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[Ideensammlung] Interstellares/Interdimensionales Antriebssystem
Pyromancer:
--- Zitat von: Feuersänger am 23.06.2012 | 11:00 ---4. In einem Konflikt zwischen Planet und Orbit würde ich eher auf die Planetaren setzen. Die können einfach einen riesigen unterirdischen Laser bauen, dessen Strahl sich über beliebig viele Tunnel zu getarnten Geschütztürmen an der Oberfläche leiten lässt, und damit lässt sich dann alles, was da im Orbit kreucht und fleucht, fachgerecht tranchieren. Man hat eine riesige Heatsink zur Verfügung (den Planeten) und daher quasi keine Probleme mit der Abwärme, während umgekehrt das Wärmemanagement für Weltraumplattformen _immer_ ein Riesenproblem darstellt.
--- Ende Zitat ---
Wie ging das alte Sprichwort? "Wer im Schwerkraftbrunnen sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!"
Oder so ähnlich.
Sagittarius:
Mit dem antippen der Raumstation Diskussion hast du was bei mir ausgelöst :-\
Eigentlich wollte ich einen längeren Beitrag schreiben, aber das reicht nicht.
ich hab mir heute Nacht irgendwie den Magen ziemlich verdorben und bin seit 2 Uhr wach. Währrend dieser Zeit hab ich mich mit dem Thema Raumstation ausgiebigst befaßt.
wenn ich das alles niederschreiben will, dann kann ich fast ne wissenschaftliche Abhandlung veröffentlichen ::)
Ich schau aber erstmal wie weit ich komme im Laufe des Tages.
Unter Raumstation verstehe ich übrigens kein Äquivalent zur popeligen ISS, die für ja nix gut ist, außer Grundlagenforschung und Geld verbrennen.
Vielleicht sollten wir einen parallelen Thread über Raumstionen öffnen :)
Feuersänger:
Nur zu. Sag bescheid. :)
Yerho:
--- Zitat von: Feuersänger am 23.06.2012 | 11:00 ---1. Habitate sind unterm Strich deutlich realistischer als planetare Kolonien. Man braucht dazu keinen "Goldilocks" Planeten mit der genau richtigen Schwerkraft und Atmosphäre, sind verkehrstechnisch leichter anzubinden (Schwerkraftbrunnen) usw.
--- Ende Zitat ---
Womit wir wieder bei der Frage wären, wie man das daraus entstehende immense Import/Export-Kostengefälle löst, wenn man für sein Setting auch planetare Kolonien ohne massive Wirtschaftsnachteile haben möchte. Für mein Setting ist es übrigens relativ egal, den ich habe mich für einen mehr oder weniger starke (politische und wirtschaftliche) Distanz zwischen Planeten- und Weltraumbewohnern entschieden, aber wer absolute Interaktion will, muss sich was einfallen lassen.
--- Zitat ---3. Nahrung lässt sich schon produzieren, aber das dürfte halt großteils dieser geschmacklose Pampf auf Algen- oder Hefebasis sein.
--- Ende Zitat ---
Das kommt ganz darauf an, wie viele Leute man versorgen muss, wie anspruchsvoll diese sind und viel Aufwand man zu treiben bereit ist. Wenn ich sehe, was heute schon für Form/Press-Irgendwas-Nachbildungen echter Lebensmittel (tm) im Tiefkühl- und Wurstregal herumliegen und von Millionen Menschen willig gekauft vertilgt werden, kann ich nicht glauben, dass in 100 Jahren niemand in der Lage ist, einem Batzen Algenmasse genau die Form, Konsistenz, Farbe und Geschmack zu geben, die man bei einem saftigen Schnitzel vermuten würde. Dass man keine Habitate mit Gourmets füllen wird, ist allerdings absehbar - aber dafür betreibt man ja Handel: Um sich mit dem einzudecken, was man selbst gar nicht oder nur sehr viel um teurer produzieren kann. Der besserverdienende Habitatsbewohner kann sich eben echte Import-Lebensmittel leisten, der Habitatsunterseiten-Anstreicher wird aber auch satt.
