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[WoD] Grenzenloser Smalltalk
Oberkampf:
--- Zitat von: Dolge am 6.02.2012 | 21:51 ---Soweit ich das mitbekommen habe, hat Twilight eine ganz andere Zielgruppe. Viel normaler als Grufti-Emo. Eher so die Richtung, die auch Justin Bieber und andere Mainstream-Hypes toll finden.
--- Ende Zitat ---
Und was wollen die, was V:tM ihnen nicht bietet? Niederschwelliger kann man den Einstieg doch kaum noch ansetzen (siehe unten).
--- Zitat von: Dolge am 6.02.2012 | 21:51 ---Oh Gott. Spielen dann auch Twilight-Moms Rollenspiele?
--- Ende Zitat ---
Wäre das dann die neue Zielgruppe?
--- Zitat von: Cú Chulainn am 6.02.2012 | 21:58 ---Ich gebe Jiba recht, Requiem war unmutig. Man hätte ein zeitgemäßes Vampir-Setting machen können, mit zeitgemäßeren Regeln. Vielleicht hätte das noch was gebracht. Wahrscheinlich aber auch nicht.
--- Ende Zitat ---
Das sehe ich teilweise genauso, teilweise bin ich ein bisschen anderer Meinung. V:tR hat ziemlich viel von dem, wohin sich V:tR entwickelt hat, wieder aufgegriffen und versucht, neu zu verpacken. In den verschiedenen Bünden kann man gewissermaßen die alten Sekten wiedersehen, wobei die politischen Fraktionen quasi die Camarilla und die (gezähmten) Anarchen ersetzen, die religiösen Fraktionen stark an den Sabbat erinnern. Einiges wurde modernisiert, aber dafür wurden die Einstiegshürden höher. V:tM fing tatsächlich niederschwellig an - man hatte sieben Clane, ein Team und eine geheimnisvolle böse Sekte (bei V:tR gibts davon mehrere) als Feind. Damit konnte man erstmal losspielen - bei V:tR muss man bei aller Offenheit erstmal einen Haufen Fraktionen sortieren und mit Gesichtern versehen. Das erleichtert (gerade rollenspielfremden Personen) den Einstieg nicht unbedingt.
Übermutter:
Ich weiß nicht, Teylen. Das Argument, dass die neuen Vampirserien und -geschichten schon mit bestehenden Produkten abgebildet werden können geht komplett am Kernproblem vorbei.
Also Stück für Stück:
Momentan ist WW eine kleine RPG-Klitsche auf dem absteigenden Ast, die ihre besten Tage hinter sich hat. Außerdem sind ihre Produkte aßbachuralt und so obskur versteckt, dass sie nur von Insidern (uns hier) gefunden und gekauft werden.
So weit so gut (oder eher schlecht). Aber was die Sache so interessant macht ist folgendes: Die kleine Klitsche hat jahrelange Erfahrungen im produzieren von Vampire-Rollenspielen, das ist quasi "genau ihr Ding". Zufälligerweise gibt es grade im Bereich von Büchern, Fernsehserien und Kinofilmen einen echten Vampirboom. Der kleinen Klitsche geht es also schlecht, obwohl das Umfeld scheinbar ideal für ihre Kernkompetenzen ist.
Und jetzt kommt der interessante Punkt: Warum steckt die Klitsche noch immer im Dreck? Oder auch: Täuschen wir uns vielleicht und die Situation ist garnicht so ideal für die kleine Klitsche?
Hier muss man meiner Meinung nach Nachhaken.
Und um das mal ein Stück weit zu machen:
Nehmen wir einfach mal für einen Moment als gegeben an, dass man Twillight mit VtR spielen könnte. Ist jetzt egal ob es dem tatsächlich so ist oder nicht. Ich würde sagen: Das bringt WW einen Scheissdreck! Warum? Weil unendlich viele Hürden zwischen dem interessierten Twillight-Fan und einer Twillight-Kampagne mit VtR stehen. Woher soll der Fan wissen, dass es Vampire the Requiem gibt. Woher soll er wissen, dass es irgendwo in diesen 15-20 Büchern etwas gibt was ihn Twillight spielen lässt? Woher soll er es kaufen? Wenn er es dann hat muss er sich ertsmal in den ganzen Scheiss einlesen, um dann im Endeffekt aus dem nWoD Baukasten etwas Twillight-artiges zu zimmern.
Jeder dieser Schritt ist eine Hürde die ein potentieller Käufer nehmen muss, wenn er kein RPG-Crack ist. Und ich könnte jetzt nochmal 3 oder 4 finden wenn ich länger drüber nachdenken müsste. Als Verkäufer will man sein Produkt an den Mann/ die Frau bringen und deshalb arbeitet man normalerweise lange und hart daran solche Hürden zu eleminieren.
Nichts davon tut WW. Und deshalb swerden sie eine winzige Nischenfirma bleiben, die (mit wenig Erfolg) für ein eng umrissenes Nischenpublikum produziert.
Meine persönlichen 2 cent.
