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Konstitution mal anders

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La Cipolla:
Mary: The Sueing
coming to gaming tables around you in 2012

 ;D

Im Ernst, ich finde den Gedanken interessant, aber da musst du definitiv weiterdenken -- das ginge bspw., wenn man ein sehr feingranuläres System hat, auf einer Synergie-Ebene, oder durch kleine Systeme, die sowas abdecken (etwa ein Talent/Merit/was-auch-immer, das einem Charakter mit hohen körperlichen Werten soziale Boni gibt).

Von der Sim-Perspektive aus fehlt da aber gaaanz viel in der Logik. Sowas wie Sozialisierung (kann sämtliche Hormone über den Haufen werfen!) oder Fruchtbarkeit & Lebenszyklen (Alter und so). Dazu kommt, dass Hormone ja nicht einfach GEIL=GEIL funktionieren, sondern miteinander harmonieren. Wer auf einen schnellen Fick aus ist, springt auf KOMPLETT andere Dinge an als jemand, der jemanden zum Kinderaufziehen sucht. Oder anders gesagt, die körperliche Fitness ist nur ein Aspekt, der definitiv nicht ausreicht, um die Anziehungskraft eines Menschen zu erklären.

Wenn du dich dafür interessiert: für eine nette, günstige und zugängliche populärwissenschaftliche Grundlage würde ich das GEO Wissen Heft "Partnerschaft & Familie" empfehlen. Fachbücher sind da natürlich ... anstrengend.

Teylen:

--- Zitat von: Gummibär am 12.07.2012 | 04:19 ---So könnte man z.B. die beiden Attribute Erscheinungsbild und Widerstandsfähigkeit aus Vampire: Die Maskerade zusammenfassen zu einem einzigen Attribut Konstitution. Und dies bei einem neuen System von vorneherein so designen. Dies macht Sinn:
--- Ende Zitat ---
Nein, macht es imho nicht.
Es gibt Leute die sind häßlich wie die Nacht aber fruchtbar wie noch was.
Umgekehrt gibt es Leute die so attraktiv sind das sie reich werden aber vermutlich eher weniger fruchtbar.
[Gerade die Supermodels wie sie in den Neunzigern aufkamen sehen nicht aus als hätten sie gebährfreudige Becken oder eine gesunde Konstitution]


--- Zitat ---Aus GAM-Sicht wird der Dumpstat Erscheinungsbild (sofern man keine Präsenz erlernen will, ist ein Wert über 2 überflüssig) einem anderen Attribut zugeordnet, das ebenfalls in der Spielbalance zu kurz kommt. Denn die Widerstandsfähigkeit ist zwar wichtig zum Absorbieren, kommt aber ansonsten ziemlich kurz, und das in eigentlich allen Systemen, was Fertigkeitsproben angeht.
--- Ende Zitat ---
Eigentlich ist Widerstandsfähigkeit durch die Tatsache das man damit absorbieren kann und nur damit recht wichtig.
Womit es imho in etwa gleich auf mit der Körperkraft liegt.

Dazu zerschlägt es imho, bezogen auf Vampire, die Spiellogik bei mindestens vier Clans.
Gangrel, Kappadozianer, Nosferatu sowie Tszimisce

Gangrel sind robuste, wilde Naturverbundene Kämpfer. Es gibt keinen Hinweis in den Regeln das sie schwächlich hinsichtlich der Konstitution sind.
Im Gegenteil, sie haben Seelenstärke als Clansdisziplin, das heißt sie sind eigentlich noch extra-robust.
Die Kappadozianer sind zwar weniger auf das schlachten aus, aber neben der Tatsache das sie so attraktiv wie eine Leiche sind, sind sie eigentlich so schwer zu killen wie ein kopfloser Zombie. Weshalb sie ebenfalls Seelenstärke als Disziplin haben.
Dann wären da die Nosferatu. Die sind zwar häßlich und entstellt aber eigentlich explizit nicht behindert. Es gibt sogar eine Reihe von körperlichen Vorteilen welche ihnen durch die Entstellung eingeräumt werden können.
Nun und dann wären da ie Tzimisce. Wo man mit dem Konzept sowohl das Clanskonzept der Metamorphose gegen die Wand fährt, wo sich Tzimisce weil sie es "ansprechend" finden ein objektiv häßliches Äußeres geben (Erscheinungsbild 0) sowie die Disziplin zerfetzt. Weil da wo Fleischformen cool/effektiv wird, wird es meistens ziemlich (optisch) häßlich. Die Szlachta und die Vohdz haben beide Erscheinungsbild 0 (zu recht weil sie häßliche Monstrositäten sind) und ein Tzimisce der in die Zulo Form wechselt würde konstitutionell in's negative rutschen?

