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Vollständiger Verzicht auf soziale Fertigkeiten - Nachteile

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CokeBacon:
@ArneBab
Ich fand deinen Link sehr hilfreich. Ich werde das vorgestellte Hinweis-System mal in einer kommenden Runde ausprobieren, es klingt recht spannend. Danke dafür.

@Naldantis
Die erste Textstelle, die du von mir zitiert hast, steht in keinem Zusammenhang mit deiner dargestellten Meinung. Von daher ein völlig überflüssiger Kommentar.

Edit: Naldantis, du bist aber auch schnell mit der Ändern-Funktion. In deinem zweiten Punkt gebe ich dir Recht. Spieler, deren Stärken im Method Acting liegen, können durchaus einen Gewinn davon tragen, während andere Spieler auf der Strecke bleiben. Ich bin nur geneigt den Kompromiss zu machen, anstatt mich mit einem halbgaren Sozialsystem zufrieden zu geben... aber ich arbeite ja noch dran. Ich bin hier im Forum schon vielen hilfreichen Texten begegnet.

Voiata:
Ich finde, der Umgang mit sozialen Fertigkeiten hängt stets vom Gruppentenor ab.

Die wenigsten Spieler, vermute ich, haben ein Problem damit, sich damit abzufinden, dass ihr Charakter in einem Kampf getroffen wurde
und die regeltechnischen Auwirkungen eines solchen Treffers zu akzeptieren. Die wenigsten Spieler haben ein Problem damit,
Kampfertigkeiten und andere Bereiche wie Technik, Fahrzeuge, Medizin (etc) mit Erfolg und Auswirkung zu akzeptieren.
Im Fall sozialer Konflikte ist das häufig anders, insbesondere, wenn ein Charakter eines Spielers davon betroffen ist.
"Du bist eingeschüchtert" wirkt häufig befremdlich, da kommen dann unter Umständen Argumente wie z.B "Das würde mein Charakter nie machen".

Den Spielern vor Augen halten, dass das Ergebnis einer sozialen Probe genauso zu akzeptieren ist, wie das Ergebnis eines Angriffes ist eine solide Basis.
Darum auch anfangs Gruppentenor. Wer nicht will, der will nicht. Wer dieses Argument versteht und umsetzen möchte, der will.
Im Falle eines Charakters mit exorbitanten Einschüchterungsfähigkeiten, der einen Mitspieler Charakter dazu nötigt, inne zu halten und ihm gefälligst
die Verhandlungen mit einem Auftraggeber zu überlassen und dabei eine erfolgreiche Probe ablegt...Who cares?
Warum hält der chromstarrende Samurai nicht einfach den Mund, überlässt das Feld dem Ex-Konagenten und spielt die Auswirkung einer Einschüchterung?
Schließlich will er ja eine Rolle spielen, vermutlich und nicht sich selbst oder jemand anderen. Und genau diese Rolle ist nun eingeschüchtert.
Warum und wieso? Das wird der Spieler des Samurais schon wissen, schließlich ist es sein Charakter.
Der Ex-Konagent hat ihn an seinen Vater erinnert, dem er noch nie widerstehen konnte; Der Ex-Konagent sieht kompetent aus, vllt halte ich einfach mal den Mund,
kann mich später immer noch einbringen, etc.

Umsetzung im Spiel? Der Spieler des Ex-Konagenten muss imo nicht alles ausspielen, es reicht doch auch, zu sagen, er lehnt sich nach vorne, baut seine lange,
geschulte Haltung auf und schüchtert den Samurai ein. Niemand verlangt idr von dem Samurai in einem Feuergefecht genau, wie er seine Waffen bedient, Atem anhält,
Einstellungen vornimmt und Daten der Smartgun auswertet, oder doch?

Es ist schön, wenn sich Spieler die Mühe machen, Sätze in wörtlicher Rede umzusetzen und auch am Tisch vorbringen. Häufig tun sie das sowieso.
Und wenns mal stockt, hey, Fünfe gerade sein lassen, würfeln und durch.


Eine andere Möglichkeit wäre, soziale Interaktion zu belohnen, für besonders gute Worte Gummipunkte zu vergeben. Wer viel ausspielt und sich Gedanken macht,
der erhält halt mehr, als jemand, der eher rein auf Würfelwerte baut.


Soziale Fertigkeiten zu entfernen halte ich für keine gute Idee, aber das ist meine Meinung. Eine schöne Gewichtung in Relation zu körperlichen Fertigkeiten hingegen schon.
Positiv auf Spieler eingehen, sie motivieren, etwas auszuspielen, mit gutem Beispiel voran gehen...bringt in meinen Augen mehr, die soziale Dynamik am Tisch zu erhöhen.