--- Zitat ---Ähem, na jedenfalls lohnt sich so ein "geschlossenes Ökosystem" wohlgemerkt nur für Habitate oder auch Raumschiffe mit _sehr_ langer Missionszeit; also weit über 6 Monate zwischen den Versorgungsmöglichkeiten. Für kürzere Missionszeiten kommt man massetechnisch billiger weg, wenn man einfach entsprechend Vorräte mitnimmt.
--- Ende Zitat ---
Kein Widerspruch meinerseits, ich hatte das auch eher für stationäre Anlagen und Langzeitmissionen im Sinn.
--- Zitat ---4. In einem Konflikt zwischen Planet und Orbit würde ich eher auf die Planetaren setzen. Die können einfach einen riesigen unterirdischen Laser bauen, dessen Strahl sich über beliebig viele Tunnel zu getarnten Geschütztürmen an der Oberfläche leiten lässt, und damit lässt sich dann alles, was da im Orbit kreucht und fleucht, fachgerecht tranchieren. Man hat eine riesige Heatsink zur Verfügung (den Planeten) und daher quasi keine Probleme mit der Abwärme, während umgekehrt das Wärmemanagement für Weltraumplattformen _immer_ ein Riesenproblem darstellt.
--- Ende Zitat ---
Andererseits ist es sehr schwer so ein Ding zu bauen, wenn man unter orbitaler Beobachtung steht und die Jungs da oben eigentlich nur irgend ein ausreichend großes Trümmerstück beschleunigen müssen, um aus der Lääääser-Baustelle einen Krater zu machen. Oder, wenn man es eleganter lösen will, gar nicht erst die technische Entwicklung und/oder Infrastruktur zulassen, um so ein Ding zu bauen. Es ist praktisch unmöglich, so ein Projekt unbemerkt von einer parallel existierenden orbitalen Bevölkerung durchzuziehen - der zentrale, unterirdische Laser mag ja noch unentdeckt bleiben (obwohl man auch dafür zigtausende Lkw-Ladungen an Material, Busse mit Personal und sonstige Logistik braucht, die nicht unbemerkt bleiben dürften), aber die Geschütztürme an der Oberfläche kann man nicht überall kaschieren (bzw. die Baumaßnahmen an selbigen) nicht.
Klar, wenn eine Flotte einen länger etablierten Planeten angreift, sollte sie mit so etwas rechnen. Aber selbst dann sollte das die letzte Verteidigungslinie hinter orbitalen Verteidigungsplattformen, einer beweglichen Systemflotte, Killersatelliten und Abwehrstationen in der Systemperipherie sein. Wenn die fällt, kann man den bösen Feind nämlich nur noch nach "Methode Afghanistan" wieder nach Hause schicken, also ihm trotz Lufthoheit auf dem Boden so einheizen, dass es zu ungemütlich und/oder unrentabel wird und er freiwillig abzieht oder sich zumindest auf akzeptable Friedensbedingungen einlässt.
Eine planetare Bevölkerung, die sich erst einmal unter der Knute einer orbitalen Bevölkerung befindet, bleibt meines Dafürhaltens auch unter derselben. Es sei denn, es gibt Hilfe von außen oder man hat die Möglichkeit, die orbitale Bevölkerung zu unterwandern und quasi einen Guerilla-Krieg nach oben zu tragen oder die orbitale Bevölkerung ist in irgend einem vitalen Punkt noch so abhängig vom Planeten, dass man sie indirekt durch Maßnahmen am Boden treffen kann.