Teylen:
@Jiba: White Wolf gibt selber an das sie es bedauern das sie sich bei Vampire: Requiem nicht mehr trauten und keinen größeren Schritt weg von V:tM machten.
Wobei es sich nun durchaus imho problemlos zu etwas anderem aufbohren läßt, wenn man mag.
--- Zitat von: root hog or die am 6.02.2012 | 21:46 ---Gerade diese Gruft-Emo-Mädchen mit ihren Traumprinz Vampir-Phantasien bruachen doch eigentlich kein neues Vampirspiel. Für die reicht V:tM vollkommen aus, glaube ich.
--- Ende Zitat ---
Das glaube ich auch.
Allerdings weniger wegen des Aspekt des Traumprinzen, sondern weil der "Gothic-Punk" recht gut zum Bild des dunklen, von der Gesellschaft unterdrückten / eingezwängten Aussenseiter passt der dann mit entsprechenden "(Super-)Kräften" dagegen hält.
Jenachdem könnte man versuchen V:tM eine entsprechend zeitgemäßere Optik zu geben.
Insofern war der Manga-Style Malkavianer in der V20 vielleicht weniger schlecht, als er mir erschien. ^^;
--- Zitat von: root hog or die am 6.02.2012 | 21:51 ---Also Buffy würde ich mit V:tM nicht spielen wollen. Mit nWoD vielleicht, aber nicht V:tM, und warum da nicht lieber bei Unisystem bleiben?
--- Ende Zitat ---
Zudem Zeitpunkt als V:tM 3Ed. geschrieben wurde gab es Unisystem noch nicht.
Ansonsten soll man mit V:tM wohl auch eher die Vampire bei Buffy spielen. ^^;
--- Zitat von: Dolge am 6.02.2012 | 21:51 ---@Teylen: So ein Hack ist bezüglich Werbung von neuen Kundenschichten *nichts* wert. Das ist höchstens ein schlechter Witz. Sowas müsste professionell aufgezogen und einem breiten Publikum mit viel Werbeeinsatz schmackhaft gemacht werden. WW ist eine der Firmen, denen ich sowas früher sogar zugetraut hätte. Aber die stecken ihr Geld wohl lieber in völlig sinnfreie Nostalgieprodukte.
--- Ende Zitat ---
Hinsichtlich der Professionalität ist es von einem der White Wolf Autoren geschrieben und, so wie ich es verstehe, nicht als bewusster Scherz gemeint. Natürlich auch nicht als Werbung. Ich führte es hauptsächlich an um anzuzeigen das man mit Vampire Requiem, wenn man will, Twilight spielen kann.
Ich zweifele daran das man sich bei White Wolf die Lizenz an einem der derzeit boomenden Vampirreihen leisten kann.
Geschweige den das nach der Lizenz, den Graphikern und Autoren ein hinreichender Umsatz gemacht wird um es zu gewinnbringend zu finanzieren.
--- Zitat ---Spielen dann auch Twilight-Moms Rollenspiele?
--- Ende Zitat ---
Ja. Wieso nicht?
Das heißt wenn die Twilight-Moms und Teens entsprechend kreativ sind fangen sie an FanFiction zu schreiben, die werden ausgetauscht und man ist dann recht schnell dabei gemeinschaftlich (zu zweit oder mit mehreren) eine FanFiction zu schreiben bzw. schon so gut wie beim Rollenspiel.
Das machen nicht nur Twilight Fans, sondern fast alle Serien Fans.
--- Zitat von: Jiba am 6.02.2012 | 21:54 ---Woah, langsam... Emo hat als Musikrichtung und Szenekultur mehr mit dem Punk und dem Indierock gemein, als mit dem Gothic, IMHO. Ich glaube kaum, dass sich diese Szenen so wahnsinnig stark berühren.
--- Ende Zitat ---
Nun die Frage ist doch wo man sie findet.
Hierbei wäre meine Vermutung das sie sich über die entsprechenden Kontaktpunkte, wie gerade der entsprechenden emotionalität bei der Gothic, der Visual Kei sowie der Anime / Manga Szene anlehnen. Das heißt wenn ich Leute suchen würde, würde ich in den Bereichen ausschau halten.
--- Zitat ---Und außerdem: Nur weil ein Film oder Buch bei Inspirationen steht, heißt dass nicht, dass man das Material dadurch damit nachspielen kann. "Grave of the Fireflies" war auch eine Inspiration für "Exalted", aber nachspielen kann ich das damit deswegen noch lange nicht.
--- Ende Zitat ---
Das stimmt schon, bzw. bei Exalted kann ich es nicht sagen, haben sie es tatsächlich namentlich genannt?
Aber ich habe schon den Eindruck das es nur nur Inspiration sein soll, sondern auch Anregung in welche Richtung man spielen kann.
--- Zitat von: Cú Chulainn am 6.02.2012 | 21:58 ---Ich gebe Jiba recht, Requiem war unmutig. Man hätte ein zeitgemäßes Vampir-Setting machen können, mit zeitgemäßeren Regeln. Vielleicht hätte das noch was gebracht. Wahrscheinlich aber auch nicht.
