes Gespür für relevante Elemente der Vorlage und ihre Umsetzung bewiesen.

Was die Kompatibilität angeht: Die sind alle nicht miteinander kompatibel. Das sog. Cortex-System besteht im Grunde nur aus der Würfelei in ähnlicher Weise wie Fudge.

Selganor [n/a]:
Ich hab' die beiden Threads mal zusammengelegt und einen Threadtitel gewaehlt der auch nach Februar noch sinnvoll ist.

Crenshaw:
Ich glaube nicht, dass ein Marvel-System auf dem dt.Markt eine ernsthafte Chance hätte. Ein Paar Bände könnte man sicher verkaufen, aber auch nicht mehr als das. Superhelden waren, sind und werden in Deutschland auch in Zukunft immer ein Nischendasein fristen, wenn überhaupt. Das fängt schon bei den Comics an. Der Großteil der Leute weiß doch noch nicht mal, in welcher Hinsicht sich das Superhelden-Genre von Lustigen Taschenbüchern und/oder Winx! unterscheidet. Die meisten Freunde und Bekannte aus meiner Umgebung lesen keine Marvel-Comics eben aufgrund des Superheldenbezugs. Sie halten sich eher an frankobelgische Comics oder solche Verlage wie Vertigo oder Dark Horse. In meinen 12 Jahren als Rollenspieler habe ich nur sehr, sehr wenige Leute kennengelernt, die Superheroes als Genre spielen würden - und diese bauten entweder auf Aberrant, Brave New World, Champions! oder Mutants & Masterminds, nie auf Marvel oder DC. Die Schnittstelle zwischen Marvel-Helden-Leser UND Rollenspielern (ich bin einer davon, glaubt mir) ist hierzulande einfach zu gering. Mehr Chancen haben da humorvolle, unkomplizierte und wenig eingeschränkte Systeme wie ICONS, BASH! oder das Savage Worlds-Setting Necessary Evil.

Hinzu kommt noch der Umstand, dass es

1.) schwierig sein dürfte, etwas Eigenes ins vollgestopfte Marvel-Universum einzubringen - wenn die Leute sich schon über ein zu doll festgeschriebenes Aventurien und die alte WoD beschweren - wie sieht es da mit einer Geschichte aus, die seit knapp 70 Jahren fortgesponnen wird ?

2.) wenig Anreiz hätte, Thor, Hulk, Iron Man, Wolverine, Magneto, Spider-Man und Punisher dauerhaft in einer Kampagne zu spielen (von Balancing-Fragen an dieser Stelle mal abgesehen ;)).Als One-Shot mit vorgeschriebenen Rollen (die Spider-Man-Familie/ Fantastic Four / Avengers / X-Men etc.) kann ich es mir ansatzweise vorstellen. Für ein längeres Spiel jedoch dürfte es  immer noch mehr Spaß machen, sich eigene Protagonisten auszudenken und diese zu verkörpern - siehe 1.).

The MOELANDER:
Ich seh das ganz ähnlich wie Crenshaw. Für One-Shots als Spider-Man bin ich zu haben, aber nicht auf Dauer. Da will ich dann schon meinen eigenen Charakter entwickeln.
Schmidt Spiele hat schon mal in den 80ern/90ern Ein Marvel Helden RS verlegen lassen. Da sollte man im Grunde auch die Originalhelden spielen. Das feine an dem DIng war, dass es gefüllt war mit großartiger Zeichenkunst von Altmeister John Romita Sr.
Ich fände es viel interessanter, wenn man sich in einem Marvel-RPG nicht auf die gegenwärtigen Ereignisse im MU konzentrieren würde sondern eher in das Silver Age einsteigen würde!
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Ich mag die frankobelgischen Comics persönlich auch lieber, aber Marvel (Speziell Spider-Man) hat eine kleine Stelle unter meinen Hobbies.

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