Auch sonst kann man im Grunde sagen das bei V:tM/V:DA die Clans/Blutlinien eigentlich um so größere Nehmerfähigkeiten entwickeln je häßlicher sie sind. Was dann auch in die andere Richtung umschlägt.

Weil plötzlich sind die Toreador, die Geschwindigkeit angeblich hauptsächlich der Kunst wegen und für's Weg laufen haben, die stabilsten Kampfschweine die es so auf dem Clans Tablett gibt.


Naja und dann wäre bezogen auf Vampire da noch ein weiteres Problem.
Als Vampir hat es sich mit der Fruchtbarkeit. Da ist nix mehr.
Vampire sind eigentlich weniger fruchtbar als Leichen wo zumindest noch Maden dran sind und entstehen können.

Bezogen auf Vampire würde ich dann auch eher das Problem sehen das man nicht nur Erscheinungsbild hat, sondern mit Charisma, Manipulation und Erscheinungsbild es ein bisschen mit den sozialen Stats übertrieben.
Wenn man das EB innerhalb von Vampire stärker betonen will kann man einbringen das ein Charakter, nach GRW, beim sozialen Ersteindruck, nicht mehr Würfel verwenden darf als er EB hat.


Kleine Ergänzung zum nWoD Vergleich.

--- Zitat von: 8t88 am 12.07.2012 | 08:51 ---Die Clansschwäche der neuen Nosferatu ist auch schöner.
Die können Bildhübsch sein. Sind aber trotzdem irgendwie "unheimlich".
--- Ende Zitat ---
Das hat man in der cWoD bei den Kappadozianern (Samedi und andere habe ich gerade nicht auswendig parat).
Die bekommen einen permanenten Abzug auf soziale Würfe, dürfen Erscheinungsbild aber über 0 haben.

Pyromancer:
Bei Savage Worlds ist es z.B. so, dass man für das Talent "Attraktiv" einen Mindestwert in Konstitution haben muss (für das Talent "Charismatisch" aber nicht).

Asdrubael:
Also viele handwerker die ich kenne haben eine Konstitution wie ein Pferd... aber attraktiv würde ich mit denen nicht in Verbindung bringen. Ich denke was da dem menschlichen Gehirn ein Streich spielt ist das gesund scheinen vs. gesund sein. Wobei es evolutionär schon irgendwie sinnvoll scheint, sich nicht mit Partnern vermehren zu wollen, die schon krank aussehen.

Aber in einem RPG kann die Zusammenlegung funktionieren, wenn man eben sagt: die Realität weicht nicht vom Erscheinungsbild ab. Also die Bösen sind kränklich, hässlich und abstoßend und die Helden strahlend, gut aussehend und bekommen auch keinen Husten, wenn sie mit nassen Haaren raus gehen.
Das kann denke ich schon funktionieren... aber vielleicht sollte man eine Hintertür offen lassen um das Klischee brechen zu können

Teylen:
Ich bezweifele ja auch schon etwas die Eingangsthese.
Nun und mal abgesehen von den unattraktiven Menschen die dennoch viele Kinder kriegen, der gesellschaftlichen Entwicklung von Schoenheitsidealen und dergleichen, laeuft das ganze doch tendentiell Gefahr zu kippen wenn man Tiere hin zu zieht.

Demnach waere ein fluffiges, niedliches Kaninchen, das vielleicht auch so ein toller Rammler ist, tendentiell widerstandsfaehiger und haette eine bessere (oder gar die gleiche) Konstitution als so eine haessliche, wilde Wutz.


Kleine Ergaenzung:
Soweit mir bekannt laeuft die Attraktivitaet weniger ueber Fertilitaet oder Gesundheit sondern mehr ueber Kompatibilitaet zur suchenden Person.
Andernfalls waeren die Fruchtbaren und Gesunden ueberflaufen.

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