--- Ende Zitat ---
Was imho auch mit an einem nicht so günstigen Timing lag.
Das Vampir-Genre macht immer mal wieder Kurven Bewegungen und 2004 war es m.E. nicht gerade in der In-Bewegung.
--- Zitat von: Nin am 6.02.2012 | 21:52 ---Ich trau es mich ja kaum fragen, weil es wahrscheinlich die Diskussion abwürgen würde, aber, wofür ist es wichtig, ob WW/CCP ein MMO oder weitere Vampire Bücher oder sonst einen Kram raus bringt?
--- Ende Zitat ---
Da ich durchaus gerne neue Bücher kaufe und lese sowie nichts dagegen hätte ein MMO, das mich begeistert, zu spielen ist es mir persönlich durchaus wichtig. Ich bin nicht unbedingt angetan Fan einer Leiche zu sein.
Über die persönliche Gier nach mehr, bringt das veröffentlichen von Material einerseits ein nähren des Fanboden mit sich. Ich denke das man eher für etwas aktiv wird das lebt beziehungsweise lebendig ist als für etwas totes.
Dazu bekommt man mit etwas lebenden, selbst wenn die Atmung ruhig geht, mehr neue Leute in das Spiel. Weil wenn man nur auf bestehende Spieler vertraut, dann sterben die einem irgendwann aus. Die verlieren die Energie, sie wenden sich neuem zu oder mögen nach 10 Jahren des immer gleichen Brei, ohne Neuerungen, nur mit Homebrews die ebenso beliebig wie unbedeutend sind, kein Vampire mehr.
El God:
--- Zitat von: root hog or die am 6.02.2012 | 22:11 ---Und was wollen die, was V:tM ihnen nicht bietet? Niederschwelliger kann man den Einstieg doch kaum noch ansetzen (siehe unten).
--- Ende Zitat ---
Was die Mutti sagt. Da ist nichts niedrigschwellig, P&P-Rollenspiel findet in einem ganz anderen Universum als kreischende Teenies statt. Da müsste eine glitzernde Brücke mit uninspirierter Disney-Popmusik gebaut werden.
Cú Chulainn:
--- Zitat von: root hog or die am 6.02.2012 | 22:11 ---Das sehe ich teilweise genauso, teilweise bin ich ein bisschen anderer Meinung. V:tR hat ziemlich viel von dem, wohin sich V:tR entwickelt hat, wieder aufgegriffen und versucht, neu zu verpacken. In den verschiedenen Bünden kann man gewissermaßen die alten Sekten wiedersehen, wobei die politischen Fraktionen quasi die Camarilla und die (gezähmten) Anarchen ersetzen, die religiösen Fraktionen stark an den Sabbat erinnern. Einiges wurde modernisiert, aber dafür wurden die Einstiegshürden höher. V:tM fing tatsächlich niederschwellig an - man hatte sieben Clane, ein Team und eine geheimnisvolle böse Sekte (bei V:tR gibts davon mehrere) als Feind. Damit konnte man erstmal losspielen - bei V:tR muss man bei aller Offenheit erstmal einen Haufen Fraktionen sortieren und mit Gesichtern versehen. Das erleichtert (gerade rollenspielfremden Personen) den Einstieg nicht unbedingt.
--- Ende Zitat ---
Ja, der Einstieg ist ungleich schwieriger, würde ich so unterschreiben. Vor allem aber ist es viel zu ähnlich, im Grunde nur ein Aufguss. Eine völlig andere Richtung hätte vielleicht gut getan, die weniger mit Gothic-Horror als mit zeitgenössischen Vorlagen arbeitet. Aber gut, selbst das hätte wie gesagt vielleicht nicht gefruchtet, weil es vielleicht zu ner schlechten Zeit (Flaute) rausgekommen wäre oder ob des Mediums und mangelnder Werbetrommel kaum die angepeilte Schicht erreicht hätte. Man hat wohl versucht die bereits vorhandene Gemeinde umzusatteln und auf dem Weg noch ein paar Neue mit in den Karren zu holen. Der ist aber trotzdem wohl auf halber Strecke liegen geblieben..
Wie dem auch sei. Es stellt sich natürlich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll wäre, eine Twilight-genössische, neue Marktlinie irgendwo hinzuwerfen. Vielleicht könnte es den ganzen Betrieb ankurbeln, wie Dolge meint, vielleicht versinkt es auch in dem unendlichen Schmu an Merchandise irgendwo hinter Regal 6 neben dem Newmoon-Brettspiel.
Trotzdem hätte ich einen neuen Anstrich ganz nett gefunden. Mal nicht die "Vampire sind zivilisierte Monster"-Schiene, sondern vielleicht richtige Bestien wie in 30 Dayso Night o. ä. - weiß nicht. Das man sowas mit Requiem kann tut ja nichts zur Sache, es geht hier ja um frischen Wind.
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