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[KotE] Inspiration für Charakter gesucht

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Nocturama:
Die Doku habe ich auch mal gesehen  :)

TCM ist nicht irgendwie verboten oder so. Als Patient kann man sich normalerweise aussuchen, in welche Abteilung man geht. Entsprechend muss man sich nicht mit Schulmedizin behandeln lassen, wenn man nicht will. Ich habe auch mal gemischte Medikamente bekommen, als ich eine Lebensmittelvergiftung hatte (so ein Pulver, das zumindest gemahlenes Wasserbüffelhorn beinhaltet hat, den Rest kannte ich nicht, aber auch ein fiebersenkendes Mittel eines großen wesltichen Pharmaziekonzerns).

Gefälschte Medikamente zu verhökern dürfte für ein krimineles Subjekt in Beijing kein Problem sein. Die kann man nicht nur an Kranke direkt verkaufen, sondern auch an die Kliniken, wenn man die richtigen Verbindungen hat und die richtigen Leute schmiert (also, denke ich mir so - ich habe keine praktische Erfahrung mit Bestechen oder Kriminalität  :P). Das Problem ist ja, dass es in China nicht nur gefälschte Hollywoodfilme und Gucci-Täschen gibt, sondern auch gefälschte Zigaretten, Nahrungsmittel und eben Medikamente. Während einen die Gucci-Tasche nicht sofort umbringt und einem Windows 7 höchstens den PC zerlegt, kriegt man von Sägemehl-Kippen Lungenkrebs und von gefälschten Medikamenten... wer weiß.

Die normale Sprechstunde im Krankenhaus kann sich auch ein Wanderarbeiter oder ein Niedrigverdiener leisten. Aber die passenden Medikamente oder gar richtige OPs? Vermutlich eher nicht, zumindest nicht "einfach so". Viele Wanderarbeiter dürften nicht mehr als 1000 Yuan (ca. 100 Euro) im Monat verdienen* (wobei es durchaus auch sehr qualifizierte Wanderarbeiter gibt, die wesentlich mehr verdienen. Ich meine jetzt den Typ "Bau- oder Fabrikarbeiter"). Nahrungsmittel sind günstig, wenn man anspruchslos ist, aber Wohnraum ist teuer. Bejing ist für China generell ein ziemlich teures Pflaster und wer illegal (=ohne Hukou) in der Stadt ist, muss auch die Schule für die Kinder selbst zahlen. Eine schlachthofmäßige Hinterhofklinik, die für einen Bruchteil des Preises der richtigen Kliniken operiert, kann ich mir schon vorstellen. Und wenn man noch ein Klischee einwerfen will, vertickt die Klinik auch ab und zu mal ein paar Organe von "leider verstorbenen Patienten".

Bejing ist natürlich ein Vorzeigeort in China, besonders nach der Olympiade (ne, ihr spielt ja davor, oder?). Richtig krasse Korruption mit sterbenden Patienten, wenn sie dem Arzt keinen roten Umschlag voller Kohle zustecken, kann ich mir in Bejing nicht so richtig vorstellen, zu nah an der Regierung. Aber vielleicht bin ich naiv  ;) Und tendenziell wird es sowas auch dort geben, besonders in der WoD, wo alles grimdarker ist als in der Realität... Vielleicht wäre das nicht die Superriesenvorzeigeklinik oder die Ärztin war ein leicht-stark psychotischer Einzelfall.

Schlimme Pflaster in Bejing kenne ich leider nicht, sorry. Leicht heruntergekomme Ecken gibt es aber jenseits der glitzernden Einkaufsmeilen immer wieder.



* Ich meine, ich habe für die Sprechstunde in der Klinik 12 Yuan bezahlt.

schwarzkaeppchen:
Aus Interesse...zwei Detailfragen. :)

was ist "Hukou"?
Und warum ausgerechnet einen roten Umschlag?

Nocturama:
Hukou ist ein Ausweis, der unter anderem die Heimatregion angibt. Bestimmte Sozialleistungen kann man nur da bekommen und früher war auch die Arbeit an anderen Orten illegal (bzw. als Landbewohner in der Stadt und umgekehrt, bin mir nicht mehr sicher, wie genau der Ort festgelegt war). Damit sollte Massenemigration vom Land in die Stadt verhindert werden. De Facto passierte das natürlich trotzdem.

Rote Umschläge sind eigentlich für Geldgeschenke an Feiertagen (man bekommt auch einen auf der Arbeit, z.B. zu Neujahr). Rot bringt Glück und man will ja niemandem einfach so die Geldscheine in die Hand stopfen ;)
Inzwischen kann es auch ein Synonym für Bestechungsgelder sein.

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