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[WoD] Grenzenloser Smalltalk
Wisdom-of-Wombats:
--- Zitat von: Archoangel am 20.01.2014 | 00:20 ---Gerade auch das Gehenna-Buch war ein Witz.
--- Ende Zitat ---
Das Buch war genial mit seinen vier Optionen seine Chronik zum Ende zu bringen. Zum Abschluss noch mal ein gutes Produkt nach gefühlten drei Jahren Müll.
Ohne VtR hätte ich aufgehört in der Welt der Dunkelheit zu spielen, weil das alte Maskerade Setting mit seinem blöden Cain, den Antediluvians und den ach so mächtigen Ahnen einfach keinen Spass mehr gemacht hat. Die Ahnen waren ein Witz (insbesondere wie sie im Live dargestellt wurden). Das Setting hat den "Charme", dass viele Erzähler es einfach nutzten um ihre Spieler runter zu machen und ihnen die Luft zum Atmen nahmen. Verkauft wurde das ganze dann als angeblich besserrollenspielen durch "Geschichten erzählen"... Mit einem System, das keine Geschichten, sonder nur Physik simulieren wollte. Mit selbstgestrickten Live-Regelwerken, welche die körperlichen Disziplinen total aufgewertet und alle anderen Disziplinen total abgewertet haben. Eine Welt, die aus den Live Regelwerken entstanden wäre, hätte konsequent die Brujah an die Macht gespült. Wenn ich mich an die Münchner Live Chroniken zurück erinnere kommt mir heute noch :puke:
Nin:
Hat jemand die Zeit um 10 Jahre zurück gedreht?
Ich fühl mich so ... 2004. ::)
Wellentänzer:
Jetzt bin ich schon wieder zwischen den Threads hin- und hergesprungen. Also: noch mal.
--- Zitat von: Murder-of-Crows am 20.01.2014 | 00:32 ---Ich habe Requiem immer als Befreiung empfunden. Als Befreiung vom judeo-christilichen Hintergrund von Maskerade, als Befreiung vom Metaplot, als Befreiung von einer Flut schlechter Zusatzbände (Havens? echt jetzt?) und als Befreiung von den unerträglichen VtM-LARPern. [...] VtR macht sehr vieles besser und richtiger als es das Vampire 1.0 Regelsystem namens Maskerade jemals gemacht hat. :headbang:
--- Ende Zitat ---
Das ist der Knackpunkt. Ich fand den historischen Bezug immer super. Judeo-christlich: hervorragend, das passt bestens. Der Metaplot hat mich gefesselt. Geilomat. Gerne mehr! Zusatzbände konnte ich auch erst mal nicht genug bekommen. Ab dem 20. oder so wurds dann irgendwann fad, weil nix Neues mehr dazu kam, keine guten Ideen mehr sprudelten.
Parallel haben mich die Regeln eigentlich nie richtig interessiert. Das funktionierte immer mehr oder weniger okay mit ein paar Hausregeln. Ich kenne bis heute den Unterschied zwischen den einzelnen Regelvarianten alleine für V:tM nicht und es geht mir auch vollkommen am Popo vorbei. Das war für mich im Rahmen der Bewertung von Vampire nicht mal ansatzweise ein Kriterium.
VtM-LARPer: Diese Gruftiekiddies fand ich ansonsten immer eher putzig und nur am Rande nervig. So war ich auch mal in der Pubertät, hab zwar in den 80ern Joy Division leider verpasst, aber immerhin noch Sisters of Mercy, Neubauten und Fields of the Nephilim vor ihrer Auflösung live gesehen. Bei den Konzerten hab ich mir dann jeweils extra dunkle Klamotten angezogen und traurig geschaut. Das reichte damals noch. Ich wollte Teil einer Jugendbewegung sein ;-) Die armen Gruftiekiddies heute müssen sich ja quasi verstümmeln, um sich den Respekt der Szene zu erschleichen. Mir tun die dann immer so ein bisschen leid. Die Bilder von diesem Treffen im Osten machen mich in dem Zusammenhang immer etwas betroffen. Die armen Kinder! Man kann übrigens an den Musiktipps für V:tM ganz gut nachverfolgen, wie das Niveau ab- und die Trottelquote langsam zunahm.
Archoangel:
--- Zitat von: Murder-of-Crows am 20.01.2014 | 00:43 ---Das Buch war genial mit seinen vier Optionen seine Chronik zum Ende zu bringen. Zum Abschluss noch mal ein gutes Produkt nach gefühlten drei Jahren Müll.
