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[13th Age] Small Talk
Achamanian:
--- Zitat von: Grinder am 23.03.2015 | 20:30 ---Erst sprichst Du von RPG-Einsteigern und jetzt geht es nur noch um Mokel für deine Gruppe. Das sich dann die Eignung von 13th Age stark ändert, ist doch klar. Genauso wie du jedes abseitige RPG-System als einsteigerfreundlicher aufführen kannst, denn der Mainstream muss dich ja nicht interessieren in deinem Biotop. ::)
--- Ende Zitat ---
Nee, Moment ... erstens: natürlich ist bei mir weiterhin die Rede von Einsteigern (und was Mokel sind, weiß ich nicht), nur dass ich die als Einzelpersonen innerhalb einer spezifischen RSP-Gruppe gedacht habe und andere offenbar als den heranzuziehenden Rollenspielnachwuchs oder so was.
Die Sache ist so: Irgendwie kam die Frage auf, ob 13th Age ein gutes System für Einsteiger sei. Daraus schließe ich irgendwie: Da ist jemand, der will mit diesen und jenen Leuten spielen, die noch nie ein RSP gespielt haben. Er oder sie fragt sich jetzt, ob 13th Age ein gutes Spiel dafür ist, das Projekt in Angriff zu nehmen. Davon ausgehend, dass es vor allem darum geht, mit diesen Leuten zu spielen, und nicht darum, ein bestimmtes Spiel zu spielen, würde ich halt mit ganz unbeleckten Einsteigern raten: Nimm doch vielleicht erstmal Dungeonslayers oder so.
Es ging mir bei der Antwort nicht darum, wie man "das Rollenspiel (oder 13th Age) voranbringt", sondern wie man gemeinsam ein gutes Rollenspielerlebnis hinbekommt und welche Systeme mir dafür bei Leuten, die keine Erfahrungen mitbringen, besonders geeignet erscheinen.
Und da bleibe ich dabei: 13th Age ist halt besonders geil für Leute, die Rollenspielerfahrung haben, weil die die Zitate erkennen und mit den Mechanismen, die hier abgewandelt werden, tendenziell schon vertraut sind. Für Einsteiger gibt es dagegen einen Haufen sperriges Zeug im System.
Wenn die Frage allerdings war: "Kann man mit 13th Age das Rollenspiel voranbringen, indem man Einsteiger an das Hobby heranführt, sodass sie bald auch die Platzhirsche Pathfinder und DSA beherrschen und dadurch schnell Anschluss an die Rollenspieler-Mehrheit finden", dann sorry - da hätte ich dann einfach nicht geantwortet, weil mich das nicht interessiert.
Hotzenplot:
@Grubentroll: +1
Zum Thema Gumshoe:
Ich bin da bei Rumpel, was die Einsteigerfreundlichkeit angeht. Egal ob es Mainstream ist oder nicht, Gumshoe deckt das Rollenspiel vollumfänglich ab. Es hat gerade für Einsteiger folgende Vorteile:
1. Alles, was der SC kann, steht ganz genau auf dem Charakterblatt (und nicht versteckt in unbekannt klingenden Verschwurbelungen).
2. Der Neueinsteiger kann deutlich erkennen, was klappt und was nicht (denn die investigative abilities führen ja mit Sicherheit weiter) und muss nicht irgendwas mit XY multiplizieren und dann gegen den NSC würfeln.
3. Bei den general abilities ist die Würfelmechanik denkbar einfach
Ich habe am Wochenende bei der Literaturnacht ein absolut positives Neueinsteiger-Erlebnis mit zwei ü50-Damen gehabt, die als Piratenbraut und Musketieren bei PDQ# ziemlich steil gegangen sind. Warum? Weil PDQ# einfach zulässt, dass das, was man möchte, auch passiert (sowohl durch die Figur - Nutzung einer passenden Quality, als auch durch den Spieler - durch das "kaufen" von Fakten per Styledice).
Meiner Meinung nach kann die Feinjustierung des Rollenspieles, ob nun durch das Nutzen komplexerer Regeln eines Systems oder die bewusste Anwendung verschiedener Techniken aus der Rollenspieltheorie nur sinnvoll mit steigender Erfahrung verstanden, eingesetzt und in Form von Spaß erlebbar werden.
Das bedeutet ja nicht, dass ein Neueinsteiger mit einem teilweise dysfunktionalen und sehr komplexen System wie DSA 4.1 oder einem relativen Schwergewicht wie 13th Age keinen Spaß haben kann. Ich habe genug Einsteiger mit DSA 2,3 oder 4 zu festen Rollenspielern gemacht. Aber intuitiv zugänglich war es eben nicht, und das erwarte ich heutzutage von einem einsteigerfreundlichen System.
