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Filmklassiker und rassistische und sexistische Darstellungen
Ludovico:
Ich hab mir gerade Hatari auf DVD angesehen. Den Film habe ich in der Kindheit geliebt und tue es heute auch noch. Zusätzlich mag ich auch noch die Dünne Mann-Reihe.
In Hatari werden Schwarze nur als Diener und auch etwas dusslig betrachtet und Frauen haben dort nur Sprechrollen. Aber so richtig Action machen die nicht mit. Das wird den Männern überlassen. In der Reihe der Dünne Mann hat man die typische schwarze Haushälterin, die etwas schwer von Begriff sind, die Hauptdarstellerin wird auch von ihrem Mann ständig bevormundet und gilt als etwas einfältig.
Als krasse Beispiele (ok, sind keine Filmklassiker, sondern Serien) taugen auch Captain Future, bei der das weibliche Crew-Mitglied ein Lob für seine Kochkünste erhält a la "Na, da übt wohl jemand für die Ehe", und in Mila Superstar (zu Teenagerzeiten habe ich die Serie verschlungen) haben die Mädels sich bedankt, wenn der Trainer sie geschlagen hat.
Die übliche Damsel in Distress ist in heutigen Filmen, wenn sie nicht gerade satirisch sein sollen, ist heutzutage im Filmbiz kaum noch vorstellbar. Sogar wenn die Männer die Actionhelden sind, sind die Frauen auch immer stark und selbstständig (wenn ich zum Beispiel an Expendables denke).
Gerade in den alten Filmen findet man oftmals Darstellungen von Frauen und Nichtweißen, die damals zwar üblich waren, heutzutage aber gesellschaftlich geächtet werden.
Auf der einen Seite hat man die Filmgeschichte, die auch einen begrenzten Einblick in die damaligen Geschlechter- und Rassenbehandlung eingeht und auf der anderen Seite werden dort Ansichten hochgehalten, die einfach nicht mehr in die heutige Zeit passen.
Wie sollte man heutzutage damit umgehen?
Waldviech:
Grob vereinfachte Antwort: Sich einfach ins Gedächtnis rufen, dass diese Dinge aus einem anderen Zeitalter stammen, heute als Problem erkannt wurden....und den Film trotzdem genießen ;)
--- Zitat ---In der Reihe der Dünne Mann hat man die typische schwarze Haushälterin, die etwas schwer von Begriff sind, die Hauptdarstellerin wird auch von ihrem Mann ständig bevormundet und gilt als etwas einfältig.
--- Ende Zitat ---
Hmmm....letzteres wäre IMHO diskutabel. Sie ist ja eigentlich nur dann "einfältig", wenn es um Detektivarbeit geht. In demPunkt ist Nick seiner Nora nicht wegen seines Geschlechtes, sondern wegen seiner Berufserfahrung als Ermittler "überlegen". Ansonsten kommt Nora ja alles andere als doof rüber. Das Bevormunden unterläuft sie praktisch dauernd auf irgend eine Art und Weise und scheucht ihrerseits ihren Nick auch mal herum. Im Übrigen ist die Dünner-Mann-Reihe insgesamt ziemlich"Fair for its Day", wenn man Nora mal mit anderen Frauenrollen der Entstehungszeit vergleicht.
Bluerps:
Ich denke, mehr als das was du schon getan hast, muss man da nicht wirklich machen. Man muss sich klarmachen, das diese Filme und Serien ein Produkt ihrer Zeit waren, das sie nicht gemacht wurden um die dargestellten Ansichten zu propagieren, sondern sie einfach wiedergeben (weil sie schlichtweg nicht der richtige Platz für Grenzüberschreitungen und Kontroversen waren). Man sollte sie (gegebenenfalls) vermutlich auch nicht unkommentiert Kindern zeigen.
Und darüber lachen. Lachen ist immer gut. ;)
Bluerps
6:
Das Thema finde ich nicht so spannend. Gut. Du kannst ne Menge in der Denke der damaligen Zeit erkennen.
Spannender finde ich aber Filme, die sich über damalige Tabus hinweg setzten (z.B. Männerliebe in Ben Hur).
Waldviech:
--- Zitat ---Spannender finde ich aber Filme, die sich über damalige Tabus hinweg setzten (z.B. Männerliebe in Ben Hur).
--- Ende Zitat ---
Auf jeden Fall! Wobei man es hier, wenn man die Sache aus einer rein modernen Perspektive betrachtet, oft sogar übersieht, dass Filme Dinge zu ihrer Zeit progressiv gezeigt haben und sich über Tabus hinweg setzten. (Die Dünner-Mann-Reihe ist da ein verdammt gutes Beispiel - heute wird da vieles als altbacken wahrgenommen, doch für die 30iger war die Filmreihe gradezu bahnbrechend progressiv.)
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