--- Zitat von: Sagittarius am 24.06.2012 | 07:24 ---Vielleicht sollten wir einen parallelen Thread über Raumstionen öffnen :)
--- Ende Zitat ---
Ebenfalls dafür, sofern/sobald es Deinem Magen wieder besser geht. :)
Feuersänger:
--- Zitat von: Fantomas am 24.06.2012 | 09:12 ---Womit wir wieder bei der Frage wären, wie man das daraus entstehende immense Import/Export-Kostengefälle löst, wenn man für sein Setting auch planetare Kolonien ohne massive Wirtschaftsnachteile haben möchte.
--- Ende Zitat ---
Wie gesagt, bei entsprechendem Techlevel sind die STO-Kosten überschaubar, und machen nur bei Gütern mit niedrigem Grundpreis einen signifikanten Unterschied. Entsprechend exportieren Planeten mit hoher Schwerkraft vorwiegend veredelte Güter. Die Erde wird also z.B. keinen Weizen exportieren (weil ein Endpreis von 10 Euro pro kg Mehl doch etwas happig ist), aber Rinderfilet schon eher.
Das deutet übrigens auch wieder in Richung imperialistischer Kolonialismus hin: die Erde bzw. Kolonialmächte müssen die Kolonien von sich abhängig halten, weil sie sonst ihre benötigten Importe nicht durch entsprechende Exporte ausgleichen können und mit der Zeit ausbluten würden.
Deine postulierte Trennung von Planeten- und Raumbewohnern ist natürlich eine andere Möglichkeit.
Nebenbei, wie schon gesagt wären Planeten oder Monde mit geringerer Schwerkraft daher besonders interessant; eine besondere Schwelle liegt da bei 0,5G Oberflächenschwerkraft. Bis diesem Wert könnte ein Shuttle mit chemischem (Wasserstoff+Sauerstoff) Raketenantrieb mit einem Masseverhältnis von e = 2,71 den Orbit erreichen, was energetisch besonders effizient ist.
--- Zitat ---Wenn ich sehe, was heute schon für Form/Press-Irgendwas-Nachbildungen echter Lebensmittel (tm) im Tiefkühl- und Wurstregal herumliegen und von Millionen Menschen willig gekauft vertilgt werden, kann ich nicht glauben, dass in 100 Jahren niemand in der Lage ist, einem Batzen Algenmasse genau die Form, Konsistenz, Farbe und Geschmack zu geben, die man bei einem saftigen Schnitzel vermuten würde.
--- Ende Zitat ---
Naja, ich hab da so meine Zweifel; bis heute sind sie ja gerade mal beim Kapitel "Form" angekommen, während Konsistenz und Geschmack dieser Fleischimitate nach wie vor eine tödliche Beleidigung für jeden nicht völlig genussbefreiten Gaumen sind. ;)
--- Zitat ---Eine planetare Bevölkerung, die sich erst einmal unter der Knute einer orbitalen Bevölkerung befindet, bleibt meines Dafürhaltens auch unter derselben.
--- Ende Zitat ---
Es fällt mir aber schwer, mir ein Szenario vorzustellen, in dem es dazu kommen kann; abgesehen von extra so eingerichteten Spezialfällen wie ein Gefängnismond mit Aufseherstation.
Das was mir dazu einfällt, ist eine solche Orbitalstation als Machtinstrument der planetaren Machthaber. Das spielt z.B. bei Heinleins "Between Planets" eine Rolle. Da gibt es die Station "Circum-Terra", die sowohl als Raumverkehr-Drehkreuz wie auch als Atombombenplattform dient, und unter Kontrolle der Erdregierung steht, die damit die einzelnen Regionen unter der Knute hält. Nur wird dann eines Tages die Station von venerianischen Rebellen übernommen, die ganz banal mit dem regulären Spaceliner als Touristen angekommen sind. Die machen dann eigentlich nichts anderes, als die Station zu evakuieren und zu zerstören -- mit der Absicht, dass dann die Erdbevölkerung sich gegen die totalitäre Regierung erheben kann (und diese dann andere Sorgen hat, als sich um die abtrünnigen Venerianer zu kümmern).
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