Einsteigerfreundlich ist deshalb m. E. nicht unbedingt ein System, das einfach wenige Regeln hat. Es ist ein System, das intuitive Regeln hat. Das bemisst sich aber an der Intuition des Neueinsteigers, die wiederum durch seine Vorerfahrungen (PC-Spiele etc.) schwanken kann. Völligen Neueinsteigern, die bar jeder Erfahrung beginnen, wäre m. E. schon 13th Age nicht mehr intuitiv genug.
Perfekt ist doch ein Spiel, das man beim Spielen lernt.
Lasercleric:
--- Zitat von: Scimi am 23.03.2015 | 11:45 ---Ich habe gerade mal kurz versucht, für einen Anfangsfighter (Power Attack, Grim Intent, Deadly Assault, Brace for It, Defensive Fighting, Cleave) das Flussdiagramm hinzumalen. Als ich aufgegeben habe, sah das Ding aus wie der Schaltplan eines Microcontrollers. Entweder ist das nicht einfacher als sich einfach alle Karten rauszusuchen, auf die der Trigger zutrifft oder jemand muss mir erklären, was ich dabei falsch mache. :-\
--- Ende Zitat ---
Du startest mit einer zentralen Blase, links geht's nach "my turn", rechts nach "not my turn".
Links: Abzweigungen: z.B. Tough as Iron, Melee Attack, Ranged Attack.
Melee Attack: Abzweigungen: Miss/Hit
Miss: Any/Even
Any: Brace for it
Even: Grim Intent
Brace for it/Grim Intent: zusammen führen zu "Miss Damage" führt zu "Enemy drops to zero?" führt zu "Cleave"
Hit: Even(deadly assault)/Odd(carve an opening)
"Deadly assault" führt zu "Natural 20?" führt zu "2xDamage" führt zu "Enemy Drops to Zero?" führt zu "Cleave"...
Rechts: Abzweigungen z.B. Ally suffers melee Attack - Skilled Intercept, Enemy disengages - Threatening, Attack Odd Miss - ESC Even? - Counter Attack führt zu Half damage/Basic Melee Attack führt zu "Enemy Drops to Zero?" führt zu "Cleave"
...
So in etwa würde ich das machen, denke ich. Hoffe das war verständlich. Ich habe jetzt die Powers im einzelnen nicht noch einmal nachgeprüft - am Tablet war das so schon anstrengend genug ;)
Oberkampf:
--- Zitat von: Jim Plotz am 23.03.2015 | 21:23 ---
Einsteigerfreundlich ist deshalb m. E. nicht unbedingt ein System, das einfach wenige Regeln hat. Es ist ein System, das intuitive Regeln hat. Das bemisst sich aber an der Intuition des Neueinsteigers, die wiederum durch seine Vorerfahrungen (PC-Spiele etc.) schwanken kann. Völligen Neueinsteigern, die bar jeder Erfahrung beginnen, wäre m. E. schon 13th Age nicht mehr intuitiv genug.
Perfekt ist doch ein Spiel, das man beim Spielen lernt.
--- Ende Zitat ---
Das ist ein sehr guter Punkt.
Nochwas zur relativen Einsteigerfreundlichkeit von 13th Age:
Ich persönlich halte es für eins der zugänglicheren Systeme aus der Familie der D&D- und der d20-Rollenspiele. Bei AD&D waren der eigenartig niedrige AC-Wert und die verschiedenen Rettungswürfe für einige Spieler ein Hindernis - von der Anzahl der Zauber für Zaubererklassen abgesehen. D&D3.x, Pathfinder und ähnliche d20-Produkte sind sowieso nur was für Vollprofis. D&D5 kenne ich nicht aus der Praxis. Bleibt D&D4, was ich auch als einigermaßen zugänglich ansehe, was aber deutlich mehr Optionen und damit Fallstricke bietet, die ein verstärktes Einarbeiten in die Regeln erfordern.
Außerdem halte ich 13th Age für eins der zugänglicheren Systeme in dem Bereich, den ich schon hervorgehoben habe: abwechslungsreiches Monsterschnetzeln!
Außerhalb der D&D-Familie kann ich sowas auch mit Savage Worlds, Earthdawn, Midgard, Dragon Age, Warhammer (wobei einige davon nach Regeln deutlich mehr können!) und wahrscheinlich noch ein paar anderen, DSA4 scheint ja auch ein optionsreiches Kampfsystem zu bieten, aber in dem Bereich gehört 13th Age nach meinem Eindruck zu den vergleichsweise einfacheren am Tisch spielbaren Systemen.
Wobei ich übrigens Dungeonslayers (auch in dem Bereich) mit Vorsicht betrachte. Durch die Feats werden einige Sachen sehr schnell sehr kompliziert.
Luxferre:
Konsens: es wird keinen geben.
Halb so wild. Für mich ist es ein gutes System für Einsteiger, für Rumpel gibt es viele andere Systeme, die das besser machen (was ich übrigens auch finde, aber darum geht es ja eigentlich gar nicht ;) ) und dazu wurden jetzt jede Menge Worte gesagt, ich denke ein Interessierter Leser kann sich seine eigenen Gedanken machen :d
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