Pen & Paper - Spielsysteme > World of Darkness
[PtC] Jemand Erfahrung mit Promethean?
Village Idiot:
Ich mach mir da mal ein paar Gedanken drüber, auch wenn es schon länger her ist, daß ich mich mit dem Spiel näher beschäftigt habe. Zumindest ein schöner Grund es mal wieder zur Hand zu nehmen. :)
6:
Klingt jetzt vielleicht blöd und eigentlich habe ich nicht viel Ahnung von Promethean, aber dürfte Data aus TNG und die dazugehörigen Stories nicht eine schöne Inspirationsquelle sein?
HerrM:
Hatte zwar noch nicht das Vergnügen es zu spielen, wenn ich allerdings eine Runde Promethean aufziehen könnte, würde ich mir einmal grob überlegen was es heißt ein Mensch zu sein (mich mal bei Klassikern von Blade Runner über Pinocchio bis dem erwähnten Data inspirieren lassen) und diese Qualitäten als Milestones für die Charaktere festlegen. Als erstes wäre da ziemlich sicher die Frage nach dem eigenen Ich am Programm, die sich wohl als Beobachtung der eigenen Grenzen und was sich jenseits befindet darstellen würde. Konkret würde ich mir da vorstellen, dass die Figuren mit nichts als ihrem Grundwissen was sie sind anfangen und sich mit ihrer Umwelt vertraut machen müssen, lernen müssen, dass sie anders sind und dieses anders sein recht fatale Wirkungen haben kann. Ich würde grobe Szenarios von normalen Menschen entwerfen, deren regulären Tagesabläufe planen und dann zusehen wie die Prometheans diese durcheinander bringen, beinhart auch diese als die Monster der Geschichte darstellen und schauen wie die Spieler damit umgehen. Was sicher interessant wäre, ob die Gruppe durch den geteilten Status als Unwesen beginnen zusammenzuhalten oder ob sich unterschiedliche Vorgehensweisen herauskristallisieren, ob zum Beispiel der eine sich bemüht die Menschen zu imitieren während der andere Stolz darauf ist anders zu sein, ob es alle schaffen irgendwie an einem Strang zu ziehen, sich zu unterstützen oder ob das ganze nicht über ein Zweckbündnis hinauswächst. Wenn sich hier ein Trend abzeichnen würde, würde ich bei "stolzen" Monstern die ersten Monsterjäger auftauchen lassen, aber auch Gelegenheiten bieten andere Seiten zu zeigen (beispielsweise neugierige Möchtegernpsychologen auftauchen lassen, die anfangs halt nur helfen wollen, die Prometheans nur für stark persönlichkeitsgestörte Menschen halten), bei "mitfühlenden" Monstern würde ich die Chance geben sich eine Art Umfeld zusammenzustellen, eine Art "normales" Leben imitieren zu lassen, dass immer wieder durch widrige Umstände bedroht wird, da dürfte dann auch mal was unfaires dabei sein, schließlich ist das Leben eben nicht immer gerecht und wie wir damit umgehen definiert ja wieder unsere Menschlichkeit. In den laufenden Geschichten würde ich dann immer wieder die Milestones anspielen, die Möglichkeit bieten sich entsprechend zu beweisen.
Ehrlich gesagt halte ich Promethean vom Grundgedanken her für viel weniger Emo als beispielsweise Vampire. Immerhin hat man hier ein definitives Ziel, das man auch erreichen kann und mal ausnahmsweise nichts damit zu tun hat unmenschlicher sondern tatsächlich ein besserer Mensch zu werden. Das Spiel hat Hoffnung auf eine Art Erlösung und setzt darauf über sich selbst hinaus zu wachsen... ich schätze mal, dass es deswegen bei den meisten Spielern nicht so beliebt ist, weil sie sich da eben mal zusammenreissen müssten und auf ihren Morality-Wert achten müssten. ;)
Holothuroid:
Also einen Unterschied im Emo-Faktor würde ich eher mit Promethean als Gewinner sehen, denn bei Vampire kann man immerhin noch Superhelden mit Zähnen spielen. :)
Deine Beobachtungen jedenfalls sind sehr hübsch. Solches steht auch in etwa im Buch drin. Was ich mich aber frage ist: Was tut der Spieler? Es ist ja der Charakter, der sich überlegt, wie es ist Mensch zu sein. Der Charakter macht sich mit der Umwelt vertraut. Der Charakter imitiert Menschen oder nicht. Das determiniert aber alles kein Handeln der Personen am Spieltisch.
Nicht einmal der gegebene Spieler eines Charakter ist der Charakter. Er ist eine Person, die am Tisch sitzt und gewisse Einflussmöglichkeiten über ein fiktives Konstrukt hat. Die anderen Personen am Tisch sind am Handeln eines gegebenen Protagonisten darüber hinaus ebenfalls beteiligt - darunter besonders aber nicht allein der Spielleiter -, sie sind aber noch weniger der Charakter.
Mein Problem ist also nicht: "Was tun die Protagonisten?", sondern: "Was tun die Teilnehmer?"
Ich würde mich übrigens freuen und fände es günstig, wenn du in deinen Beiträgen ein paar mal öfter auf Enter drückst. Forenbeiträge lesen sich deutlich besser, wenn die Absätze kürzer sind. Beim Lesen am Bildschirm verliert man einfacher die Zeile.
Nin:
--- Zitat von: 1of3 am 22.02.2012 | 06:42 ---Nicht einmal der gegebene Spieler eines Charakter ist der Charakter. Er ist eine Person, die am Tisch sitzt und gewisse Einflussmöglichkeiten über ein fiktives Konstrukt hat. Die anderen Personen am Tisch sind am Handeln eines gegebenen Protagonisten darüber hinaus ebenfalls beteiligt - darunter besonders aber nicht allein der Spielleiter -, sie sind aber noch weniger der Charakter.
Mein Problem ist also nicht: "Was tun die Protagonisten?", sondern: "Was tun die Teilnehmer?"
--- Ende Zitat ---
Ich verstehe nicht wo da der Bezug zu Promethean ist.
Ist das nicht eine (relativ) allgemeingültige Aussage?
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