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Eure Erfahrungen mit L5R, 4. Edition
pharyon:
Hallo,
ich komme derzeit gelegentlich zum Lesen der 4. Ausgabe von "Legends of the 5 Rings" und es gefällt mir ausgesprochen gut. Wer kann mir denn von seiner Spielerfahrung damit berichten?
Was mich besonders interessiert: Das Roll-and-Keep-System finde ich ganz interessant. Wäre es aber nicht sinnvoller gewesen, die keeps von dem Fertigkeitswert abhängig zu machen? Hat hier zufällig wer mal damit experimentiert? Ändert sich da was am Spielgefühl?
Aber auch ganz allgemein würden mich Anmerkungen und Infos zum Spiel sehr interessieren.
Vilen Dank im Voraus und Grüße,
euer p^^
Fëanor:
Wenn ich mich recht erinnere, dann war es in der 2ten Edition so, dass man Skill behielt und nicht das Attribut. Aber ich glaube auch die Zusammensetzung war anders...sowas wie "würfle Attribut an Würfeln und behalte Skill" ... . Ich fand das sch..... .
Mir gefällt die Mechanik so wie sie jetzt ist.
Wenn du in deinem Spiel nun einfach umkehren willst...also Attribut + Skill behalte Skill, dann sei dir einfach bewusst, dass du insbesondere am Kosten-Baum ziemlich stark drehst, da Skills viel billiger sind als Attribute! Mit anderen Worten du hast dann sehr schnell in einzelnen Bereichen meisterlich kompetente Spieler.
In Rokugan habe ich noch keine grosse Spielerfahrung gesammelt, das System kenne ich aber aus ner langen Kampagne 7th Sea (obwohl ein paar Details anders sind, kann es doch gut vergleichen). Mir gefällt R&K sehr gut. Ich mag die Entwicklung des Systems über die "Stufen" der Charaktere. Am Anfang gibt es wirklich Dinge, die du einfach nicht schaffen kannst und wenn du aber mal was wirklich kannst, dann sind Fehlschläge dort sehr selten. Zudem finde ich die Biete-Mechanik der Raises auch sehr spannend.
Terrorbeagle:
Ich finde das Spiel ganz nett, aber der Riesen-Metaplot Strang, den eshinter sich her zieht, stellt erst mal alles in den Schatten, was ich so kenne. Einschliesslich DSA. Kann man sich gut dran stoßen, oder den Metaplot schlicht mehr oder weniger ignorieren. Das Regelwerk behauptet von sich selbst, zeitlinienneutral zu sein, und schafft es auch in vielen Teilen, diesem Anspruch zu genügen.
Das System ist von vorneherein und völlig gewollt unbalanciert, und mit vielen kleinen Ecken und Schrauben ausgestattet, die es erlauben, Charaktere sehr, sehr stark zu optimieren. Es gibt ein paar Charaktere, die schlicht besser sind, und das ist vom Spiel auch voll und ganz so vorgesehen. Die Art und Weise, wie die Schulfertigkeiten aufgebaut sind, macht das Regelwerk auch sehr, sehr unübersichtlich, weil viele Schulen kleine Sonderregeln und Sonderfälle mit sich bringen. Also kurz: Das Spiel ist nix für Leute, die sich per se mit komplexen Regeln schwer tun und das Regelwerk würde sehr von einem gezielten und konsequent umgesetzten Streamlining-Prozess profitieren.
Das klingt jetzt erst mal relativ negativ, aber anderereseits bietet Rokugan eine sehr bunte Spielwelt an, bei entsprechender Regelkenntnis flutscht das Spiel ganz schön und das System ist gut dazu geeignet, hoch dramatische - und ziemlich blutrünstige - Szenen umzusetzen. L5R kann relativ schnell relativ tödlich für Charaktere enden, da muß man auch als Spielleiter etwas ein Auge drauf halten.
Ich spiele etwa seit Erscheinen der 4. Edition in einer nicht übermäßig oft spielenden Runde mit, die sich jetzt in den mittleren School Ranks tummelt. Seit Spielbeginn sind zwei Charaktere verstorben (einer durch Feindeshand, der andere durch sein eigenes Schwert, nachdem er bei einer großen Dummheit enttarnt wurde) und es wurde viel Blut vergossen.
Und zu guter Letzt: Ich kann persönlich nix dazu sagen, weil ich die englische Version habe, aber ich habe gehört, die deutsche Übersetzung sei von der Qualität der Schreibe zudem unterstes Niveau und mittelmäßig furchtbar, gerade wenn man sie mit dem Original vergleicht. Ob das so stimmt, weiß ich aber wie gesagt nicht. Die englische Version ist ganz gut lesbar und auch für mich als jemand, der von japansicher Kultur und Geschichte wenig mehr als den Inhalt einiger Kurosawa-Filme kennt, gut nachvollziehbar.
pharyon:
--- Zitat von: Fëanor am 3.09.2011 | 15:01 ---Wenn ich mich recht erinnere, dann war es in der 2ten Edition so, dass man Skill behielt und nicht das Attribut. Aber ich glaube auch die Zusammensetzung war anders...sowas wie "würfle Attribut an Würfeln und behalte Skill" ... . Ich fand das sch..... .
--- Ende Zitat ---
Wieso findest du "Keep Skill" schlimmer als "Keep attribute"? Natürlich muss man die Kosten bedenken, wenn man es anders machen möchte. Aber mir leuchtete erstere Variante als sinnvoller ein. Vielleicht bin ich aber auch nur auf dem Holzpfad...
an LM:
Ich hab die deutsche Übersetzung und es finden sich einige Setzungsfehler drin, an einer Stelle wurde sogar der engliche Text übernommen (und die deutsche Variante steht kurz darauf drunter). Die Aufmachung finde ich schön und nur wenig unübersichtlich (bin aber auch DSA 4.1 gewohnt, wo ich häufiger über mehrere Bücher querlesen muss). Dass es tödlich sein dürfte, dachte ich mir.
Grüße, p^^
Xemides:
Hallo Pharyon,
ich lese auch gerade das deutsche GRW. Finde es vom Stil her gar nicht verkehrt, nur den Lektor sollte erschießen ;-).
Ich würde mich wie immer an die Originalregeln halten bevor ich herumexperimentiere.
Was Jörg D. mir mal sagte ist, dass man die den Charakteren relativ schnell am Ende ist und sie ausgereizt hat und es keine Gegner mehr gibt.
Von wo kommst du denn ?
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