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[Dogs in the Vineyard] Regelfrage
Playtypus:
Naja, das Problem ist halt, dass die Spieler nach der Lektüre des Settings sagen würden: Das Dogma, dass die Gläubigen über die Ungläubigen herrschen sollen, ist schon im Buch drin (Stichwort: Religionspolizei) . Das wäre ein bisschen so, als wenn ich die Dämonen eine Siedlung heimsuchen lassen würde, in der der Gemeindevorsteher, der stets nach den Weisungen des Glaubens gelebt hat, über die nötigen Mittel etc. verfügt und eine besiegelte und beglaubigte Erlaubniss der Propheten und Ältesten erhalten hat eine zweite Frau heiratet - wegen der falschen Doktrin, dass Polygynie erlaubt sei. Es käme einfach etwas komisch.
Darüber, ob die Spieler das Dogma festlegen können, kann man geteilter Meinung sein: Der Spielleiter hat nicht das Recht, ein Urteil über die Richtigkeit der Entscheidungen zu fällen und wenn die Spieler nur hinreichend viele "Ausnahmen" und "Interpretationen" schaffen, kann das eine Regel effektiv ungültig machen. Die Dogs können zwar definitiv sündigen [Dogs in the Vineyard, S.45] und haben innerhalb des Settings nicht die höchste Autorität, aber ob sich ein Dog irrt oder sündigt bleibt letzten Endes Entscheidung der Spieler, insbesondere des Spielers des Charakters [Dogs in the Vineyard, S. 45]. Jedenfalls habe ich das so verstanden.
Daniel Walter
Edit: Rechtschreibung
Pyromancer:
--- Zitat von: Playtypus am 18.08.2011 | 09:56 ---Naja, das Problem ist halt, dass die Spieler nach der Lektüre des Settings sagen würden: Das Dogma, dass die Gläubigen über die Ungläubigen herrschen sollen, ist schon im Buch drin (Stichwort: Religionspolizei) .
--- Ende Zitat ---
Wer über wen herrscht ist in dem Abschnitt, der sich mit "Stewardship" beschäftigt, festgelegt. Ungläubige kommen da gar nicht vor.
Aber wie gesagt, wenn die Dogs behaupten, dass die Gläubigen über die Ungläubigen herrschen sollen, dann dürfen sie das. Sie dürfen alles behaupten. Und alles, was du als SL tun musst ist, deine NSCs glaubwürdig auf diese Entscheidungen reagieren zu lassen. Ich hab so ein bisschen das Gefühl, dass du dem Missverständnis aufsitzt, dass das Spiel zu Ende ist, so bald die Dogs entschieden haben, wer Recht hat und wer ein Sünder ist. Nichts könnte falscher sein. Selbst wenn alle Gläubigen ihre Entscheidungen ohne zu Murren akzeptieren (was in der Praxis nie vorkommt. Es gibt immer jemanden, der zu diskutieren anfängt oder versucht, die Dogs noch umzustimmen oder Stimmung gegen sie zu machen), die Ungläubigen werden es ganz sicher nicht tun. Weiterspielen. Eskalieren!
Playtypus:
Tue ich gar nicht! Der Punkt ist halt, dass das Szenario wie es dort geschildert wird, nur funktioniert, solange die Idee, dass die Gläubigen über die Ungläubigen herrschen sollen, in sich falsch ist. Da meine Spieler das wahrscheinlich merkwürdig finden würden, da der Glaube im Grunde theokratische Elemente aufweist, war meine Idee, die falsche Doktrin in dem Szenario abzuändern, also anstatt "Die Gläubigen sollen über die Ungläubigen herrschen" die Aussage "Die Gläubigen dürfen auch ohne spezifische Erlaubniss der Ältesten und Propheten gegen die Ungläubigen vorgehen", was ja dem Stewardship-Gedanken von dir ziemlich nahekommt. Und natürlich ist das Spiel nach der Entscheidung der Dogs, was "richtig" oder "falsch" ist, nicht vorbei! Gerade dann kann die Bombe erst so richtig hochgehen, wenn die betroffenen NPCs entscheiden, dass offensichtlich die Verblendung bis in höchste Ämter des Glaubens hineinreicht. Und das die Dogs keine Autorität über die Andersgläubigen haben (zumindest nicht ohne Erlass der Propheten und Ältesten) ist mir durchaus klar (sollten es die Spieler dennoch probieren, müssen sie mit den -unangenehmen-Konsequenzen leben).
Playtypus:
Ich glaube dieser ganze Streit ist auf meine etwas unklare Ausdrucksweise zurückzuführen. Ich wollte eigentlich nur Ausdrücken, dass ich die im Szenario geschilderte falsche Doktrin durch eine etwas "offensichtlicher" falsche Doktrin ersetzten wollte.. Ich wollte halt nicht, dass die Spieler gleich zu Beginn sagen: Angesichts dessen, was wir über den Glauben wissen - er respektiert weltliche Autoritäten nur aus Notwendigkeit und bricht deren Gesetze regelmäßig- warum solte also dieser Glaube auch nur auf die Idee kommen, dass die Aussage " Die Gläubigen sollen über die Ungläubigen herrscehn- wirklich falsch sein könnte. Aber vielleicht ist der Ansatz auch schon viel zu dirigierend und durch gewisse Vorurteile politisch-religiösen Systemen gegenüber gefärbt...
Daniel Walter
Edit: Gedanke erläutert
Pyromancer:
--- Zitat von: Playtypus am 18.08.2011 | 10:35 ---Tue ich gar nicht! Der Punkt ist halt, dass das Szenario wie es dort geschildert wird, nur funktioniert, solange die Idee, dass die Gläubigen über die Ungläubigen herrschen sollen, in sich falsch ist.
--- Ende Zitat ---
Das ganze Autoritätsgebäude des Glaubens beruht ja auf dem Konzept der "stewardship", was immer auch ein Verantwortungsverhältnis ist. In sofern ist "Herrschaft" im Sinne von: "Ich darf rumkommandieren, muss mich aber nicht um das Wohlergehen kümmern" mit der offiziellen Doktrin nicht vereinbar, und Ausbeutung und Brandstifung schon dreimal nicht. Klar, im Buch des Lebens gibt es Stellen, die man so interpretieren kann (es gibt für jeden Standpunkt eine Stelle im Buch des Lebens, der ihn unterstützt), es gibt aber eben auch Stellen, die dem widersprechen.
Ich würde mir da an deiner Stelle auch nicht den Kopf zerbrechen. Lass es so, wie es ist, oder ändere es ab, wie du für richtig hälst. Wichtig ist, dass du die NSCs glaubwürdig und sympathisch spielst und fleissig eskalierst, dann wird das schon. ;)
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