Die Nachteile einer kompletten Herausnahme von sozialen Fertigkeiten? Einzig die Entscheidung des SL fällt Urteile. Seine Kompetenz bestimmt die Regeln und die Auswertung.
Dazu seine aktuelle Stimmung, sein Blickwinkel. Nichts anderes. Klingt nach Cowboy und Indianer aus meiner Kindheit:"Hab dich getroffen"..."Ne, hast du nicht".

D. M_Athair:

--- Zitat von: Athair am  9.10.2012 | 22:58 ---Und: Was ist mit Akrobatik und Theater? Beide haben abgedeckte physische Komponenten und nicht abgedeckte soziale.

--- Ende Zitat ---
Um nochmal darauf einzugehen:

Bei beiden spielt der Aspekt der körperlichen Form von Kommunikation eine wichtige Rolle.

Beim Theater (von griech. θεάομαι theaomai „anschauen“) ist es die Verbindung von Darstellung einer Rolle, zu vermittelndem Sachverhalten und entsprechendem körperlichem Ausdruck. "Sich als jemand anderes ausgeben" ist ganz klassisch Theater.

Bei der Akrobatik ist die Sache vielfältiger, da es neben dem artistischen Element auch ein rein sportliches gibt.
Was jedoch bleibt, ist, dass Artistik benutzt werden kann, um den Beobachter zu täuschen, überraschen, erfreuen, manipulieren. Deutlicher wird es, wenn man Akrobatische Manipulation von Objekten (Jonglage, Taschenspielertricks, ...) NICHT separiert.



Grey (away):
Ich sehe bei diesem Ansatz vor allem Probleme für den Spielleiter.

Als *Spieler* habe ich kein Problem, jemanden zu spielen, der so häßlich, blöd und sozial inkompetent ist wie meine Wenigkeit. ;D Aber als Spielleiter muß ich zwangsläufig in alle möglichen NSC-Rollen schlüpfen. Und bei diesem Regelansatz wären die sozialen und geistigen Fähigkeiten dieser NSCs alle durch meine realen Fähigkeiten gedeckelt.

Ein Beispiel: Ich bin nicht gerade die geborene Führernatur. Um als SL in die Rolle eines Offiziers, Firmenchefs, hochrangigen Politikers o.ä. zu schlüpfen, brauche ich viel Vorbereitung. Und wenn am Tisch ein Spieler sitzt, der mich jederzeit mit purer Präsenz "an die Wand dominieren" kann, sind ohne kompensierende Regelmechanismen alle diese NSCs unter meiner Spielleitung zu Papiertigern reduziert. Sprich, es gäbe auf meiner Spielwelt nicht einen einzigen kompetenten Charakter in einer Führungsposition.

ArneBab:

--- Zitat von: Voiata am 11.10.2012 | 04:41 ---Den Spielern vor Augen halten, dass das Ergebnis einer sozialen Probe genauso zu akzeptieren ist, wie das Ergebnis eines Angriffes ist eine solide Basis.

--- Ende Zitat ---
Das finde ich unnötig konfrontativ. Mir fehlt die Frage, warum denn Spieler die Ergebnisse sozialer Proben nicht akzeptieren.

Und ich denke, da gibt es einige Gründe - zum Beispiel, dass damit die Regeln in einen Bereich eingreifen, der traditionell dem Spieler gehört: Die Darstellung des Charakters und dessen Entscheidungen.

Und im Gegensatz zum Kampfsystem gibt es keine klaren Regelungen, wann denn welche Effekte auftreten können.

Wie gut muss jemand anders würfeln, um das Grundkonzept meines Charakters zu brechen (~verkrüppelt)? Wo steht eigentlich, was das Grundkonzept ist? Wie gut muss er würfeln, um einen ehrenhaften Charakter dazu zu bringen, seine Freunde zu verraten? Und wie kann ich meinen Charakter dagegen schützen (welche Werte muss ich haben? ~welche Rüstung und welchen Paradewert brauche ich?).

Wenn all das festgelegt wäre, würde es meiner Ansicht nach Spielern viel einfacher fallen, soziale Proben als feste Entscheidungen zu akzeptieren. Aber ich selbst habe es in den letzten Jahren nicht gewagt, meine groben Ideen dazu wirklich in ein System umzusetzen, weil ich das Gefühl hatte, dass ich die Thematik nicht ausreichend erfasse, um ein wirklich gutes System zu entwickeln. Immerhin muss ich dafür die soziale Beeinflussbarkeit von Menschen quantifizieren…

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