Ohne VtR hätte ich aufgehört in der Welt der Dunkelheit zu spielen, weil das alte Maskerade Setting mit seinem blöden Cain, den Antediluvians und den ach so mächtigen Ahnen einfach keinen Spass mehr gemacht hat. Die Ahnen waren ein Witz (insbesondere wie sie im Live dargestellt wurden). Das Setting hat den "Charme", dass viele Erzähler es einfach nutzten um ihre Spieler runter zu machen und ihnen die Luft zum Atmen nahmen. Verkauft wurde das ganze dann als angeblich besserrollenspielen durch "Geschichten erzählen"... Mit einem System, das keine Geschichten, sonder nur Physik simulieren wollte. Mit selbstgestrickten Live-Regelwerken, welche die körperlichen Disziplinen total aufgewertet und alle anderen Disziplinen total abgewertet haben. Eine Welt, die aus den Live Regelwerken entstanden wäre, hätte konsequent die Brujah an die Macht gespült. Wenn ich mich an die Münchner Live Chroniken zurück erinnere kommt mir heute noch :puke:
--- Ende Zitat ---
Die vier Optionen waren hahnebüchener Schrott, ein unwürdiger liebloser Abgang einer genialen Geschichte um Cain und einer deutlich schlechteren Geschichte bezüglich der Vorsintflutlichen vampire, die aber eben auch durch viele Jahre von einer guten Grundidee zu einem schwachsinnigen Absurdum abgewirtschaftet wurden; ohnehin ist genau das mein Gedanke zu VtM: es wurde Jahr für Jahr abgewirtschaftet (Storytechnisch) und als man am Ende (sprichwörtlich) angekommen war bewieß Requiem, das es unter dem siebten keller doch noch tiefer gehen kann, wenn man unter dem Beton ein Loch gräbt ...
Keine Ahnung in welcher Chronik du gespielt hast, aber (mit Ausnahme der Lex Talionis vielleicht) ich kannte zumindest keine Live-Chronik, die die drei körperlichen Disziplinen überbewertet hätte. Zumindet in meiner Zeit als C1-SL hatte ich eher den Eindruck, sie wären zu schwach, da die 2. und 4. Stufe ja reine Nullrunden waren. Ich wüsste aber auch von keinem Spieler der sich beschwert hätte, in all den Jahren nicht, zumal zumindest in der C1 keine grausamen Metzelplots gebracht wurden. Klar die Lex hatte schon nach einem Jahr Spielzeit die 400 Tote Schwelle geknackt und auch so ziemlich jede Blutlinie und jedes Splatbook verbraucht, aber da ging man ja auch nur hin um Vampire meets D&D zu spielen ...
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Einen Punkt habe ich übrigens noch nie gelesen (vermutlich mein Fehler):
Mir ist ja echt schleierhaft, wie man als Spieler erst begeistert Vampire in der WoD spielt und dann mehr oder weniger nahtlos in die nWoD wechselt. Das passt doch vorne und hinten nicht.
Es ist doch so: vielleicht ist nWoD für Vampire in allen Belangen der alten WoD überlegen. Bessere Regeln ohne größere Brüche, durchdachtere Vampirstrukturen und alles andere auch. Das Problem ist aber doch, dass ich mich weder als SL noch als Spieler erstens gerne da reindenke, wenn ich vorher 15 Jahre das gleiche in grün (und meinetwegen sogar schlechter) gespielt habe, und zweitens dauernd das alte Spiel noch im Kopf habe, weil ich alleine aufgrund der Namen schon ständig daran erinnert werde. Komplett dysfunktional. Klappt niemals mit anspruchsvollem Spiel. Da bin ich mir sicher.
Mir sind diese ganzen grauenhaften Vampiretypen, denen man immer mal wieder über den Weg gelaufen ist, ja auch auf den Sack gegangen. Diese kleinpimmeligen Heckenpenner mit ihren Metusalahs, die in einer Livechronik den anderen Spielern aufgrund eines pathologisch ausgeprägten Machtmotivs nur von oben auf den Kopf spucken wollten. Gabs bei P&P genauso. Ganz schlimm.
Ich würde sogar die Aussage unterschreiben, dass unter den oWoD-Vampire-Aktiven die grauenhaftesten Dummschwatz-Klugscheißer-Umsympathen des kompletten Rollenspielhobbies zu finden sind und waren. Ich zum Beispiel! Aber die Runden, die ich mit meiner Gruppe gespielt habe, waren einfach die geilsten überhaupt. Das hab ich mit keinem anderen Spiel so intensiv erlebt - und es klappt noch immer, denn wir spielen nach über 10-jähriger Pause gerade wieder begeistert oWoD - mit aufgrund von allgemein akzeptierter Handwedelei wunderbar funktionierenden Regeln (welche Edition das auch immer sein soll - im Zweifel eine wilde Mischung).
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