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[xWoD] Vampire und die Jagd

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WitzeClown:
Wir sind genau anders vorgegangen. Wir haben uns recht schnell ein vernünftiges System überlegt, dass die wichtigen Faktoren berücksichtigt (Zeit/Terretorium/potentielle Fumbles) und dann 90% der Jagden darüber abgehandelt. Das wir wohl vor allem daran liegen, dass bei uns der Personal Horror nicht der Dreh- und Angelpunkt des Spiel ist.

Aber selbst bei Gruppen die dem Personal Horror viel Aufmerksamkeit widmen stellt sich mir folgende Frage:

Wie geht ihr damit um, dass die Jagd recht schnell eine Routinetätigkeit wird? Ich meine, wenn man in einer Sitzung sagen wir mal grob zwei Wochen Zeit vergehen lässt, dann werden ja so rund 3-4 Jagden pro Spieler anfallen. Entscheidet dann der SL einfach das bestimmte Jagden ausgespielt werden und der Rest wird beschreibend in die Downtime gelegt?

Shield Warden:

--- Zitat von: Sonnenpirat am 27.09.2012 | 08:45 ---Größtes Problem dabei ist vermutlich, dass der Kuss (schon viel zu schönes Wort...) ja meistens für die Opfer als total geiles Erlebnis geschildert wird. Ich würde echt überlegen, dass zu streichen um das raubtierhafte und unmenschliche zu betonen.
Wenn es für beide Seiten geil ist, dann ist es auch nichts, dass mit Horror zu tun hat.

--- Ende Zitat ---

Die anderen Punkte würde ich so unterstreichen, aber da muss ich persönlich widersprechen. Der Horror kann (und sollte vielleicht auch) aufkommen, wenn es für Beide im unmittelbaren Augenblick genussvoll ist. Gerade der Genuss verleitet Menschen (wie im System beschrieben, u. a. bei Herde) dazu, eine Sucht zu diesem Gefühl zu entwickeln. Der Vampir wird zwar im akuten Augenblick nicht mit dem unmittelbaren, physischen Schmerz konfrontiert, muss allerdings später mit der Versklavung eines Individuums leben (wenn er es übertreibt). In jedem Fall ist es trotzdem eine Art Vergewaltigung, weil man das Opfer dazu zwingt, Gefallen daran zu finden. Natürlich kann sich das jeder Vampir auch auf die ein- oder andere Weise schönreden aber früher oder später wird er mit der alten und sehr effektiven Wahrheit konfrontiert, die den größten Horror ausmacht: du bist ein Vampir, du bist nicht mehr fähig, menschlich zu fühlen oder gar zu lieben und andere können dich auch nur noch durch dein Blut und deinen Biss schätzen, sie schätzen aber nicht dich, sondern die Erfahrung. Selbst wenn du ihnen Spaß bereitest, bist das nicht du - du versklavst ihre Seelen und sorgst auch noch dafür, dass es ihnen gefällt. Je nach Kontext ist das schon mehr Horror, als ein Spieler bereit ist auszuspielen.

Prinzipiell gebe ich dir aber recht - für mich und meine Spieler war die Jagd nie einfach nur Nahrungsaufnahme sondern essentieller Bestandteil der vampirischen Existenz. Nicht einmal die Herde ist einfache Nahrungsaufnahme - Blut zu trinken sollte immer etwas Besonderes sein, finde ich, man nimmt immer hin die Lebensessenz eines Menschen in sich auf, um ewig zu leben - da ist nichts Gewöhnliches dran, auch wenn die Aktion regulär und notwendig ist. Allerdings würde ich persönlich aus Erfahrung davon abraten, die Charaktere zu oft einzeln jagen zu gehen. In der Gruppe zu jagen kann den gleichen oder einen noch stärkeren Effekt haben und sorgt dafür, dass man die Spielanteile nicht allzu sehr separiert. Natürlich ist es auch sehr persönlich, wenn es allein geschieht - die Mischung machts eben.

Es ist natürlich nicht jede Jagdmethode gleich. Der eine Vampir hetzt seine Beute gerne durch die Straßen, der andere verführt etc. daran sollte man die Bedingungen anpassen. Es schadet sicher auch nicht, die Charaktere schonmal vor schwierige Entscheidungen zu setzen (wie ausgehungert einem nahe stehenden Sterblichen gegenüberzustehen), wenn mans da allerdings übertreibt, wirds zu einseitig und der Spieler verliert ein wenig die Kontrolle. Natürlich ist Kontrollverlust Teil des Fluchs (Raserei..) aber auch hier würde ich die Waage halten.

Ob man jetzt jede Runde mindestens eine Jagd jedes Charakters ausspielen muss, sei mal dahingestellt. Ich glaube persönlich nicht - es reicht wohl, wenn man entsprechende Situationen akzuentiert. Wenn man eine Sanboxstadt leitet ist ja die Spieldynamik noch einmal eine ganz andere, als wenn man mit der Gruppe einen zentralen Plot verfolgt.

Schlechte Erfahrungen habe ich persönlich damit gemacht, dem Spieler eine Art Horrorgefühl vermitteln oder aufdrücken zu wollen, das heißt man sollte sich weniger darauf konzentrieren - finde ich - den Charakter in entsprechende Situationen zu drängen, als den Spieler zu ermutigen, Eigene zu entwickeln. Die Spieler wissen meist sehr genau, was für sie interessant, spielbarer und spannend ist.. und was jetzt den Horror bei ihrem Charakter erzeugt.

Shield Warden:
Okay jetzt bin ich neugierig. Vampire ohne das Trinken auszuspielen und Blut ist einfache Nahrungsaufnahme? Spielt ihr dann Menschen mit Sonnenallergie und einem seltsamen Familienverständnis? Ich kann mir das gerade nur schwer vorstellen.

Praion:

--- Zitat von: Глитзер am 27.09.2012 | 10:00 ---In den Vampirrunden, in denen ich immer gespielt habe wurde das nie thematisiert. Das war den Mitspielern vermutlich zu unangenehm.

--- Ende Zitat ---


Richtig. Es ist unangenehm. Es ist unmenschlich und es ist sicher nicht cool. Das ist ja die Idee dabei.
Und da Blut trinken (und von Sonne gekillt werden) quasi DIE Entscheidenden Vampirmerkmale sind, finde ich sowas sollte auch thematisiert werden.

Das ist sonst wie (generische) Werwölfe ohne Vollmond und Verwandlung oder (JLA Level) Superhelden ohne Weltretten


--- Zitat von: Deck Warden am 27.09.2012 | 11:09 ---Okay jetzt bin ich neugierig. Vampire ohne das Trinken auszuspielen und Blut ist einfache Nahrungsaufnahme? Spielt ihr dann Menschen mit Sonnenallergie und einem seltsamen Familienverständnis? Ich kann mir das gerade nur schwer vorstellen.

--- Ende Zitat ---

+1

Dreamdealer:
Am Anfang unserer Chronik habe ich das ganze Trinken immer ausgespielt, da war es noch neu, jetzt gehen die PCs
leider nirgendwo hin, ohne nicht randvoll zu sein. Ein wirklich ärgerlicher Punkt, den ich mir aber leider wohl selbst zu
verdanken habe. Daher kommt es schon mal vor, dass die PCs 2-3x pro Abend trinken, was selbst nur mit Proben viel
Zeit in Anspruch nimmt.

Mittlerweile werden nur noch besondere Ereignisse beim Fressen ausgespielt, gutes oder schlechtes Ergebniss auf dem Smilie-Würfel,
so nutzt sich der Horror schnell ab.

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