Medien & Phantastik > Sehen
Django Unchained
YY:
Sehe ich genauso - bis zum Finale sehr gut, aber dieses will irgendwie nicht so recht zum Rest des Films passen.
Callisto:
Ich hab den Film ja noch nich gesehen, aber genau das was ihr kritisiert ist eigentlich das, was ich erwarte. Ich meine, ihr wisst was in Inglorious Basterds mit Hitler geschehen ist? Das ist ein Tarantino, das muss so :D
YY:
--- Zitat von: Chris Andrews am 27.01.2013 | 18:26 ---Ich meine, ihr wisst was in Inglorious Basterds mit Hitler geschehen ist?
--- Ende Zitat ---
Wissen wir. IG hat aber auch den ganzen Film über durchgehend einen Stil gefahren; das macht Django nicht.
Ich bin, was solche Stilbrüche angeht, zugegebermaßen relativ empfindlich (mich stört z.B. auch der Stunt am Ende von Bourne ID) - aber hier ist es echt massiv.
Callisto:
Naja, ich werds erst Ende des Monats ansehen und ich freu mich drauf.
Shield Warden:
--- Zitat von: The Board of Education am 25.01.2013 | 23:32 --- (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)...nach DiCaprios und Waltz' Tod baut er massiv ab. Djangos Rachefeldzug am Ende ist ohne Spannung, Überraschung oder irgendetwas anderes, was es wert gewesen wäre, erzählt zu werden. Django geht zurück nach Candyland und bringt alle um... und diese ganze Sache erzählt mir nichts Neues. Über keine Figur. Oder zumindest nicht so richtig. Und Tarantino weiß schon, warum er direkt von der Szene mit Django an den Füßen nach unten zur Szene auf dem Weg zum Bergwerk geschnitten hat: Da ist nämlich ein klarer Bruch in der Logik drin, finde ich, weil nicht klar ist, warum Django nicht auch in Ketten liegt und in einem Käfig steckt... so nachdem er Calvin Candie umgebracht hat, sollte man sowas doch schon erwarten. Das sind echte Brüche... nicht so Lappalien wie Bierglasfüllungen... ;)
--- Ende Zitat ---
Vorneweg: für mich gibt es kein 3/4, halb gut / halb schlecht. Für mich war der Film von vorne bis hinten genial und dabei bin ich für gewöhnlich kein Tarantino-Fanboy. Der Hype um den und Inglorious Basterds gingen mir Beide eigentlich größtenteils auf den Sack (bei Letzterem bis auf die Szenen mit Waltz).
Zum Spoiler:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Es war mir eigentlich sofort klar, dass Django als Bestrafung laufen musste und nicht im Käfig saß, für mich ist da kein Logikbruch. Der Schnitt vorher entlarvt meiner Meinung daher auch keinen groben Schnitzer in der Logik.
Was den Rachefeldzug angeht, hatte ich ehrlich gesagt die ganze Zeit auf ihn gewartet. Ohne dieses Ende wäre der Film nicht im Geringsten vollständig gewesen, in meinen Augen. Django ist schon immer ein Rachecharakter gewesen, die Figur wird die ganze Zeit darauf hin aufgebaut, auch wenn es vermeintlich nur um die Rettung geht. Das ist doch allerdings nur der oberflächliche Plot. Die ganzen Darstellungen der Sklaverei, die Entscheidung von Schulz, für seine Überzeugung zu sterben als Auflehnung gegen die durch Candie verkörperte Grausamkeit (übrigens genial, da durch einen Deutschen begangen - im amerikanischen Kino keine Selbstverständlichkeit) - und letztlich die Bestrafung des Verräters an Seinesgleichen in Form von Steven (da stimme ich zu, Samuel L. Jackson einfach phänomenal) und die Zerstörung der großen Farm, die sinnbildlich für die patriarchisch-versklavende Gesellschaftsstruktur steht, die hier angeprangert wird - das alles ergibt erst mit dem Ende ein rundes Bild.
Die überzogenen Endeinstellung, die überdrehte "Coolness" von Django und die Rückkehr zur holden Maid habe ich persönlich unter genrespezifische Selbstironie gesetzt, was wieder gut mit der bis zur Lächerlichkeit überzogenen Gewalt passt, die ich eigentlich permanent gefeiert hab.
Was die Musik und auch den Film angeht, war ich ehrlich gesagt erstaunt, wie wenig Leute im Kino einen Plan davon zu haben schienen, dass das so gut wie alles - und dazu noch absolut genial - vom Originalfilm übernommen worden war. Überhaupt schienen recht wenige Franco Nero in seinem Cameo erkannt zu haben. So geht das Abendland zu Grunde :korvin:
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